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Cicero - Deutschland | Montag, 30. Juni 2008

Ist Obama gut für Europa?

Der Auslandsexperte Peter Scholl-Latour reflektiert in der konservativen Monatszeitschrift Cicero über Europas Beziehung zum US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama: "Falls Obama ins Weiße Haus einzieht, wie wird er es mit Europa, wie wird er es mit den Deutschen halten? Kaum jemand weiß darauf eine Antwort, denn um eine schlüssige Auskunft haben sich Berlin und auch Paris bislang vergeblich bemüht. ... Bei allen bisherigen Präsidenten bestand eine Affinität zu Europa, eine Verwandtschaft, die sich auf die gemeinsamen 'kaukasischen' Ursprünge ... zurückführen ließ. Mit Barack Obama haben wir es nun mit einem potentiellen Staatschef und Commander-in-Chief zu tun, dem diese atlantische Bindung von Hause aus abgeht. ... Die längst fällige Aufwertung der Europäischen Union, die Rücksichtnahme auf deren strategische und diplomatische Eigenständigkeit, könnte der neue Präsident getrost konzidieren, sind es doch die 27 Staaten der EU selbst, die dem Aufbau eines unabhängig operierenden Militärpotentials durch ihre Eifersüchteleien und die exzessive Reduzierung ihrer Rüstungsbudgets im Wege stehen. ... Für Berlin und Paris wäre es sehr viel schwieriger, einem extrem populären US-Präsidenten Barack Obama eine verstärkte Beteiligung zu verweigern, als das bei seinem diskreditierten Vorgänger der Fall war. Niemand weiß präzise, wer Obama in seinem Allianzverhalten und in seinem Umgang mit Deutschland beraten wird oder ob er sich eventuell an den Ratschlag hält, den Charles de Gaulle einst dem jungen Kennedy zuraunte: 'N'écoutez que vous-mème' - Hören Sie nur auf sich selbst!"

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 4. Juli 2008

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