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Top-Thema vom Dienstag, 2. Februar 2010


Obama spart sich den Mond


US-Präsident Barack Obama hat den Haushalt für 2011 vorgestellt, mit dem das höchste Defizit seit dem Zweiten Weltkrieg bekämpft werden soll. Mit rigiden Kürzungen will er die Staatsfinanzen retten. Unter anderem soll die symbolträchtige Mondmission eingespart werden, was die europäische Presse für einen Fehler hält.


The Times - Großbritannien

Wegen des selbst verordneten Sparzwangs will US-Präsident Barack Obama das Mondfahrtprogramm der Nasa einstellen. Kurzsichtig findet das die Tageszeitung The Times: "Indem er beim Mondfahrtprogramm der Nasa spart, will Obama den Weltraumtransport kommerziellen Unternehmen überlassen, die nicht nur Crewmitglieder zu den Weltraumstationen bringen, sondern sich auch immer mehr um reiche Touristen kümmern. Seine Pläne werden die Politiker im Kongress entsetzen, die das bemannte Raumfahrtprogramm der Nasa als wesentlichen Grund für Nationalstolz sehen. Es ist zudem entscheidend für Amerikas Zukunft: Präsident Obama muss der Welt zeigen, dass die USA wissen, wo es in künftigen Jahrzehnten stehen will, und dass es die Vision und den Willen hat, dort hinzukommen." (02.02.2010)


Les Echos - Frankreich

Das Sparprogramm von US-Präsident Barack Obama kommt zu früh und zu heftig, meint die Wirtschaftszeitung Les Echos: "Um seine Entschlossenheit zu betonen, benutzt Präsident Obama ein starkes Symbol:  Er kündigt an, die geplanten Kredite für die zweite Mondmission einzufrieren, und macht damit dem chinesischen Wettbewerber und Gläubiger den Weg frei. ... Obamas Rede über Defizite und Schulden erinnert an frühere. Anstrengungen sind unerlässlich, notwendig, entscheidend, ... aber man muss damit unbedingt ein wenig warten. In den Industrieländern besteht bei diesem Punkt ein ziemlich breiter Konsens: Lasst uns den Aufschwung nicht töten, indem wir die öffentlichen Krücken zu schnell entziehen. Einverstanden. Außerdem sollten noch die Versprechen der Defizitreduzierung eines Tages eingelöst werden." (02.02.2010)


Expansión - Spanien

Der Sparkurs, den US-Präsident Barack Obama seinem Land verschrieben hat, wird erst spät die Staatskasse entlasten, meint die Wirtschaftzeitung Expansión: "Nach einem Jahr Präsidentschaft, in dem Obama den Aufschwung der USA an Stimuli geknüpft hat, ist der Moment gekommen, die Strategie zu wechseln. ... Sein Wirtschaftsteam warnt davor, dass das Defizit die Finanzen des Landes bedrohen könnte. Trotz der Dringlichkeit, die in Obamas Botschaft steckt, werden die Ausgaben erstmal weiter steigen - um drei Prozent in diesem Jahr - bis das Defizit eine Rekordhöhe von 1,56 Billionen Dollar erreicht, was 10,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht. ... Obama versteht, dass das Schaffen von Arbeitsplätzen immer noch Priorität hat, vor allem wegen der schlechten Umfrage- und Wahlergebnisse, wie man in Massachusetts gesehen hat. Das Land muss die destruktive Dynamik der vergangenen zwei Jahre stoppen, in denen mehr als sieben Millionen Arbeitsplätze verloren gegangen sind." (02.02.2010)


» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 2. Februar 2010

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