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Medienlandschaft in Großbritannien
In Großbritannien konnte sich das Bürgertum früher als anderswo in Europa emanzipieren, eine Presselandschaft hat sich allerdings erst spät entwickelt. 1785 wurde in London die Tageszeitung The Times gegründet - gut 180 Jahre nach der ersten europäischen Zeitung. Dennoch entwickelte sich The Times in der Folge weltweit zum Vorbild für andere Zeitungen.

Foto: DavidGardinerGarcia, Lizenz: Creative Commons by-nc/2.0
Lange galt in der britischen Presselandschaft die Unterscheidung zwischen Broadsheets, also großformatigen Qualitätszeitungen, und den Tabloids, den kleinformatigen, preiswerten Massenblättern. Auch wenn Zeitungen wie The Times, The Guardian oder The Independent mittlerweile in handlicheren Formaten erscheinen, bleibt ein Qualitätsunterschied bestehen. Die meisten Briten lesen das auflagenstärkste Boulevardblatt Sun – oder Zeitungen wie Daily Sport – eigentlich nur zur Unterhaltung. Dagegen setzen Titel wie The Daily Telegraph, die Wirtschaftszeitung Financial Times oder The Times Themen und sind stark meinungsbildend.
Der Rundfunk- und Fernsehsektor wird traditionell von der öffentlich-rechtlichen, durch Steuergelder finanzierten British Broadcasting Corporation (BBC) dominiert. Unter den Radiosendern sind immer noch die national verbreiteten BBC-Kanäle die wichtigsten und beliebtesten. Daneben gibt es zahlreiche, aber zumeist nur lokal verankerte Radiostationen. Beim Fernsehen hat die BBC in den vergangenen Jahren scharfe Konkurrenz durch private Fernsehsender bekommen. Besonders die Kanäle des Anbieters BskyB, ein Unternehmen aus der Gruppe des US-amerikanisch-australischen Medienunternehmers Rupert Murdoch, sind erfolgreich.
Das Internet macht den Zeitungen in Großbritannien immer mehr Konkurrenz. Dabei spielen weniger Blogs eine Rolle, als vielmehr die Flut kostenloser Nachrichten, die zu einem Auflagenrückgang bei den Printmedien geführt haben. Seit Juni 2010 versucht die Tageszeitung The Times, sich mit einem Bezahlmodell dem Trend entgegenzustellen: Die Online-Nutzer werden mit zwei Pfund pro Woche zur Kasse gebeten. Andere Zeitungen beobachten mit großer Spannung, ob sich dieses Experiment durchsetzen kann.
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