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Medienlandschaft in Lettland


Zum Ende der Sowjetherrschaft in Lettland 1990/91 stellten die Letten nur noch rund 52 Prozent der Bevölkerung, in der Hauptstadt Riga waren die ethnischen Russen sogar in der Mehrheit. Die nationale Spaltung der Gesellschaft und die Angst vor einer erneuten Abhängigkeit von Russland ist daher bis heute ein vorherrschendes Thema.

Riga Innenstadt
Foto: Syl ;), Lizenz: by-nc-sa/2.0


Es existieren denn auch heute lettisch- und russischsprachige Medien nebeneinander, wobei den russischen Medien oft unterstellt wird, von Moskau finanziert zu sein und die Angehörigen der russischen Minderheit in Lettland gezielt zu beeinflussen. Die inhaltliche Ausrichtung der lettischen Medien und die Politik des Landes werden daher auch eher von der Nationalitätenfrage bestimmt als von ideologischen Strömungen. Die größten lettischen Tageszeitungen sind Latvijas Avīze, die eher im ländlichen Raum verbreitet ist, Diena und die nationalkonservative Neatkarīgā Rīta Avīze. Daneben existieren auch Regionalblätter und Wirtschaftszeitungen wie Dienas Bizness. Bedeutende russische Medien sind die Tageszeitungen Tschas und Telegraf sowie das Wirtschaftsblatt Bisnes i Baltija.

Nach der Unabhängigkeit setzte Lettland stark auf das Internet, weshalb Onlinemedien eine große Rolle zukommt, vor allem der lettischen Ausgabe des estnischen Portals Delfi und dem Portal Apollo. Die Blogs auf diesen Portalen und die Onlineausgaben mancher Zeitungen sind inzwischen ebenfalls Teil der öffentlichen Debatte.

Der Staatsrundfunk dagegen muss wegen der Krise massiv sparen und hat seit 2008 seine Sendedauer immer weiter eingeschränkt. Da dies zu einer Stärkung der privaten Sender und der aus Russland ausgestrahlten Programme führt, wächst die Furcht vor deren steigendem Einfluss auf die russische Minderheit. Für großes Aufsehen sorgte daher auch die Übernahme des Diena-Verlags durch die Unternehmerfamilie Rowland im Herbst 2009. Viele Redakteure kündigten aus Protest und gründeten später die Wochenzeitung Ir. In Lettland läuft seither eine kontroverse Debatte, ob der Staat eingreifen soll, um zu verhindern, dass private Medien in die Hände bestimmter Interessengruppen fallen. Diese Diskussion erhielt 2010 neue Nahrung, als der Unternehmer Viesturs Koziols die Mehrheit bei dem Blatt erwarb: Koziols ist Freund und Geschäftspartner des konservativen Politikers Ainars Šlesers.

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