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Top-Thema vom Montag, 26. Juli 2010


Banken scheinen stressresistent


Den Krisentest für europäische Banken haben 84 von 91 bestanden. Durchgefallen sind die deutsche Hypo Real Estate, fünf spanische Sparkassen und die griechische Atebank. Eigentlich eine hohe Erfolgsquote, meint die Presse, doch sie bezweifelt, dass der Stresstest das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen kann.


Tages-Anzeiger - Schweiz

Nach dem ersten EU-weiten Test zur Belastbarkeit der Banken zweifelt der Tages-Anzeiger an der Aussagekraft der Ergebnisse: "Gerade mal 7 von 91 durchleuchteten Finanzhäusern sind hängen geblieben, und ihr Kapitalbedarf wird auf bescheidene 3,5 Milliarden Euro veranschlagt. Experten hatten demgegenüber mit einer Durchfallquote von 10 bis 15 Prozent und notwendigen Kapitalerhöhungen von 40 Milliarden und mehr gerechnet. Der Hauptkritikpunkt war und ist: Die Tests haben keinen Bankrott eines Eurolandes simuliert. Für die getesteten Banken bedeutet dieser Ausschluss, dass sich die Ausfälle auf ihren Beständen an Euro-Staatsanleihen selbst im Worst Case meist auf überschaubare Grössenordnungen beschränken. Für die Politik ist diese Sicht der Dinge durchaus folgerichtig, haben doch die Eurostaaten den Rettungsfonds im Umfang von 750 Milliarden Euro eben deshalb ins Leben gerufen, um einen Staatsbankrott zu verhindern. Entscheidend wird indes sein, ob sich die Finanzmärkte und vor allem die Banken selber der Politiker-Einschätzung anschliessen und somit die Testergebnisse als glaubwürdig und nachvollziehbar einstufen." (25.07.2010)


Diário Económico - Portugal

Den Stresstest haben 84 der 91 geprüften Banken bestanden. Eine gute Nachricht, meint die Wirtschaftszeitung Diário Económico und empfiehlt der Wirtschaft, das ebenso zu sehen: "Die europäischen Banken müssen nun den Realitätstest bestehen. Wir alle wissen, wie flatterhaft und nervös Investoren sind, und wie liebend gerne sie ihren Stress mit ihrer Umgebung teilen. Deshalb ist es nicht sicher, dass die Bankaktien heute schneller steigen als eine Rakete zum Mond. Die Schlüsselfrage lautet Glaubwürdigkeit. ... Es gibt aber Gründe für das bessere Abschneiden der Banken in Europa als in den USA - angefangen beim 'Timing'. Wir sind zwar noch in der Krise, die Wasser sind aber schon wesentlich ruhiger als zum Zeitpunkt, als die Tests auf der anderen Seite des Atlantiks gemacht wurden. Und verschiedene europäische Staaten haben bereits die Rekapitalisierung einiger ihrer Banken veranlasst, so dass sie nun eine gute Figur abgeben konnten. Deshalb sollten die Märkte im Zweifel das Vorteilhafte daran sehen und nicht die journalistische Position einnehmen: Je schlechter, desto besser." (26.07.2010)


Le Monde - Frankreich

Nach dem Stresstest für Banken gibt es starke Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit, die aber laut der Tageszeitung Le Monde unangemessen sind: "Die guten Ergebnisse der großen europäischen Banken beim Stresstest … sind kaum veröffentlicht und schon hagelt es Kritik. ... Macht die hohe Erfolgsquote im Vergleich zu den US-amerikanischen Bankentests die Prüfung unglaubwürdig? War das Szenario nicht streng genug? Die Benotung lasch? Aber die Bedingungen, auf denen die europäischen Tests beruhten, waren strukturell härter als die US-amerikanischen. Sie gehen von schwierigeren Umständen aus: Der von der Eurozone 2008/09 durchlebten Rezession hat man eine zweite folgen lassen. ... Indem Europa die Wirklichkeit lange geleugnet hat, nährte es selbst die Gerüchte über mögliche Bankenpleiten und verhinderte so, dass das Vertrauen an die Finanzmärkte zurückkehren konnte." (24.07.2010)


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