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Top-Thema vom Mittwoch, 23. Dezember 2009


Weihnachten 2009


Von Santa Claus auf Diät, der Weihnachtslüge und dem schönsten Mythos der Menschheit: Die europäische Presse kommentiert Weihnachten.


La Vanguardia - Spanien

Der Weihnachtsmann hat Übergewicht und könnte der Bevölkerung so als schlechtes Vorbild in Sachen Ernährung gelten, heißt es in einer Studie, die im angesehenen British Medical Journal veröffentlicht wurde. Màrius Carol bangt in der Tageszeitung La Vanguardia um die Zukunft von Santa Claus und Co in einer politisch zu korrekten Welt: "Die heutige Welt ist so politisch korrekt, dass man befürchten muss, dass sie nicht wegen der Erderwärmung verschwinden wird, sondern wegen Einfrieren des Verstandes. ... Santa Claus ist eine Figur, die bislang nicht diskutiert wurde, aber sie hat keine Zukunft. In Kürze werden sie ihn auf Diät setzen und auf einen Heimtrainer verbannen (so wie sie auch schon Bibendum, das Symbol des Reifenherstellers Michelin, abgemagert haben). Aber noch schlimmer wird es kommen, wenn sie ihn wegen Tierquälerei an seinen Rentieren anzeigen." (23.12.2009)


Rue89 - Frankreich

Ab welchem Alter glaubt man nicht mehr an den Weihnachtsmann? Der Kinder- und Jugendpsychiater Yves Boudart warnt in einem Interview mit dem Nachrichten-Portal Rue89 davor, die Kinder durch eine brutale Enthüllung zu schockieren: "Der Zweifel schleicht sich im Allgemeinen zwischen der letzten Klasse des Kindergartens und dem Beginn der Grundschule ein. Dies findet schrittweise statt, wenn die Kleinen im Schrank schlecht versteckte Geschenke entdecken, oder wenn sie mit anderen Kindern sprechen, die nicht mehr an den Weihnachtsmann glauben. Aber manchmal wollen sie diesen Zweifel nicht bewusst werden lassen. Mit fünf oder sechs Jahren kann man ruhigen Gewissens mehrere Wahrheiten in seinem Kopf aufbewahren. Es ist wie bei der berühmten Frage: 'Wo kommen die kleinen Kinder her?' Es ist möglich die eigene Theorie neben derjenigen seiner Eltern existieren zu lassen. Ein Kind kann an den Weihnachtsmann glauben und gleichzeitig nicht glauben. ... Eltern spüren sehr gut, ob das Kind Lust hat, daran zu glauben, auch wenn es Zweifel äußert. Und wenn es wirklich daran zweifelt, sollte man sein Kind nicht belügen, indem man es für dumm verkauft." (22.12.2009)


168 óra - Ungarn

Weihnachten ist auch ein sehr schönes Fest, meint der stellvertretende Chefredakteur der linksliberalen Wochenzeitung 168 óra, András Jolsvai: "Die Geburt des Christkinds ist in meinen Augen einer der schönsten Mythen der Menschheit. Das Christkind verkörpert die Hoffnung, dass das Leben doch schön sein kann, und dass die Menschen doch vom Guten und der Nächstenliebe erfüllt sind. ... Weihnachten ist aber auch das Fest der Kinder. Unter dem Weihnachtsbaum werden wir alle für einen Moment wieder Kinder. Wir rufen uns all jene Weihnachtsfeste in Erinnerung, als wir wirklich noch daran glaubten, dass uns das Christkind ein kleines Fahrrad bringt, ... als wir vor Freude erschauderten, wenn wir ein Indianerbuch unter dem Geschenkpapier fanden, oder als wir unseren halben Arm für eine Schokoladenpraline auf dem Weihnachtsbaum geopfert hätten. Die Erinnerung an unsere Kindheit gehört zu diesem Fest, egal wohin uns das rasende Fließband des Lebens verschlägt." (23.12.2009)


Sega - Bulgarien

Die Finanzkrise hindert hunderttausende bulgarische Emigranten daran, über Weihnachten ihre Heimat zu besuchen, schreibt die Tageszeitung Sega: "Einige von ihnen haben nicht genug Geld verdient, um über die Feiertage zu verreisen, andere sind arbeitslos geblieben und können nicht zurück nach Hause. Entweder wegen der Fahrkarten, die sie sich nicht leisten können, oder wegen der Schulden, die sie in den Heimatorten gemacht haben, bevor sie ins Ausland gingen, um Geld zu verdienen. Jetzt warten sie auf die Feiertage, zusammengekauert in düsteren Mietwohnungen. ... Am Heiligen Abend werden tausende bulgarische Familien getrennt bleiben. Die stille und heilige Nacht wird nur vom Schluchzen der Menschen gestört, die weit weg vom Elternhaus sind." (23.12.2009)


» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 23. Dezember 2009

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