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Top-Thema vom Dienstag, 20. Januar 2009


Obama wird Präsident


Heute legt Barack Obama als 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika seinen Amtseid ab. Selten zuvor stand ein neues Staatsoberhaupt derart im Blickpunkt.


Helsingin Sanomat - Finnland

Die Tageszeitung Helsingin Sanomat ist optimistisch, dass Obama in der Lage ist, das Ansehen der USA zu verbessern. "Die Erwartungen an Obama sind unverhältnismäßig hoch, und es wird Jahre dauern bis der Schutt aufgeräumt ist, den [George W.] Bush hinterlassen hat. Aber den guten Ruf der USA, sowie Rechtsstaatlichkeit und demokratische Spielregeln wiederherzustellen, das sind Dinge, die der neue Präsident sofort und schnell einleiten und implementieren kann. Und zum Glück haben seine letzten Reden auch die Überzeugung entstehen lassen, das Barack Obama dieses tun wird." (20.01.2009)


Diário de Notícias - Portugal

Portugals ehemaliger Staatschef Mário Soares zweifelt in der Tageszeitung Diário de Notícias nicht daran, dass Barack Obama seine Versprechen einhalten wird. "Obama tritt sein Amt während sehr schweren Zeiten an und die Erwartungen sind groß. Der junge humanistische Präsident will den amerikanischen Traum erneuern. ... Obama hat eine Wandlung versprochen, auch was die internationalen Beziehungen der USA betrifft, und wird sich anstrengen, dies zu verwirklichen. Ich zweifle nicht daran, dass er es schaffen wird." (20.01.2009)


Delo - Slowenien

Die Tageszeitung Delo schreibt: "Die Euphorie ist groß, die Erwartungen sind noch größer. Obama warnt zwar davor, dass sich die Lage erst noch verschlechtern kann, bevor sie sich verbessert. Doch es sieht so aus, als ob das Volk nach acht Jahren Zynismus und Sarkasmus neuen Antrieb bekommen hat. Dies kann wohl am besten durch Franklin D. Roosevelts Worte bei seiner Antrittsrede 1933 beschrieben werden: 'Das Einzige was wir zu fürchten haben, ist die Furcht'." (20.01.2009)


Les Echos - Frankreich

Die Wirtschaftszeitung Les Echos setzt sich mit den Herausforderungen für Obama auseinander. "Zwei Kriege und die schlimmste Rezession seit den 1930er Jahren: Die Herausforderungen, denen sich Barack Obama stellen muss, sind spektakulär. Der neue Präsident ist bereit für dieses Amt, für das er sich schon seit seiner ruhmreichen Wahl am 4. November und seit George W. Bushs Schritt in den Hintergrund, vorbereitet hat." (20.01.2009)


Der Standard - Österreich

Obama könne die großen Probleme, die er von seinem Vorgänger George W. Bush erbt, nur mit mehr Kooperation lösen, schreibt die Tageszeitung Der Standard. "Obama hält die globalen Schlüsselprobleme nur durch eine Kooperation für lösbar, die den Interessen anderer Nationen genauso dient wie der eigenen. Er verspricht, energische Diplomatie anzuwenden, Gewalt nur als letzten Ausweg einzusetzen. ... In Europa könnten die Erwartungen, dass sich die in Mitleidenschaft gezogenen transatlantischen Beziehungen schnell bessern, zu hoch sein." (20.01.2009)


Dagens Nyheter - Schweden

Die Stockholmer Tageszeitung Dagens Nyheter sieht mit dem Amtsantritt von Obama den Beginn einer neuen Zeitrechnung. "Die Chance ist da. Barack Obama wird wie alle Präsidenten die Interessen der USA in den Vordergrund stellen und nie einer internationalen Organisation das letzte Wort darüber lassen, wie, wo und wann amerikanische Truppen eingesetzt werden. Aber der zu starke Glaube an militärische Mittel wird durch einen stärkeren Glauben an die Diplomatie ersetzt werden." (20.01.2009)


România Liberă - Rumänien

Die Tageszeitung Romania Libera dämpft die Erwartungen an den neuen US-Präsidenten. "In diesen Tagen hält ein Großteil Amerikas und der Welt den neuen Präsidenten für eine Art Messias, einen Retter, einen Hoffnungsträger, der alle Probleme der Welt lösen kann, der alle Ungerechtigkeiten wieder gut machen und alle Wunden heilen wird. Barack Obama hatte bislang eine kurze, aber fulminante politische Karriere, daher weiß er wenig, über seine Kapazitäten als Präsident. Doch eines ist klar: Barack Obama ist kein Messias! Er ist nicht der Retter, der auf die Welt gekommen ist, um sie zu retten." (20.01.2009)


Postimees - Estland

Die Tageszeitung Postimees ist skeptisch, ob der neue US-Präsident die Aufgaben meistern kann. "Politische Gegner und enttäuschte Anhänger werden schon bald beginnen, Obama an seine Wahlversprechen zu erinnern, beispielsweise an einen raschen Abzug der US-Truppen aus dem Irak oder an die Schaffung von vier Millionen neuen Arbeitsplätzen - dies aber könnte sich als geradezu unmögliche Aufgabe erweisen. Obama muss jetzt zeigen, dass er die Massen nicht nur begeistern, sondern auch führen kann." (20.01.2009)


To Ethnos - Griechenland

Die Tageszeitung To Ethnos ist der Meinung, dass man dem neuen US-Präsidenten Zeit lassen muss, damit er die Erwartungen erfüllen kann. "Vielleicht hat er nicht so eine Regierung zusammengestellt, wie sie sich viele progressive Bürger in den USA und in der ganzen Welt wünschten. Vielleicht weiß er aber mehr als wir und gibt dem Realismus und dem Gleichgewicht den Vorrang. ... Wir müssen Zeit investieren, um herauszufinden, ob Obama wirklich eine wichtige Veränderung für die USA und der Rest der Welt darstellen wird." (19.01.2009)


Sme - Slowakei

Die liberale Tageszeitung Sme schreibt: "Amerika steht traditionell auf drei Pfeilern: der Prosperität seiner Wirtschaft, der Kraft seiner Armee und der Anziehungskraft des amerikanischen Modells. Alle drei sind heute geschwächt, ... selbst wenn die USA auch nach acht Jahren [George W.] Bush weiter faszinieren. ... Man kann Obama nur Glück wünschen. Wenn er Amerika aus der Krise herausführen kann, verbessert das in den Augen der Welt auch die Position des Westens und damit letztlich auch Europas." (20.01.2009)


» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 20. Januar 2009

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