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Medienlandschaft in Rumänien


Während des Kommunismus (1948 -1989) galten die Medien in Rumänien mehrheitlich als Propagandainstrumente der Partei. Doch mit dem Sturz des Regimes entwickelten sich neue Abhängigkeiten. In nur wenigen Monaten gab es über tausend neue Titel, landesweit erscheinende Tageszeitungen erreichten eine Auflage von über einer Million Lesern - Zahlen, von denen die Redaktionen heute nur träumen können.

Parlament, Bukarest
Foto: chrisaut, Lizenz: Creative Commons by-nc-sa/2.0


In der Verfassung wurde 1991 die Meinungs- und Pressefreiheit verankert, ein Jahr später ein privater Hörfunk- und Fernsehbetrieb erlaubt. Gesetzesinitiator war der Politiker Adrian Sârbu, der wenig später zum Medienunternehmer aufstieg. Der von ihm gegründete private Fernsehkanal Pro TV ist seit langem Marktführer, vor dem Privatkanal Antena 1 und dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen TVR. Auch im Hörfunkbereich verzeichnen die Privatsender die höchsten Einschaltquoten. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk gilt als regierungshörig und multikulturell: auf seinen Frequenzen erhalten die Minderheiten des Landes Sendezeiten.

Die politische Verquickung ist auch für den Pressebereich symptomatisch. Die führenden fünf überregionalen Tageszeitungen, die neben der Boulevardpresse als Meinungsmacher im Land gelten, gehören ausschließlich wohlhabenden rumänischen Unternehmern, die teils führende politische Ämter inne hatten. Ihre Zeitungen sind nicht nach westlichem Muster links, konservativ oder liberal, sondern an der jeweiligen Regierungskoalition ausgerichtet, um eigene Geschäftsinteressen durchzusetzen. Die Beteiligung westlicher Verlage am rumänischen Pressemarkt fällt verglichen zu anderen osteuropäischen Ländern gering aus, es gibt sie vor allem bei der Lokalpresse und im Zeitschriftenmarkt. Der Schweizer Ringier-Verlag und der deutsche WAZ-Konzern haben hingegen 2010 ihre Beteiligungen an seriösen überregionalen Tageszeitungen aufgekündigt. Grund waren starke Umsatzeinbußen am Werbemarkt.

Neben dem politischen wächst seit Jahren auch der ökonomische Druck. Die meisten renommierten Tageszeitungen zählen inzwischen weniger als 60.000 Leser, die nun auch im Internet versuchen, neue Märkte zu erschließen. Mehrere etablierte Zeitungsredaktionen wurden in Folge der Wirtschaftskrise geschlossen, tausende Journalisten verloren ihren Job. Sie sind Teil einer neuen Blog-Community im Internet, die Onlineredaktionen werden aber zumeist von den herkömmlichen Zeitungsverlagen finanziert.

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