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Top-Thema vom Dienstag, 22. April 2008


Die Bank von England greift ein


Die Bank von England will mit einem milliardenschweren Notprogramm den Hypothekenmarkt stützen. Die Banken können risikoreiche Immobilienkredite vorübergehend gegen Staatsanleihen tauschen. Welche Auswirkungen hat das auf die britische Wirtschaft?


The Times - Großbritannien

"Die britischen Politiker hätten schneller akzeptieren müssen, dass die Finanzkrise auch den Rest der Wirtschaft bedroht. Die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank haben früher reagiert", schreibt die Tageszeitung. "Das Angebot der Bank von England, risikoreichere Hypotheken gegen sichere Staatspapiere auszutauschen, war eine vernünftige und einfallsreiche Antwort auf die Kreditkrise... Es ist besser, das Geld der Steuerzahler einem begrenzten Risiko auszusetzen, als einen Totalzusammenbruch eines von Panik beherrschten Bankensystems zu riskieren. Das könnte dazu führen, dass die derzeitige Knappheit an Darlehen zu einer Dauerkrise wird und für chronische Kopfschmerzen bei den Steuerzahlern sorgt... Die Politik kann nur dann Vertrauen in das Bankensystem schaffen, wenn sie zeigt, dass sie bereit ist, die Finanzmärkte zu stützen." (22.04.2008)


La Tribune - Frankreich

"Die moralisierende Haltung, die die Bank of England in den ersten sechs Monaten der Krise eingenommen hat, löst sich gerade auf", stellt Pascal Aubert fest. "Als die Finanzkrise am schlimmsten war und die Banken Geld brauchten, hat sich die britische Zentralbank, anders als ihre amerikanischen und europäischen Gegenstücke, geweigert, den Banken zu helfen. Mehrfach hat sich ihr Chef, Mervyn King, gerechtfertigt und erklärt, wer übertriebene Risiken eingehe, müsse den Preis für diese Habgier zahlen... Doch die Tugend musste sich der besorgniserregenden wirtschaftlichen Realität in Großbritannien beugen... Mervyn King und die Bank von England haben in dieser Angelegenheit also nur ihren Stolz verloren. Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, welches Risiko es für die britische Wirtschaft bedeutet hätte, wenn die Zentralbank des Landes im Namen von Prinzipien und Glaubwürdigkeit bei ihrer Ausgangsposition geblieben wäre." (22.04.2008)


El Mundo - Spanien

Die britische Labourregierung hat sich zu dieser drastischen Intervention durchgerungen, um eine Krise zu vermeiden, meint die Zeitung. "Jetzt muss man sehen, ob diese Maßnahme das Vertrauen in die Finanzmärkte erhöht und ob sie die Banken dazu bringen kann, den Konsumenten, die nach Krediten lechzen, mehr Geld zu leihen... Der Dringlichkeitscharakter der derzeitigen Situation erklärt eine solche Entscheidung zwar, dennoch ist es recht merkwürdig, dass am Ende der Staat die Fehler schlechter privater Führung ausgleichen muss. In Zukunft sollte es bessere Kontrollmechanismen geben, so dass man kein öffentliches Geld ausgeben muss, um mit diesem Finanzbedarf zu umzugehen." (22.04.2008)


» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 22. April 2008

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