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Medienlandschaft in Italien


Italienische Verleger schließen sich angesichts der Krise der Printmedien zunehmend zu größeren Einheiten zusammen, wodurch die Pressevielfalt abnimmt. Die Aufteilung der Medienlandschaft auf große Konzerne folgt der Trennlinie zwischen den beiden großen ideologischen Blöcken, rechtskonservativ und linksliberal.

Kolosseum
Foto: Allerina & Glen MacLarty, Lizenz: Creative Commons by/2.0


Dem konservativen Regierungschef Silvio Berlusconi wird aufgrund seiner Doppelfunktion als Ministerpräsident und Unternehmer ein Interessenkonflikt vorgeworfen. Berlusconi kontrolliert den wichtigsten privaten TV-Konzern Mediaset und nimmt als Regierungschef gleichzeitig Einfluss auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen RAI.

Da Mediaset und RAI sich knapp 90 Prozent des Fernsehmarkts teilen und die Italiener sich zu über 70 Prozent über das Fernsehen informieren, kann von einer Monopolstellung gesprochen werden. Die im Besitz der Familie Berlusconi befindliche Finanzholding Fininvest kontrolliert ferner die Verlagsgruppe Mondadori (Illustrierte und Magazine), die konservative Tageszeitung Il Giornale und sitzt als Teilhaber des Geldinstituts Mediobanca im Aufsichtsrat der RCS Mediagroup (Corriere della Sera und La Gazzetta dello Sport). Die Konkurrentin des Corriere ist die in Rom erscheinende La Repubblica der Verlagsgruppe Gruppo Editoriale L'Espresso. Sie bildet zusammen mit dem Nachrichtenmagazin L'Espresso den Gegenpol zu den von Berlusconi kontrollierten Printmedien.

Seit 1981 genießen die Zeitungen dank des Verlagsfinanzierungsgesetzes eine Sonderstellung. Das Gesetz legt direkte und indirekte staatliche Subventionen für Printmedien fest, um deren Unabhängigkeit zu gewährleisten. Doch die Subventionen werden nun abgebaut. Standen im Haushalt von 2010 noch 320 Millionen Euro für die Printmedien zur Verfügung, sind es 2011 nur noch 180 Millionen.

Online-Magazine sind trotz ihrer oft engen Verbindung zu politischen Formationen informativ und auf einem recht hohen Niveau. Die italienischen Blogs befassen sich vornehmlich mit nationalen Problemen. Einer der auch im Ausland bekannten Blogger ist Beppe Grillo, Urheber der Protestinitiative V-Day, die in Italien mehr als 50.000 Mitglieder zählt.

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