Dnevnik - Slowenien | Montag, 4. August 2008
Soldaten auf Italiens Straßen
Auf der Webseite der Tageszeitung Dnevnik kommentiert der Journalist Andrej Mrevlje die Entscheidung der italienischen Regierung, ab heute 3000 Soldaten in einigen größeren Städten Italiens zur Abschreckung einzusetzen: "Militär auf den Straßen ist nie ein gutes Zeichen für den Fortschritt von Demokratie, vor allem nicht, wenn sich noch weitere mit Schallgeschwindigkeit angenommene Maßnahmen dazu gesellen, mit denen Berlusconis Regierung versucht, über Nacht jahrzehntelang herrschendes Chaos zu beseitigen. Es ist eine Tatsache, dass der derzeitigen politischen Atmosphäre in Italien Militäruniformen zusagen. ... Eine andere Frage ist jedoch, ob die 3000 Soldaten das Leben in den Städten verändern werden. Das Hauptargument der Regierung für eine derartige Militarisierung lautet: Wenn sich Diebe, Betrüger, Gewalttäter und vor allem Einwanderer keine Gedanken um die zahlreichen Polizisten auf Italiens Straßen machen, werden ihnen vielleicht die Soldaten Angst einjagen." Nach Angaben der Regierung sollen vor allem staatliche Objekte geschützt werden, doch "leider hat sich gezeigt, dass dazu auch Romasiedlungen und Zentren für Einwanderer zählen."
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