nrc.next - Niederlande | Donnerstag, 2. September 2010
Bas Heijne fordert attraktive Sprache gegen Populisten
Die Rechtspopulisten sind auf den Vormarsch in den USA, Frankreich, den Niederlanden und nun auch in Deutschland, meint der Kolumnist Bas Heijne in der Tageszeitung nrc.next. Er sieht eine größer werdende kulturelle Kluft zwischen verunsicherten, wütenden Bürgern und einer aufgeklärten Elite: "So vorhersehbar die Rhetorik der Rechtspopulisten inzwischen ist, so nichtssagend ist auch die prinzipielle Empörung, mit der darauf reagiert wird. Es bleibt bei schönen Worten. ... Die eine Gruppe strebt in ihrer Sprache nachdrücklich Objektivität an (der Rechtsstaat, der Gleichheitsgrundsatz). Die andere ist unbekümmert subjektiv ('echte und unechte Franzosen'), romantisch ('Restoring Honor'), dramatisch (der Anti-Islamfilm 'Fitna') und unheilverheißend ('Deutschland schafft sich ab'). Es ist nicht schwer festzustellen, welche Sprache in unserer Medienkultur die meisten anspricht. ... Wer dagegen angehen will, muss eine neue, attraktive Sprache lernen. Sie muss, genau wie die der Populisten, vom täglichen Leben ausgehen, spielerisch und herausfordernd sein, werbend und angreifend. Weniger Prinzipien bitte und mehr Leidenschaft."
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