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Medienlandschaft in Litauen
In Litauen entstand in den 1980er Jahren eine starke Unabhängigkeitsbewegung, die erheblich zur Auflösung der Sowjetunion beitrug. Noch vor der internationalen Anerkennung der Unabhängigkeit wurde die Zensur aufgehoben, wodurch den Medien eine zentrale Rolle im Kampf um staatliche Souveränität zukam.

Foto: genevicius, Lizenz: Creative Commons by-sa/2.0
An die Stelle der Begeisterung über die 1990/91 wiedergewonnene Freiheit ist heute jedoch starke Politikverdrossenheit getreten. Die Parteienbindung ist überaus gering und die Bevölkerung verfolgt mit Misstrauen die wachsende Einflussnahme reicher Geschäftsleute auf Wirtschaft, Politik und Medien. Eine ideologische Linie ist bei diesen schwer auszumachen, stattdessen wird immer häufiger die Kritik laut, dass heikle Themen ausgeklammert werden und die Debatten oft nur um lokale Themen kreisen. Eine Folge davon ist ein Rückgang der Leserschaft: Die täglichen Auflagen pro Kopf betragen nur rund ein Zehntel gegenüber Deutschland.
Überregionale Tageszeitungen sind Lietuvos Rytas, Lietuvos Aidas und Respublika sowie die kostenlos erscheinende Zeitung 15 min. Darüber hinaus gibt es die Wirtschaftszeitung Verslo žinios und Wochenzeitungen wie Valstie ių laikraštis. Obwohl die Hauptstadt Vilnius das Zentrum der verlegerischen Aktivitäten darstellt, haben sich auch starke Regionalzeitungen entwickelt, darunter Kauno Diena in der zweitgrößten Stadt Kaunas und Vakarų ekspresas in der Hafenstadt Klaipėda.
Internetmedien haben sich langsamer entwickelt als beispielsweise in Estland oder Lettland, und auch die Tageszeitungen haben ihre Onlinepräsenz verhältnismäßig spät aufgebaut. Inzwischen gibt es in Litauen jedoch eine Vielzahl an Informations- und Branchenportalen, wobei der litauischen Ausgabe des estnischen Portals Delfi eine große Rolle zukommt. Weitere wichtige Portale sind Balsas und Alfa mitsamt ihren angegliederten Blogs. Ein weiteres Nachrichtenportal unterhält der die staatliche Radio- und Fernsehanstalt LRT.
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