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Medienlandschaft in Portugal


Die Medien in Portugal waren lange von Zensur geprägt. Als entscheidender Einschnitt galt die Nelkenrevolution am 25. April 1974. Sie läutete das Ende der Zensur ein, aber viele ehemals dem Regime nahestehende Zeitungen gerieten in Staatsbesitz. Erst Ende der 1980er Jahre folgte die Reprivatisierung und auch die langsame Öffnung des Rundfunks für private Investoren.

Lissabon Panorama
Foto: Pedro Moura Pinheiro, Lizenz: Creative Commons by-nc-sa/2.0


Das Privatfernsehen hielt 1992 Einzug. Neben den weiterhin öffentlich geführten Kanälen der RTP gibt es zwei frei empfangbare Privatsender: SIC und TVI. Vor allem im Radiobereich ist der Einfluss der katholischen Kirche traditionell groß: ihre Sender RFM und Rádio Renascença erzielen die größten Reichweiten.

Zeitungen werden allgemein weniger genutzt als elektronische Medien. Insgesamt ist die Zeitungsdichte gering, was auch an der für europäische Verhältnisse relativ hohen Analphabetenquote von mehr als zehn Prozent liegt. Als wichtigstes Leitmedium gilt dennoch die 1973 - noch im alten Regime - gegründete Wochenzeitung Expresso. Das politisch unabhängige Blatt führte bis zum Ende der Diktatur einen zähen Kampf mit der Zensurbehörde, weil es von Anfang an großen Wert auf Hintergrundberichte und ein breites Meinungsspektrum legte. Mit diesem journalistischen Stil beeinflusst es auch täglich erscheinende Qualitätszeitungen wie die 1990 von ehemaligen Expresso-Redakteuren gegründete Tageszeitung Público und die traditionsreiche Tageszeitung Diário de Notícias. Eine klare ideologische Ausrichtung der landesweit erscheinenden Zeitungen ist deswegen kaum auszumachen. Regionale Zeitungen spielen so gut wie keine Rolle.

Die Gratiszeitungen haben sich zumindest auf dem Werbemarkt zu ernsthaften Konkurrenten der etablierten Printmedien entwickelt. Durch den Internetauftritt der etablierten Zeitungen wird dieser Trend nur teilweise wieder aufgefangen. Blogs spielen überwiegend nur bei den Onlineauftritten der Nachrichtenseiten eine Rolle. Beim Medien- und Zeitungsbesitz dominieren größere Medienholdings mit vorwiegend einheimischem Kapital und meist multimedialer Ausrichtung, wobei weitere Konzentrationsprozesse im Gange sind.

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