Top-Thema vom Donnerstag, 16. Juli 2009
Goldman Sachs trumpft auf
Rund zehn Monate nach Ausbruch der globalen Finanzkrise hat die US-Bank Goldman Sachs ihren Gewinn im zweiten Quartal deutlich gesteigert und einen Überschuss von 3,4 Milliarden US-Dollar erzielt. Die europäische Presse bewertet den Milliardengewinn des Unternehmens vor dem Hintergrund der Krise.
Süddeutsche Zeitung - Deutschland
Der Gewinn von Goldman Sachs wäre schon vor der Krise sensationell gewesen und sei es heute umso mehr, schreibt die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Die Quartalsergebnisse dieser Woche geben einen Hinweis darauf, wie die Bankenwelt der Zukunft aussehen wird: Ein kleiner Kreis global operierender Banken geht gestärkt aus der Krise hervor. ... Auch wenn es einigen besser geht, der Bankensektor insgesamt ist noch lange nicht genesen und auf absehbare Zeit auf das Geld der Steuerzahler angewiesen. ... Die Vereinigten Staaten sind hier momentan im Vorteil, weil sie die Sanierung ihrer Banken schneller und aggressiver betrieben haben als die Europäer. ... Die Wirtschaft kann nur dann aus der Rezession finden, wenn es stabile und gesunde Banken gibt. ... Es reicht nicht, dass Goldman Sachs oder die Deutsche Bank gut geführt werden, es kommt auf die Stabilität des Gesamtsystems an. Im vergangenen Winter stand die Weltwirtschaft am Rande des Abgrunds. Wenn dies zu schnell vergessen wird, droht irgendwann wirklich eine Wiederholung der Katastrophe." (16.07.2009)
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La Tribune - Frankreich
"Die Finanzkrise hat nicht nur Opfer hervorgebracht", schreibt die Wirtschaftszeitung La Tribune. ... "Goldman Sachs (GS) geht noch stärker aus der Krise hervor und wird zum neuen Symbol der amerikanischen [unternehmerischen] Vorherrschaft, zusammen mit Microsoft, Google und Coca-Cola. Darf man nach dem Schock der Pleite von General Motors von nun an fragen: 'Ist für GS gut, was auch auch für Amerika gut ist?' ... Indem sie mit ihrer unverschämten Gesundheit und ihren steigenden Gewinnen für das zweite Quartal prahlt, gibt die Geschäftsbank der Wall Street wieder Glanz. Dort träumt man nur von einem: Von der Rückkehr zum 'business as usual'. ... Zugegebenermaßen hat die Krise, indem sie die Spreu vom Weizen trennte, die monopolistischen Tendenzen des Finanzkapitalismus verstärkt." (16.07.2009)
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Alle verfügbaren Texte von » Philippe Mabille
La Repubblica - Italien
Der Gewinn der US-Bank Goldman Sachs sei mit Vorsicht zu genießen, meint die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Goldman Sachs hatte [in der Krise] 10 Milliarden Dollar Subventionskredit vom Tarp, dem US-Rettungsfonds, bekommen. Nun weht ein ganz anderer Wind. Goldman Sachs hat nicht nur vor einem Monat die Anleihe zurückgezahlt, sondern ist auch zu den alten Lorbeeren zurückgekehrt. Beunruhigend dabei ist die Anhäufung von 11,4 Milliarden Dollar im ersten Quartal 2009, um die goldenen Boni bezahlen zu können. ... Ein weiterer Aspekt, der Diskussionen entfachen wird, ist die Möglichkeit, die Goldman Sachs gehabt hat, seine Spekulationsaktivitäten dank der Politik des Zugriffs auf billige Kredite zu finanzieren. Diese [Kredite] sollten den wirtschaftlichen Aufschwung und folglich die Beschäftigung begünstigen. Im Fall von Goldman Sachs haben sie aber zu massiven Gewinnen geführt." (15.07.2009)
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Expansión - Spanien
Der Milliardengewinn der US-Bank Goldman Sachs liefere noch keine klaren Aussagen über den Zustand des US-amerikanischen Bankensektors, meint die Wirtschaftszeitung Expansión: "Diese zweifelsohne sehr positiven Zahlen beweisen, dass die Verbesserung von Goldman Sachs im ersten Quartal [2009], ein Wachstum von 13 Prozent, kein Trugbild waren. Heißt das, dass die US-amerikanischen Banken bereits auf dem Weg der Besserung sind? Trotz des Rückgangs der Investment-Bank als unabhängiges Geschäftsmodell war Goldman Sachs keines der Finanzinstitute, das am stärksten von der Krise betroffen war. Deshalb wäre es ratsam, auf die Veröffentlichung weiterer Bilanzen zu warten (JPMorgan, Citibank und Bank of America werden das in den kommenden Tagen tun), um zu bestätigen, dass der Aufwärtstrend wirklich ein allgemeiner ist." (15.07.2009)
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