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Top-Thema vom Dienstag, 19. Februar 2008


Neue Hoffnung auf Wiedervereinigung Zyperns


Zyperns Präsident Tassos Papadopoulos ist überraschend abgewählt worden, über seine Nachfolge entscheidet am Sonntag eine Stichwahl. Sowohl der Kommunist Dimitris Christofias als auch der Konservative Ioannis Kassoulidis sind offen für eine Annäherung zwischen türkischen und griechischen Zyprern.


Cyprus Mail - Zypern

"Das Wahlergebnis war eine deutliche Absage an Papadopoulos unproduktive Haltung in der Zypernfrage, der trotz aller Beteuerungen darauf aus war, den Status quo zu erhalten", kommentiert die Tageszeitung. "Papadopoulos war nicht gewillt, aktiv zu werden und schien an Verhandlungen mit der anderen Seite nicht zu glauben. Er konzentrierte alle Bemühungen seiner Regierung auf die 'Aufwertung des Pseudo-Staats' durch die internationale Gemeinschaft... Demetris Christofias und Ionnis Kassoulides haben beide beteuert, dass sie im Fall ihrer Wahl die Initiative ergreifen, Gespräche mit der türkisch-zyprischen Seite aufnehmen und Vorschläge zur Überwindung der Blockade machen werden. Ob sie damit Erfolg haben werden, hängt auch von der türkischen Seite ab. Aber die Mehrzahl der Wähler hat zumindest gezeigt, dass sie einen Präsidenten wollen, der einen ernsthaften Versuch der Einigung unternimmt. Papadopoulos hat bewiesen, dass man ihm da nicht vertrauen kann." (18.02.2008)


Der Standard - Österreich

"Die Abwahl des eingefleischten griechisch-zypriotischen Nationalisten [Tassos Papadopoulos] macht den Weg frei für einen neuen Anlauf zur Wiedervereinigung der faktisch geteilten Insel", schreibt Julia Raabe. "Dass der türkisch-zypriotische Premier seine Gesprächsbereitschaft signalisiert hat, scheint die Hoffnungen auf Frieden zu bestätigen. Viel wird jetzt aber von der Türkei abhängen, die im Norden der Insel 40.000 Soldaten stationiert und zigtausende Festlandtürken dorthin übersiedelt hat. Die Haltung des Landes gegenüber Zypern - Ankara weigert sich bis heute, das EU-Mitglied anzuerkennen - ist eines der größten Hindernisse bei den Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der Union. Mit der einseitigen Unabhängigkeitserklärung des Kosovo und den Ankündigungen vieler EU-Staaten, Prishtina anerkennen zu wollen, hat Ankara aber soeben neue Munition erhalten, um auf eine unabhängige 'Türkische Republik Nordzypern' zu pochen." (19.02.2008)


Neue Zürcher Zeitung - Schweiz

Die Abwahl von Papadopoulos zeigt, dass Zypern noch eine Chance hat, schreibt Cyrill Stieger. Aber: "Wunder dürfen keine erwartet werden. Unter den Türkischzyprioten mehren sich die Stimmen, die sich mit einer endgültigen Teilung abfinden könnten. Sie fühlen sich ungerecht behandelt, denn ihnen wurde die für sie vor vier Jahren erstrebenswerte Vereinigung mit dem wirtschaftlich prosperierenden Süden verwehrt, der nun weitgehend allein von den Segnungen der EU-Mitgliedschaft profitiert, und dies trotz dem Nein der Griechischzyprioten zum Uno-Friedensplan. Viele Türkischzyprioten sind enttäuscht über Brüssel, das seine Zusage, den direkten Handel Nordzyperns mit den EU-Ländern zu erleichtern und damit die wirtschaftliche Isolation zu durchbrechen, wegen der Obstruktionspolitik Nikosias bisher nicht eingehalten hat. Die ökonomische Lage im Norden hat sich zudem verbessert, vor allem auch wegen des Wirtschaftsaufschwungs in der Türkei." (19.02.2008)


» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 19. Februar 2008

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