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Medienlandschaft in Österreich


Österreichs Medienlandschaft ist im europäischen Vergleich ein Spezialfall. Machtmonopole und starke Medienkonzentration gibt es in ähnlichem Maß zwar auch anderswo. Doch seit einigen Jahren setzt der Aufstieg des Rechtspopulismus, der häufig dem alles dominierenden Boulevardblatt Die Krone zugeschrieben wird, die politische Mitte und die Medien im Land unter Druck: EU-Skepsis sowie fremdenfeindliche und islamophobe Tendenzen bestimmen die öffentliche Debatte.

Schloss Schönbrunn
Foto: Reham Alhelsi, Lizenz: Creative Commons by-nc-sa/2.0


Zum Sonderfall Österreich trägt auch das "Schaufenster" Deutschland bei, das dem österreichischen Publikum Fernsehkanäle, Nachrichtenmagazine und große Qualitätszeitungen mit Feuilletons und viel mehr internationaler Berichterstattung liefert. Neben dem öffentlichen Rundfunk ORF sind erst in den vergangenen Jahren landesweite private Fernsehsender auf den Markt gekommen - die Austria Television ATV (2000), Austria 9 TV (2007) und Servus TV (2009).

Den österreichischen Medienmarkt teilen sich im Wesentlichen drei Gruppen: ORF, der Konzern Mediaprint (Die Krone, das einzige landesweite Privatradio Kronehit, die Tageszeitung Kurier) und die Styria Media Group (Tageszeitung Die Presse), die einer der katholischen Kirche nahe stehenden Privatstiftung gehört. Mehr als 40 Prozent der Österreicher über 14 Jahre lesen Die Krone. Die Zukunft des Massenblatts ist nach dem Tod ihres Herausgebers Hans Dichand im Juni 2010 offen. Dichand galt als Kanzlermacher, der viele österreichische Regierungschefs ins Amt gebracht haben soll, zuletzt den Sozialdemokraten Werner Faymann. Der hatte zuvor in einem in dem Boulevardblatt veröffentlichten Brief an Dichand einen EU-kritischeren Kurs seiner Partei angekündigt.

Die Ära der Parteizeitungen ging 1986 zu Ende mit dem Konkurs der sozialdemokratischen Arbeiter-Zeitung, die vor allem die Nachkriegszeit unter den Besatzungsmächten geprägt hatte. Als die Qualitätszeitungen des Landes gelten die 1988 gegründete linksliberale Tageszeitung Der Standard sowie Österreichs traditionsreichste Tageszeitung Die Presse, die ihre konservative Ausrichtung aufgeweicht hat. Sie erreichen aber nur 5,6 Prozent (Der Standard) und 3,7 Prozent (Die Presse) der Österreicher. Eine Gegenöffentlichkeit, die im Internet dem "Boulevard" von Krone, Gratiszeitungen und dem 2006 gegründeten Massenblatt Österreich Paroli bietet, ist nicht erkennbar.

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