Top-Thema vom Dienstag, 28. August 2012
Republikaner schicken Romney ins Rennen

Donnerstagabend will Romney auf dem Parteitag in Tampa seine Rede halten. (© AP/dapd)
Auf ihrem Parteitag in Florida wollen die Republikaner am heutigen Dienstag Mitt Romney zu ihrem Kandidaten für die US-Präsidentschaftswahlen im November küren. Romney versucht, sich mit einem Rechtsruck zu profilieren, meinen Kommentatoren und halten einen Sieg gegen Sympathieträger Barack Obama für unwahrscheinlich.
Hospodářské noviny - TschechienRomney muss endlich Klartext reden
Mitt Romney muss auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner endlich den Draht zu den Menschen in den USA finden, denn ohne den hat er als Präsidentschaftskandidat kaum Chancen, meint die wirtschaftsliberale Tageszeitung Hospodářské noviny: "Er muss den Amerikanern sein menschliches Gesicht zeigen. Denn Obama ist ihnen persönlich viel näher und sympathischer. Gleichzeitig muss Romney sein politisches Programm klar definieren und Visionen präsentieren, die anders sind als die von Obama. ... Romneys Problem ist, dass wir bisher nicht wissen, was er über eine Reihe von Schlüsselthemen denkt. Bei den Themen Steuern, Gesundheitsreform, Einwanderung und Waffenkontrolle oder auch beim für die Amerikaner wichtigen Thema Abtreibung war Romney in der Vergangenheit ein Wendehals und hat seine Haltung zum Teil grundsätzlich geändert. Das ist ein Grund, weshalb die Wähler bislang nicht zu Romney finden. Auch wenn sie mit Obama nicht unbedingt einverstanden sind - an dessen persönlichem Engagement zweifeln sie nicht. An dem Romneys bislang schon. Nur wenn Romney klar sagt, wer er ist und was er dem Land bringen will, kann das Weiße Haus für ihn erreichbar werden." (28.08.2012)
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Les Dernières Nouvelles d'Alsace - FrankreichRepublikaner rücken an rechten Rand
Mit der Kür von Paul Ryan zu seinem Vize rückt Mitt Romney ein gewaltiges Stück nach rechts, so dass die USA im November zwischen zwei Weltanschauungen wählen können, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, bemerkt die Regionalzeitung Les Dernières Nouvelles d'Alsace: "Romneys Programm ist in einem Maße nach rechts abgeglitten, wie man bei einem Kandidaten der 'Grand Old Party' seit einem Jahrhundert nicht mehr erlebt hat. Dies hat den Wahlkampf, der zuvor so vor sich hin plätscherte, wieder angefacht. Der Ex-Gouverneur von Massachusetts hat jene zum Schweigen gebracht, die ihn für zu weich hielten, für einen Mann ohne Format. Indem er Paul Ryan, das Idol der Tea-Party-Bewegung, als seinen Vize wählte, hat er sich mit dem extremsten Rand seiner Partei verbündet. … Zugleich hat er die Frage in den Mittelpunkt gerückt, was für eine Gesellschaft die Amerikaner künftig anstreben. Am 6. November werden sich die Wähler nicht nur zwischen zwei Männern entscheiden müssen, sondern auch zwischen zwei Programmen und den mit diesen zusammenhängenden völlig gegensätzlichen Weltanschauungen." (28.08.2012)
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Financial Times - GroßbritannienHispanics sind Lackmustest für Republikaner
Wenn es Mitt Romney nicht gelingt, auch die Wähler der immer größer werdenden hispanischen Minderheit zu überzeugen, könnte dies sowohl ihm als auch seiner ganzen Partei zum Verhängnis werden, analysiert die wirtschaftsliberale Tageszeitung Financial Times: "Den Republikanern droht ein Teufelskreis. Viele der Wähler bei ihren Vorwahlen sind ältere, alteingesessene Anglo-Amerikaner, die mit der sich wandelnden Demografie in den USA hadern. Deshalb sind die Bewerber um die Nominierung als republikanischer Präsidentschaftskandidat mehr oder weniger gezwungen, sich in Einwanderungsfragen als Hardliner zu präsentieren. Doch eben diese Positionen schaden ihnen dann, wenn sie später in den landesweiten Wahlen auch die Hispanics ansprechen wollen. ... Die Unfähigkeit, die Stimmen ethnischer Minderheiten im Allgemeinen und der Hispanics im Besonderen zu gewinnen, stellt für die Republikaner bei dieser Wahl ein großes Hindernis dar - das das Team Romney-Ryan allerdings noch überwinden könnte. Doch spätestens bei künftigen Wahlen könnte dieses Problem der Republikaner fatale Auswirkungen haben. Romney steht in den kommenden Monaten ein harter Kampf bevor. Gut möglich allerdings, dass die, die ihm einst folgen, feststellen werden, dass er es noch vergleichsweise leicht hatte." (28.08.2012)
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