Top-Thema vom Montag, 6. Februar 2012
Athen hadert mit Reformen

Premier Papademos ringt um das zweite Hilfspaket über 130 Milliarden Euro. (© AP/dapd)
Die Troika hat Griechenland ein Ultimatum gestellt. Am heutigen Montag soll Premier Lucas Papademos EU, IWF und EZB mitteilen, ob seine Regierungskoalition die Sparauflagen im Gegenzug für weitere Finanzhilfen akzeptiert. Die Parteichefs wehren sich insbesondere gegen Arbeitsmarktreformen. Damit bleibt das Land eine Gefahr für die Finanzmärkte, meinen einige Kommentatoren. Andere fordern weniger Druck auf Griechenland.
La Repubblica - ItalienGriechenland rennt in die Staatspleite
Die Kreditgeber fordern von Athen, sofort eine Liste mit bisher unerledigten Reformen auf dem Arbeitsmarkt und in der Steuerpolitik abzuarbeiten, um weitere Kredite zu erhalten. Doch die Politiker sind nicht bereit zu Reformen, womit das Schicksal des Landes besiegelt ist, meint die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Griechenland wird wieder zur wandelnden Gefahr für die Finanzmärkte. Nach einer verhältnismäßig positiven Woche für die europäischen Börsen präsentiert sich der griechische Premier Lucas Papademos heute mit nahezu leeren Händen. Die Verhandlungen für Kredithilfen werden zwar fortgesetzt, nur stehen sie mangels innenpolitischer Einigkeit unter besonders schlechten Vorzeichen. Sollten sich die Verhandlungsparteien bis zum 13. Februar nicht geeinigt haben, wird die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands zur Gewissheit und die Staatspleite unabwendbar." (06.02.2012)
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Imerisia - GriechenlandSparzwänge schaden letztlich ganz Europa
Regierungschef Lucas Papademos will sich am heutigen Montag die innenpolitische Zustimmung für die zusätzlichen Sparmaßnahmen sichern, die die Troika von Athen verlangt. Die Wirtschaftszeitung Imerisia hält den Druck aus Europa für unerträglich: "Werden wir es zulassen, dass diese harten, gefühllosen, unhistorischen Technokraten die griechische Gesellschaft unter Beschuss nehmen und zu einer Rebellion führen? Denn genau betrachtet will die Troika uns dazu bringen, die neue Kredit-Tranche abzulehnen und das Land in die Insolvenz zu führen. … Diese Leute sind gefährlich, nicht nur für Griechenland, sondern für ganz Europa, denn wie Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und andere seriöse Wissenschaftler und Politiker betonen: Wenn Griechenland zusammenbricht, ist ganz Europa in Gefahr. … Deswegen sollten Merkel, Sarkozy und Juncker aufhören, uns in dieser unverschämten Weise zu bedrohen - was übrigens immer mehr Bürger immer mehr verärgert. Die drei sollten zusammen mit der griechischen Regierung ernsthaft nach einer vorteilhaften Lösung für Europa und Griechenland suchen." (05.02.2012)
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De Tijd - BelgienEuropa muss griechische Insolvenz verhindern
Griechenland darf auf keinen Fall in die ungeordnete Insolvenz stürzen, meint die Wirtschaftszeitung De Tijd: "Europa selbst verfolgt einen hoffnungslosen Kurs, weil es nur auf ein einseitiges Rezept setzt, das nicht funktioniert. Daher sollten die europäischen Führer Verantwortung beweisen und das Land unter Kuratel stellen und zugleich unterstützen, so dass die zurzeit aussichtslose Situation nicht schlimmer wird. Aber gibt es diesen Willen? Das muss man bezweifeln. ... Selbst wenn Griechenland den Reformen zustimmt, ist das Schuldenproblem nicht gelöst, sondern nur verschoben. Um Griechenland wird momentan hart gepokert. Fraglich ist, ob alle Parteien noch wissen, was auf dem Spiel steht. Es wird nicht mehr nur um Griechenland gehen, wenn das Land im März seine Schulden nicht mehr zurückzahlen kann. Dann geht es um die ganze Euro-Zone." (06.02.2012)
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