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Top-Thema vom Dienstag, 21. August 2012


Berlin bleibt gegenüber Athen hart

Griechenlands Außenminister Avramopoulos kündigte in Berlin ein Reformpaket in Höhe von 11,7 Milliarden Euro an. (© AP/dapd)

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat es am Montag gegenüber seinem griechischen Amtskollegen Dimitris Avramopoulos abgelehnt, das Reformpaket für Griechenland aufzuweichen. Einige Kommentatoren kritisieren, dass die abweisende Haltung Berlins die sozialen und politischen Spannungen in Griechenland verschärft. Andere werfen Athen vor, mit der groben Verletzung von Absprachen jeglichen Kredit verspielt zu haben.


Elsevier - Niederlande

Griechenland hat seinen Kredit verspielt

Bundeskanzlerin Angela Merkel sollte dem griechischen Premier Antonis Samaras bei seinem Besuch Ende der Woche in Berlin keinen Aufschub bei der Umsetzung der Reformen geben, meint das rechtskonservative Nachrichtenmagazin Elsevier: "Bereits im Juni hat Samaras darum gebeten. Damals lautete die Antwort der Troika: Nein. Die Geldgeber, die in den vergangenen Jahren die häufigen groben Verletzungen der Absprachen großzügig übersahen, waren mit ihrer Geduld am Ende. Zurecht. Und man kann nur hoffen, dass sie standhaft bleiben. Nicht nur weil Bedingungen dazu da sind, eingehalten zu werden. Sondern auch weil ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone die Euro-Länder viel weniger kosten würde, als wenn sie die Rettungsoperation völlig ausführten. Das hat unter anderem das deutsche Forschungsinstitut Ifo ausgerechnet. Finanziell gibt es kaum einen Grund, Griechenland zu retten. Vereinbarungen wurden gebrochen. Griechenland hat seinen Kredit verspielt." (21.08.2012)


To Vima Online - Griechenland

Deutsche Panikmache verschärft Krise

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat bei einem Treffen mit seinem griechischen Amtskollegen Dimitris Avramopoulos gesagt, der Schlüssel für den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone liege in Athen. In den vergangenen Wochen hatten mehrere deutsche Koalitionspolitiker einen Austritt Griechenlands für möglich erklärt. Die linksliberale Online-Zeitung To Vima kritisiert die Haltung der Deutschen: "Was wollen sie mit der Panikmache erreichen, ein paar Tage vor dem Besuch von Samaras in Berlin? Bevor sie überhaupt hören, was ihnen der Premier sagen will? Sehen sie nicht, verstehen sie nicht, dass diese kontinuierliche aggressive Haltung nicht Griechenland hilft, sondern das Klima der sozialen und politischen Spannungen verschärft? ... Die Krise in Griechenland und ganz Europa kann nicht mit Drohungen und Erpressung bewältigt werden. Die europäische und vor allem die deutsche Führung müssen erkennen, dass mit halben Sachen und Panikreaktionen der Euro in Gefahr gebracht wird. Und der Preis eines möglichen Zusammenbruchs der Euro-Zone wäre nicht nur für das leidende Südeuropa schmerzhaft, sondern auch für den reichen Norden." (21.08.2012)


Expansión - Spanien

Schnell auf Athens Forderungen reagieren

Europas Politiker müssen sich zügig entscheiden, wie sie mit Griechenlands Forderung nach mehr Flexibilität bei der Rückzahlung der Kredite umgehen sollen, fordert die konservative Wirtschaftszeitung Expansión: "Derzeit ist nur sicher, dass jegliche Entscheidung der EU zu Griechenlands Zukunft sofortige Auswirkungen auf die Gemeinschaftswährung haben wird. Räumt man der griechischen Wirtschaft mehr Spielraum ein, könnten sich Länder wie Spanien und Italien über die harten Sparmaßnahmen beschweren, die man ihnen für punktuelle Hilfen abverlangt. Das Problem ist, dass jegliches Abweichen von der Sparpolitik von den Investoren hart bestraft wird. Die andere Alternative wäre es, hart zu bleiben gegenüber den griechischen Forderungen. Das könnte zum Bankrott des Landes führen und sogar zu dessen Euro-Austritt - eine Krise, die schwerer zu überwinden wäre als der Fall von Lehman. Die perfekte Lösung gibt es nicht. Aber die europäischen Politiker müssen jetzt schnell ihre Karten auf den Tisch legen." (21.08.2012)


» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 21. August 2012

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