Top-Thema vom Freitag, 18. Dezember 2009
Haidar erzwingt Sieg gegen Marokko
Nach ihrem einmonatigen Hungerstreik in Spanien ist die Menschenrechtsaktivistin Aminatou Haidar am Donnerstag in ihre Heimat Westsahara zurückgekehrt. Damit hat sie sich gegen Marokko durchgesetzt, das die Westsahara kontrolliert und ihr die Wiedereinreise verweigert hatte.
El País - Spanien
Das Ansehen Marokkos ist nun beschädigt, meint die linksliberale Tageszeitung El País nach der Rückkehr von Aminatou Haidar nach Westsahara: "Die Glaubwürdigkeit Marokkos in Bezug auf seinen Umgang mit der Sahara-Autonomie hat stark gelitten. Mit der Behandlung von Haidar, die eine brutale Strafe erhalten hat, die in keinem Verhältnis zur ursprünglichen Tat der Aktivistin steht und die zudem ohne richterliche Anordnung und gegen die Menschenrechte verhängt wurde, hat die marokkanische Regierung gezeigt, dass Repression nach wie vor zu den Methoden gehört, mit denen Bewohner der Westsahara behandelt werden. Und sie hat die Sahara-Frage wieder auf die internationale Agenda gesetzt, wo sie in Vergessenheit geraten war, nachdem die Versuche einiger engagierter internationaler Vermittler wie [des ehemaligen US-Außenministers] James Baker gescheitert waren." (18.12.2009)
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La Repubblica - Italien
Den Einwohnern von Layoune, der Heimatstadt der Aktivistin Aminatou Haidar, ist trotz des Siegs nicht zum Feiern zu Mute, schreibt die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Heute leben etwa 100.000 Sahrauis unter lebensbedrohenden Umständen in den Flüchtlingslagern von Tindouf auf algerischem Gebiet. ... Seit 1991 hält der Waffenstillstand zwischen den Unabhängigkeitskämpfern der [militärischen und politischen Organisation in der Westsahara] Frente Polisario und dem marokkanischen Militär. Die Vereinten Nationen, die den von den Polisarios proklamierten unabhängigen Staat, die Demokratische Arabische Republik Sahara, nicht anerkannt haben, sind beim Vorschlag einer Volksabstimmung hängen geblieben. Diese wird vermutlich niemals stattfinden. Marokko zieht es noch nicht einmal in Erwägung, die Unabhängigkeit zuzugestehen. So lautet der Kommentar der Bürger: 'Aminatou, lass uns Frieden schließen, diese Erde will keinen neuen Bürgerkrieg, will keinen Bruderkrieg mehr, Allahs Wille geschehe'." (18.12.2009)
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El Mundo - Spanien
Die Rückkehr der Menschenrechtsaktivistin Aminatou Haidar nach Westsahara ist ein diplomatischer Erfolg für den sozialistischen Regierungschef Spaniens, José Luis Rodríguez Zapatero, meint die konservative Tageszeitung El Mundo: "Man muss Zapatero gratulieren für das glückliche Ende dieses Konflikts, der tragisch hätte enden können, zumal sich der Gesundheitszustand von Haidar in den letzten Stunden verschlechtert hatte, nachdem sie Blut gespuckt hatte und in das Krankenhaus von Lanzarote eingeliefert worden war. Der spanische Präsident stützte sich auf die USA und Frankreich, die zweifelsohne dabei geholfen haben, eine Einigung zu erzielen, die die Rückkehr der Sahraui ermöglicht hat." (18.12.2009)
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