Top-Thema vom Montag, 25. August 2008
Die Spiele sind aus
Gestern sind die Olympischen Spiele in Peking zu Ende gegangen. Im Vorfeld hatte es harsche Kritik an der chinesischen Führung wegen der Missachtung der Menschenrechte gegeben. Während der Spiele hielten sich internationale Regierungsvertreter jedoch mit Protest zurück. Die europäische Presse zieht Bilanz.
El Mundo - Spanien
Bei den Olympischen Spielen hat China gewonnen und der Westen verloren, befürchtet die spanische Tageszeitung El Mundo: "Die Olympischen Spiele in Peking 2008 sind bereits Geschichte und sie bedeuten einen nicht zu leugnenden Erfolg für China ... und sein totalitäres Regime. Peking hat erreicht, was es wollte: der ganzen Welt sein Wirtschaftswunder zu zeigen, seine Visitenkarte als Supermacht zu überreichen und Japan definitiv von der Protagonistenrolle in Asien zu verdrängen. ... Aber nach dem Glanz und dem Überschwang des sportlichen Ereignisses ist ein gewisser bitterer Nachgeschmack geblieben und das unbestimmte Gefühl einer Niederlage des Westens. ... Das Olympische Komitee hatte versichert, dass die Veranstaltung den Freiheiten im Land Auftrieb geben würde. Doch nichts dergleichen wurde erreicht. ... Die Flamme im Vogelnest-Stadion ist erloschen und es bleibt abzuwarten, ob sich die Fackel der Freiheit in China dauerhaft entzündet hat. Die Fakten laden zur Skepsis ein." (25.08.2008)
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Le Figaro - Frankreich
Laut dem Leitartikel der Tageszeitung Le Figaro hat China mit den Olympischen Spielen bewiesen, dass es auch ohne westliche Demokratie zur Wirtschaftsmacht werden konnte: "Peking hat seine Fähigkeit bewiesen, materielle und menschliche Mittel zu mobilisieren, die für solchen Riesenunternehmen notwendig sind. ... Bleibt das politische Kriterium. Die Priorität der chinesischen Behörden bestand darin, jeglichen Protest zu unterdrücken. ... Ohne das kleinste Zugeständnis an die Menschenrechte konnte sich die chinesische kommunistische Partei über die Anwesenheit der meisten ausländischen Regierungschefs freuen. ... China hat die Hoffnungen derer enttäuscht, die dachten, indem sie dem Land 2001 die Ehre gewährten, das Ereignis zu organisieren, würde es sich der Welt öffnen und sich in Richtung mehr Demokratie entwickeln. Nun, nein. ... China hat es nicht nötig, unser politisches System zu importieren, um sich als Industrie- und Handelsmacht durchzusetzen." (23.08.2008)
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Alle verfügbaren Texte von » Pierre Rousselin
Newsweek Polska - Polen
Das Wochenmagazin Newsweek Polska ist der Meinung, die Olympischen Spiele hätten zur Öffnung Chinas gegenüber der Welt beigetragen. "Die Welt macht sich Gedanken, ob die Olympischen Spiele China irgendwie verändern werden. Dort passiert nichts schnell und schmerzlos. Aber heute kommt dort eine neue Generation zu Wort - Menschen, die nach 1980 geboren wurden, als der Staat es den Familien praktisch verboten hat, mehr als ein Kind zu haben. Diese jungen Menschen sind gut situiert, ausgebildet, und Mao ist für sie eher eine Ikone der Popkultur als ein charismatischer Vorsitzender. In den 16 Tagen der Olympischen Spiele haben sich die jungen Chinesen sehr der Welt angenähert und sich für die Fremden geöffnet. ... Sie werden nun vieles daran setzen, dass es so bleibt." (25.08.2008)
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Alle verfügbaren Texte von » Michal Kobosko
Dnevnik - Slowenien
Mit den nächsten Olympischen Spiele in London kehrt das olympische Feuer nach Europa zurück. Dejan Kresnik, Kommentator der Tageszeitung Dnevnik, sieht in den nächsten vier Jahren viel Arbeit auf die britischen Organisatoren zukommen: "Als gestern in Peking nach einer Olympiade der Superlative der Vorhang fiel, begannen in London die Kopfschmerzen der neuen Organisatoren. ... Die Angst der Londoner Organisatoren ist berechtigt, denn eine Wiederholung Pekings ist eine 'Mission Impossible'. Nachdem Peking mit einem Budget von 43 Milliarden Euro alle Rekorde gebrochen hat, werden in Großbritannien die Rufe nach rationelleren Spielen immer lauter. Der Londoner Bürgermeister ist sogar davon überzeugt, dass die Spiele 2012 noch spektakulärer werden. Doch dafür werden die Herren mächtig in die Hände spucken müssen!" (25.08.2008)
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Alle verfügbaren Texte von » Dejan Kresnik
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