Top-Thema vom Montag, 6. April 2009
Obama fordert eine Welt ohne Atomwaffen
US-Präsident Barack Obama will sich für die Abschaffung sämtlicher Nuklearwaffen einsetzen. In einer Rede am Sonntag in Prag kündigte er eine Reihe von Abrüstungsinitiativen an. Die europäische Presse bewertet den Vorstoß Obamas.
Information - Dänemark
US-Präsident Barack Obama habe bei der Kernwaffenfrage wichtige Zeichen gesetzt, schreibt die Tageszeitung Information. Es ist wichtig, die Verbreitung der Technologie zu stoppen und die friedliche Nutzung in einer internationalen Organisation zu organisieren. "Obama versteht, dass nur die USA als die größte Atommacht der Erde diese Bestrebungen anführen können und dass dies eine Zusage seiner Regierung notwendig macht, die amerikanischen Atomarsenale zu reduzieren. Das führt zu Legitimität und Handlungskraft gegenüber Nordkorea, dem Iran und nicht-staatlichen Akteuren, die Atomwaffen erwerben wollen. ... Barack Obamas Auftritte in London, Strassburg und Prag bestätigten vollends, dass dieser Präsident nicht nur ein talentierter Makler und Vermittler ist. Er wagt es auch, visionär zu denken, zu sprechen und zu handeln." (06.04.2009)
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Alle verfügbaren Texte von » Martin Burchardth
Delo - Slowenien
US-Präsident Barack Obamas Vision einer atomwaffenfreien Welt wird nur in die Geschichte eingehen, wenn die US-Diplomatie überall auf der Welt Veränderungen anregen wird. "Wenn das Russland von Dimitrij Medwedew und Wladimir Putin von nun an weniger anti-amerikanisch sein wird, könnte die Gleichung vielleicht aufgehen, obwohl einige US-Kommentatoren vermuten, das die Widerspenstigkeit des Iran Moskau heimlich sogar zusagt. Und auch die schnelle Stärkung der chinesischen Militärmacht bleibt das Problem der einzigen Weltmacht, wobei China den Vertrag über ein allgemeines Atomtestverbot nicht unterzeichnet hat. ... Wenn Obama nach Hause zurückkehrt, wird er [außerdem] die Frage beantworten müssen, warum er seinen Verbündeten in fast allen ihren Forderungen nachgegeben hat und als Gegenleistung nicht einmal ein Versprechen über eine Stärkung der europäischen Kräfte in Afghanistan bekommen hat." (06.04.2009)
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Alle verfügbaren Texte von » Barbara Kramzar
Právo - Tschechien
Jiří Hanák begrüßt in der linken Tageszeitung Právo die Vision des US-Präsidenten Barack Obama von einer atomwaffenfreien Welt, hat aber Zweifel, ob sie sich leicht umsetzen lassen wird. "Ich bin damit einverstanden, dass der Raketenschirm [in Polen und Tschechien] überflüssig wird, sollte der Iran sein Atomprogramm beenden. Nur hat der Iran die ausgestreckte Hand zu Verhandlungen bereits ausgeschlagen. ... Die einzige wirklich reale, weil kontrollierte Abrüstung gelang dem US-amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan und dem sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow, als sie die Bestände der gefährlichsten Mittelstreckenraketen auflösten. Damals aber saß die Sowjetunion am kürzeren Hebel, was heute bei Russland [aber] nicht der Fall ist. Und werden China, Pakistan, Indien, Frankreich, Großbritannien und Israel ihre atomaren Arsenale aufgeben? Ich habe den Eindruck, dass Obamas Wahlkampfmotto 'Yes we can' hier nur schwer funktionieren wird." (06.04.2009)
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Alle verfügbaren Texte von » Jiří Hanák
De Volkskrant - Niederlande
Die überregionale Tageszeitung De Volkskrant ist der Meinung, dass Nuklearwaffen als Abschreckungspotenzial international noch immer eine Bedeutung haben. "Der [US-]Präsident [Barack Obama] versprach, sich für eine weitere Reduzierung der nuklearen Arsenale einzusetzen. Das Ziel: eine Welt ohne Kernwaffen. Dass dieses Ziel noch weit weg ist, wie Obama selbst auch einräumte, wurde am selben Tag, als er in Prag seine Zuhörer begeisterte, knallhart durch Nordkorea bekräftigt, das sich um die internationalen Proteste nicht kümmerte und eine Langstreckenrakete abfeuerte. ... Diese Provokation, die vor allem Japan und Südkorea große Sorgen bereitet, zeigt noch einmal mehr, dass Abschreckung - auch mit nuklearen Mitteln - vorerst noch nicht aus der internationalen Gemeinschaft wegzudenken ist. Nichtsdestotrotz ist es erfreulich, dass das Ideal einer kernwaffenfreien Welt nun so deutlich von einem amerikanischen Präsidenten auf die Tagesordnung gesetzt wurde." (06.04.2009)
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Die Welt - Deutschland
Die konservative Tageszeitung Die Welt sieht US-Präsident Barack Obamas Vision einer atomwaffenfreien Welt mit Skepsis: "Zwar wäre es (zumindest in der Theorie) denkbar, sämtliche atomaren Sprengköpfe weltweit zu verschrotten. Das Wissen aber um die Produktion von Nuklearwaffen lässt sich nicht abwracken. Und Obamas Angebot, die Teilhabe an der friedlichen Nutzung der Nukleartechnik auszuweiten, unterstreicht diesen Aspekt. Denn der Weg von der zivilen zur militärischen Atomspaltung ist kurz. ... Gefährlicher würde die Welt auch, weil der Verzicht auf die Atombombe, deren politische Logik nach Hiroshima und Nagasaki in ihrer Nichtnutzung bestand, die konventionelle Rüstung ankurbeln würde. Wo Abschreckung schwindet, wächst die Bereitschaft zum Waffengang mit Panzern, Bombern und Infanterie." (06.04.2009)
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Alle verfügbaren Texte von » Ansgar Graw
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