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Top-Thema vom Donnerstag, 17. Dezember 2009


Russland hält Nato hin


Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat zum ersten Mal Russland besucht. Bei einem Treffen mit Präsident Dmitrij Medwedjew am Mittwoch beschworen beide den Beginn einer neuen Phase der Zusammenarbeit. Auf mehr russische Unterstützung für Afghanistan konnten sie sich aber nicht einigen.


Hospodářské noviny - Tschechien

Nach dem massiven Eingreifen Russlands im Kaukasus im Jahr 2008 fror der Westen die Beziehungen zu Moskau ein. Jedem sei klar gewesen, dass dieser Zustand nicht ewig anhalten würde, schreibt die Wirtschaftszeitung Hospodářské Noviny zum Besuch von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in Moskau: "Der Hauptgrund dafür heißt Afghanistan. Der Westen hat sich dort in eine Lage manövriert, in der er jede Hilfe braucht. Und auch Moskau hat seine eigenen Erfahrungen mit radikalen Islamisten. ... Was heißt das in der Realität: Russland wird diskret weitere Trassen Richtung Afghanistan öffnen, womöglich wird es der afghanischen Armee und Polizei Waffen liefern. Das alles lässt es sich freilich bezahlen - mit Geld aus dem Westen. Damit Moskau den Hahn zur Hilfe weiter öffnet, müsste der Westen etwas anbieten. Und das da, wo der es nicht will: er müsste die Tür der Nato für Länder aus Moskaus Interessensphäre schließen." (17.12.2009)


Süddeutsche Zeitung - Deutschland

Russland wird der Nato in Afghanistan kaum helfen, meint die linksliberale Süddeutsche Zeitung. Deshalb seien die Bitten des Nato-Generalsekretärs in Moskau vergeblich: "Anders Fogh Rasmussen ... hätte sich auch ans Christkind wenden können. Nicht dass Moskau den Sinn militärischer Hilfe in Frage stellen würde. Zwar sind ein paar waidwunde Afghanistan-Generäle immer noch der Meinung, dort, wo die Sowjetunion gescheitert ist, werde auch niemand anderer siegen. Die politische Führung aber ahnt, wie fatal ein Scheitern der Nato am Hindukusch, also in nächster Nachbarschaft, wäre. Aber deshalb wird Moskau Brüssel nicht mit Wohltaten überschütten. Der Georgien-Krieg, der die Nato und Russland an den Rand des militärischen Zusammenstoßes brachte, ist nicht vergessen. Davon zeugt der russische Entwurf für eine neue europäische Sicherheitsarchitektur. Diese würde die Nato, wenn sie ihr beiträte, entweder lähmen oder überflüssig machen." (17.12.2009)


La Repubblica - Italien

Dreißig Jahre nach dem Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan könnte die russische Armee nach Kabul zurückkehre, schreibt die linksliberale Tageszeitung La Repubblica anlässlich des Besuchs von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in Moskau: "Die Aufforderung des Nato-Generalsekretärs ist positiv aufgenommen worden und hat sogar das Einverständnis des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai erhalten. ... Die Idee baut auf der Zusammenarbeit zwischen der Nato und der neuen Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit auf, zu der sieben Länder der ehemaligen Sowjetunion gehören. ... Die Beurteilung seitens des russischen Präsidenten Dmitrij Medwedjew und des Ministerpräsidenten Wladimir Putin ist insgesamt positiv, auch wenn es kleinere Meinungsverschiedenheiten gibt, aber das gehört wohl zu den Spielregeln der russischen 'Tandemokratie'. Im Klartext lauten ihre Worte: 'Wir sind dabei uns [mit der NATO] zu einigen'." (17.12.2009)


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