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Top-Thema vom Mittwoch, 21. November 2007


Subventionsabbau für die europäische Landwirtschaft


Die EU will künftig weniger Geld für Agrarsubventionen ausgeben und die Mittel stattdessen in den Umwelt- und Landschaftsschutz lenken. So steht es in einem Entwurf für die Vereinfachung und Modernisierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), den EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel gestern vorgelegt hat.


La Libre Belgique - Belgien

Der Agrarökonom Jean-François Sneessens äußert im Gespräch mit Olivier le Bussy, die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ergebe sich logisch aus dem, was bislang unternommen wurde. "Einerseits ist das eine Anpassung an die Forderungen der WTO, andererseits hängt es mit der Entwicklung der EU selbst zusammen. Bei 27 Ländern ist eine GAP immer schwerer ausführbar. Deswegen will die EU-Kommission eine Vereinfachung der Agrarpolitik... Die aktuelle Konjunktur ist für Getreide und Milch sehr günstig, das macht das Vorhaben der Kommission einfacher. Aber die Preise werden nicht immer so hoch bleiben. Die Idee ist, dass man keine Quotenregelung mehr braucht. Ich glaube allerdings, dass die Kommission ein bisschen zu optimistisch ist, weil die Marktentwicklung schwer vorherzusehen ist. Insofern sind Regulierungsmechanismen etwas verlässlicher." (21.11.2007)


Der Standard - Österreich

Ganz wegfallen dürfen die Agrarsubventionen nicht, findet Michael Moravec mit Blick auf die österreichischen Bauern. "Denn in Österreich arbeiten viele Höfe trotz der guten Einkommensentwicklung an der Grenze zwischen Weitermachen oder Zusperren. Und was beim Zusperren auf der Strecke bleiben würde, sind auch die Aufgaben, die mit Landschaftspflege umschrieben werden: Im Fremdenverkehrsland Österreich ist es von hoher Bedeutung, dass Wiesen und Almen nicht verwildern, Waldwege gepflegt werden und dörfliche Strukturen nicht noch weiter zerfallen, als sie es schon sind. Die 'Modernisierung' der EU-Agrarpolitik ist völlig richtig: Weg von der Stützung der Produktion für die spätere Vernichtung, weg von Weinseen und Butterbergen, hin zu einer Prämie für die Erhaltung einer Kulturlandschaft - und die stärkere Förderung von Landwirten in schwierigem Umfeld: In den Bergen sollte es bewirtschaftete Höfe geben, auch wenn dies viel kostet." (21.11.2007)


Berliner Zeitung - Deutschland

Werner Balsen lobt den Vorschlag der EU-Agrarkommissarin. Der Moment hätte "kaum günstiger" sein können, meint er. "Vielen Bauern zwischen Lappland und Andalusien geht es wegen der hohen Milch- und Getreidepreise so gut wie lange nicht. Da kann man das Förderinstrumentarium, mit dem die Europäische Union die Landwirte päppelt, gut zur Debatte stellen. Gerade haben Nordrhein-Westfalen und Brandenburg offen gelegt, wer in den Bundesländern in welcher Höhe von den Mitteln aus Brüssel profitiert - oft genug sind das Großgüter und Nahrungsmittelkonzerne... Fischer Boels' Vorschläge sind zukunftsweisend, weil sie großen landwirtschaftlichen Betrieben die Fördermittel kürzen und mit diesem Geld für eine umweltgerechtere Landwirtschaft sorgen wollen, die den Herausforderungen von Klima- und Artenschutz gewachsen ist... Der fast reflexartig einsetzende Protest aus Berlin ist deshalb nicht nachzuvollziehen - auch wenn mit dem Osten Deutschlands eine strukturschwache Region stark von den Brüsseler Änderungen betroffen wäre." (21.11.2007)


» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 21. November 2007

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