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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 18. Oktober 2007

Jeanne Rubner über gemeinsame Geschichtsbücher

Die EU ist vielen Geschichtsbüchern nur ein paar Seiten wert, bedauert Jeanne Rubner. "Achtklässler hierzulande lernen weitaus mehr über die Römer als über die Römischen Verträge, Zehntklässler wissen mehr über die Pharaonen als über die Gründungsväter der Europäischen Gemeinschaft... Pläne für ein europäisches Geschichtsbuch sind bislang boykottiert worden, polnische Historiker haben sofort gewarnt, dass es eine gemeinsame Interpretation der Geschichte nicht geben könne. Dahinter steht auch die Furcht, ein Gemeinschaftsbuch würde die Nationen dazu zwingen, ihre Identität aufzugeben. Das muss nicht sein, wie das neue, hervorragende deutsch-französische Geschichtsbuch belegt. Es diktiert kein Geschichtsbild, sondern transportiert eine differenzierte Sichtweise beider Nationen auf ihre gemeinsame Geschichte und auf die der EU."

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