Helsingin Sanomat - Finnland | Donnerstag, 7. Januar 2010
Marko Lehti über ein Europa ohne Visionen
Europa mangelt es an Visionen und einer Neudefinition des Verhältnisses zu den Vereinigten Staaten, kritisiert der Friedens- und Konfliktforscher Marko Lehti von der Universität Tampere in der Tageszeitung Helsingin Sanomat: "In vielen wichtigen Fragen, wie zum Beispiel der Klimapolitik, haben sich Europa und die USA angenähert. ... Für Außenstehende ist es oft schwer zu erkennen, dass die Europäische Union und die Vereinigten Staaten separate Global Players sind. Vielmehr erscheint der Westen zunehmend als von den USA geführt. Jetzt, da der Lissabon-Vertrag in Kraft getreten ist, muss sich Europa daran erinnern, dass Außenpolitik nicht nur in eine Richtung geht. Europa muss die Interessen des Westens im Verhältnis zu den USA deutlicher abstecken. Derzeit bietet es der restlichen Welt anders als in der Vergangenheit keine Vision für eine bessere Zukunft. Europa konzentriert sich offensichtlich zu sehr auf sich selbst und hat keine klare Vorstellung von seiner Rolle in der Welt."
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