De Volkskrant - Niederlande | Dienstag, 24. März 2009
Shell ist schamlos
Der Ölkonzern Shell hat angekündigt, nicht länger in Windenergie zu investieren, weil es nicht genügend Ertrag bringt. Was ist aus den ökologischen Vorhaben des Unternehmens geworden, das noch vor wenigen Jahren die Notwendigkeit einer grünen Wende in der Energieversorgung betonte, fragt Pieter Hilhorst in der Tageszeitung De Volkskrant: "Ein sich sträubender Mitläufer ist ärgerlich, aber eine scheinheilige Person kann man auf die schönen Versprechen, die sie nicht einlöst, ansprechen. Der Mitläufer ist mir daher lieber als der Schamlose, der noch nicht einmal versucht, einem anderen entgegenzukommen. Shell ist von einem sich sträubenden Mitläufer zu einem schamlosen Unternehmen geworden, das sich nicht um sein grünes Image kümmert und seine Investionsentscheidungen nur auf den erwarteten Ertrag basiert. Ein moralischer Appell an die schönen Worte von gestern hat dann auch keinen Sinn. So ein Unternehmen zwingt zu altmodischen Aktionen. Tank nicht bei Shell."
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