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Le Nouvel Observateur - Frankreich | Montag, 18. September 2006

Abdelwahab Meddeb über das Bedauern des Papstes

In einem Interview mit Chiara Penzo vertritt der französisch-tunesische Schriftsteller Abdelwahab Meddeb den Standpunkt, der Papst hätte im Streit um seine Äußerungen nicht sein "Bedauern äußern" sollen. "Die muslimische Welt hat eine wunderbare Gelegenheit verpasst, sich selbst in Frage zu stellen. In seiner Regensburger Rede hat der Papst die Quellen dessen klar benannt, was ich in meinen Büchern 'die Krankheit des Islam' nenne - und was auch die Basis für den Islamismus ist. Die Frage der Gewalt im Islam ist eine Realität. Wenn der Papst die sehr enge Beziehung dieser Religion zur Gewalt erwähnt, dann sagt er die Wahrheit, auch wenn man den Islam nicht von der Vernunft trennen darf. Ich hätte mir gewünscht, dass ein offener und aufgeklärter Imam seine Rede aufgreift und eine Debatte eröffnet, indem er zugesteht, dass Benedikt XVI. teilweise Recht hatte. Denn es gibt nicht eine einzige islamische Lehre, sondern Texte, die es lohnt zu diskutieren und zu analysieren. Die muslimische Welt braucht die intellektuelle Auseinandersetzung."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 19. September 2006

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