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Top-Thema vom Mittwoch, 2. Januar 2008


Malta und Zypern führen den Euro ein


Auf den Mittelmeerinseln Malta und Zypern, die seit 2004 EU-Mitglied sind, wird seit dem 1. Januar mit dem Euro gezahlt. 15 Länder gehören nun zur Eurozone.


Politis - Zypern

"Wir müssen die Einheitswährung behandeln wie ein Neugeborenes: Wir werden viel Zuneigung und Geduld brauchen, bis sie 'auf eigenen Füßen stehen kann'. Dann werden wir froh sein, sie 'adoptiert' zu haben", schreibt die zyprische Zeitung. "Der historische Währungswechsel, den Zypern erlebt, bedeutet Hoffnung für unsere Kinder. Sie werden mit den Problemen der Anpassung schon nichts mehr zu tun haben, denn den Anfang müssen die Erwachsenen bewältigen. Diese Veränderung wird die zyprische Wirtschaft und Gesellschaft weitgehend beeinflussen... Auf Zypern beginnt eine neue Ära, die vielleicht die Vereinigung der Insel nach sich zieht. Im seit 33 Jahren von der türkischen Armee besetzten Nordteil haben manche Läden beschlossen, den Euro zu akzeptieren, auch wenn er nicht die offizielle Währung ist. Außerdem ist auf den Euromünzen der Name der Insel auch auf türkisch genannt (Kibris). Wir sollten den Euro also als eine Gelegenheit betrachten, uns ein bisschen europäischer zu fühlen." (02.01.2008)


The Malta Independent - Malta

Die maltesische Zeitung meint, nach dem EU-Beitritt vor fast vier Jahren sei die Euroeinführung ein "logischer Schritt". "Manche hatten gedacht, Malta müsse mit diesem wichtigen Schritt noch länger warten. Doch durch seinen Fortschritt konnte das Land die Kriterien in relativ kurzer Zeit erfüllen. Und so haben wir nun Euroscheine und -münzen in der Hand. Wir haben uns gut auf diesen Tag vorbereitet und das nationale Euro-Einführungskommitee, das den Übergang so reibungslos wie möglich gestalten sollte, hat gute Arbeit geleistet... Wer noch nicht begonnen hat, in Euros zu denken, sollte das jetzt tun. Man sollte nicht Euros im Geiste in Lira zurück konvertieren. Je schneller wir lernen, den Wert des Euro zu schätzen und die Lira zu 'vergessen', umso schneller werden wir uns an die neue Währung gewöhnen." (01.01.2008)


The Independent - Großbritannien

"Die Geschichte des Euro kommt vor allem den europäischen Bürgern zu Gute", stellt die britische Tageszeitung fest. "Der wichtigste Indikator für den Erfolg dieser Währung ist, dass es für Nationalstaaten immer noch erstrebenswert ist, Teil der Eurozone zu werden. Zypern und Malta sind gestern dazu gekommen und damit weitere 1,2 Millionen Menschen zu den bereits 320 Millionen Europäern, die mit der Einheitswährung zahlen. Beide Länder erwarten, dass ihre Wirtschaft einen Schub bekommt, weil sie nun leichteren Zugang zu den riesigen Märkten vor ihrer Tür haben. Vier weitere Länder, die der EU 2004 beigetreten sind, haben ihre Währung an den Euro gekoppelt. Die Eurozone wird in den kommenden Jahren kontinuierlich wachsen und damit stärker werden. Die Entscheidung unserer Regierung, gemeinsam mit Dänemark und Schweden draußen zu bleiben, erscheint zunehmend seltsam." (02.01.2008)


Süddeutsche Zeitung - Deutschland

Die Ausweitung der Eurozone sei gerade für die deutsche Wirtschaft positiv, findet Alexander Hagelüken. "In früheren Boom-Phasen wertete sich die Mark nicht nur zum Dollar, sondern parallel zu französischem Franc oder italienischer Lira auf - und verteuerte so Exporte nach allen Seiten. Heute hemmt die starke Heimatwährung Daimler und Co. weniger als früher, weil diese inzwischen die Hälfte ihrer Waren unverteuert in Länder verkaufen, die in derselben Währung bezahlen. Das ist gerade im Moment ein Segen. Der Aufschwung, gefährdet durch Finanzkrise und US-Konjunkturdelle, wird durch den Euro stabilisiert... Wie meist im Leben gibt es aber nichts geschenkt. Der Euro sichert Exporte, doch er importiert gleichzeitig Wettbewerb... In der Währungsunion genügt es nicht mehr, auf den nächsten Wahltermin zu schauen. Politiker müssen auch die Konkurrenz der Euro-Nachbarn beachten, sonst schaden sie ihren Wählern." (02.01.2008)


» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 2. Januar 2008

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