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Medienlandschaft in Tschechien
Seit dem politischen Umbruch 1989 wurden nicht nur ehemals staatliche Medien und Parteizeitungen privatisiert, sondern auch zahlreiche Titel neu gegründet. Einige Blätter verschwanden von dem recht überschaubaren Medienmarkt. Nach der Teilung der Tschechoslowakei wurden auch die Funk- und Fernsehmedien getrennt.

Heute sind fast alle großen Zeitungen in ausländischem Besitz. Ausnahmen bilden das frühere Zentralorgan der Kommunistischen Partei, Pravo, und das Verlagshaus Economia, die beide in tschechischer Hand sind. Bemerkenswert ist das Engagement des Verlages Vltava-Labe-Press, hinter dem die Passauer Neue Presse aus Deutschland steht, und zu dem mehr als 100 regionale Titel gehören. Gleich zwei der großen Qualitätszeitungen, die Mladá fronta Dnes und die Lidové noviny, werden von einer tschechischen Tochter der Rheinisch-Bergischen Verlagsgesellschaft herausgegeben. Auflagenstärker als alle Qualitätszeitungen ist das zum Schweizer Ringier-Verlag gehörende Boulevardblatt Blesk. Fast alle Tageszeitungen betreiben Internetportale, die meisten haben getrennte Online- und Printredaktionen. Das Nachrichtenportal aktualne.cz tritt hingegen nur online auf.
Bei den audiovisuellen Medien sind die privaten Sender am erfolgreichsten. So verlor das Informationsprogramm des öffentlich-rechtlichen Radiosenders Český rozhlas seinen langjährigen Spitzenplatz bei den Einschaltquoten. Auch das anspruchsvolle und vielgestaltige öffentlich-rechtliche Fernsehen Česká televize liegt mit seinen Quoten hinter dem kommerziellen TV Nova zurück. Im Rahmen der derzeit laufenden Digitalisierung des Fernsehens entstanden neue Fernsehsender, die jedoch nur geringe Einschaltquoten haben. Zur Jahreswende 2000/2001 versuchte die Politik, massiv Einfluss auf Česká televize zu nehmen. Dieser Versuch wurde durch einen Streik der Fernsehleute, der in der Bevölkerung großes positives Echo fand, erfolgreich abgewehrt.
Politisch sind die meisten der Qualitätszeitungen und Wochenblätter dem liberal-konservativen Spektrum zuzuordnen. Pravo steht den Sozialdemokraten nahe.
Die Bloggerszene ist in der Entwicklung begriffen. Private Blogs gibt es kaum, die meisten Blogger veröffentlichen in den Blogspalten der Online-Ausgaben der Tageszeitungen.
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