Top-Thema vom Freitag, 5. September 2008
Wandel durch Annäherung
Bei einem Vierer-Gipfel am Donnerstag in Damaskus hat Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy mit seinen Amtskollegen aus Syrien, Katar und der Türkei über den Nahost-Konflikt sowie den Atomstreit mit dem Iran diskutiert. Zudem möchte Sarkozy mit seinen Bemühungen Syrien aus der internationalen Isolation holen. Bringt der Gipfel Bewegung in die politische Entwicklung im Nahen Osten?
The Irish Times - Irland
Die Tageszeitung The Irish Times lobt die diplomatischen Bemühungen des amtierenden EU-Präsidenten Nicolas Sarkozy in Syrien: "Drei diplomatische Stränge waren diese Woche auf dem Tisch bei Präsident Nicolas Sarkozys Besuch in Damaskus: Syriens Beziehungen mit dem Libanon, Irans nukleares Anreicherungsprogramm und Versuche, Friedensverhandlungen zwischen Syrien und Israel zu starten. Es brauchte Mut für Herrn Sarkozy, sich in ein solch kompliziertes, aber miteinander verkoppeltes Feld zu wagen ohne die Gewissheit zu haben, dass es Fortschritt geben würde. Und so gering auch die Bewegung [in den Positionen] waren, die tatsächlich geschahen, war es zweifellos die Mühe wert. Indem er seine Rolle als französisches Staatsoberhaupt mit seiner jetzigen Präsidentschaft der EU verband, hat Herr Sarkozy eine sehr benötigte Energie und einige potenzielle Initiativen zu einem zu lange stagnierenden und vernachlässigten Feld der internationalen Politik gebracht. ... Trotz allem Mangel an sichtbarer Bewegung gestern, ist die Bereitschaft von Herr Sarkozy, Risiken einzugehen, ein erfrischender Wandel. ... Wenn solche Initiativen Resultate zeitigen, werden sie willkommen sein. Herr Sarkozy ist auf einer Lernkurve, aber auf einer notwendigen." (05.09.2008)
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Frankfurter Rundschau - Deutschland
Die Frankfurter Rundschau erkennt eine neue Richtung bei den europäischen Vermittlungsbemühungen im Nahen Osten. "Händeschütteln mit den Schurken? ... In das eingeschliffene Koordinatensystem von Gut und Böse im Nahen Osten ist Bewegung gekommen. Die EU unter der Führung des agilen französischen Präsidenten [Nicolas Sarkozy] versucht, neue Wege auszuloten. Denn die Europäer sind der von den USA inszenierten 'Achse des Bösen' eher widerwillig gefolgt. Und in den Friedensbemühungen mit Israel haben sich Staaten als neue Vermittler bewährt wie die Türkei und Katar, die auf arabischer und israelisch-amerikanischer Seite Vertrauen genießen. Auch Sarkozy hat sich geschickt positioniert. Die Ächtung Syriens durch Vorgänger Chirac hat er beendet, gleichzeitig in den Beziehungen Frankreichs zu Israel neues Vertrauen aufgebaut. ... Käme es zur Aussöhnung mit Syrien, könnte am Ende sogar eine Lösung des Atomstreits mit dem Iran winken." (05.09.2008)
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Alle verfügbaren Texte von » Martin Gehlen
Diário de Notícias - Portugal
Die Tageszeitung Diário de Notícias schreibt in ihrem Leitartikel über den Besuch des amtierenden EU-Präsidenten Nicolas Sarkozys in Damaskus: "Sarkozy nutzte erneut sein politisches Gewicht, um die Auflösung eines endlosen Konfliktes zu starten. Nach der Befreiung der FARC-Geisel und der Waffenruhe zwischen Russland und Georgien, hilft Sarkozy nun den türkischen Vermittlungen beim Friedensprozess zwischen Syrien und Israel. Das Treffen in Damaskus zwischen Sarkozy, Syriens Präsident Baschar el Assad, dem türkischen Regierungschef Recep Tayip Erdogan und dem Emir von Katar, Scheich Hamad bin Chalifa Al Thani, führte sofort zur Ankündigung der nächsten Verhandlungsrunde zwischen Syrien und Israel in zwei Wochen. ... Frankreich hat eine historische Beziehung zu Syrien und Libanon. Die Reise von Sarkozy nach Syrien beendet die eingefroreren politischen Beziehungen zwischen Frankreich und Syrien und füllt die Leere, die die Isolationspolitik ... der amerikanischen Bush-Administration gegen Assad hinterlassen hat. Dieser laufende Friedensprozess wird auch dazu führen, dass Libanon dasselbe von Israel verlangen und den politischen Einfluss von Iran über Syrien reduzieren wird." (05.09.2008)
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Le Figaro - Frankreich
Die Tageszeitung Le Figaro sieht in den Bemühungen des amtierenden französischen EU-Ratspräsidenten Nicolas Sarkozy eine gute Basis für die Zusammenarbeit mit den USA in Bezug auf den Nahost-Konflikt. "In Damaskus hat Nicolas Sarkozy die Rückkehr Frankreichs in die Debatte um die Zukunft des Nahen Ostens eingeleitet. ... Wenn die französische Diplomatie sich an allen Fronten ausbreitet, liegt das daran, dass Frankreich die EU-Präsidentschaft innehat und eine mögliche Lähmung nach dem irischen Nein zum Lissabon-Vertrag vermeiden will. ... Die Welt wartet aber auch auf die amerikanischen Wahlen vom 4. November. Kurz vor dem Ende der Herrschaft von George W. Bush gibt es offensichtlich eine Lücke zu füllen. ... In Damaskus hat Sarkozy den Boden für die Eröffnung direkter Verhandlungen zwischen Syrien und Israel bereitet. ... Das Vertrauen, das er mit den Vereinigten Staaten sowie mit Israel aufzubauen wusste, verleiht Sarkozy mehr Legitimität bei diesen Friedensbemühungen, ohne die Abwesenden zu verletzen. ... Egal wie das Ergebnis der amerikanischen Wahlen sein wird, ... der Nachfolger von George W. Bush wird sich nicht darüber beklagen können, dass er in Europa einen energischen Partner hat." (05.09.2008)
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Alle verfügbaren Texte von » Pierre Rousselin
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