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Home / Presseschau / Archiv / Presseschau | 10.02.2006

 

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Die XX. Olympischen Winterspiele in Turin

Im italienischen Turin werden heute die XX. Olympischen Winterspiele eröffnet. Doch was ist Olympia - sportlicher Wettbewerb, Abwechslung oder nur noch Kommerz? Kommentatoren argwöhnen, dass das sich alle vier Jahre wiederholende Sportfest einem Athleten alles bietet - außer olympischen Geist. » mehr

Mit Artikeln aus folgenden Publikationen:
24 heures - Schweiz, Mladá fronta Dnes - Tschechien, The Times - Großbritannien, Postimees - Estland, La Gazzetta dello Sport - Italien

24 heures - Schweiz

"Sestrieres, Turin 2006. Kamerablick. Ein winterliches Postkartenbild, das die Fernsehsender in alle Welt ausstrahlen werden. Aber außerhalb des Blickfelds der Kamera ist alles völlig desolat." Kommentator Gilbert Pidoux kann nicht in die allgemeine Freude anlässlich der Eröffnung der XX. Olympischen Winterspiele einstimmen. "Es ist schwierig, einen brüderlichen und universellen Sportsgeist in diesem spekulationssüchtigen, überdimensionierten und entmenschlichten Trubel auszumachen, in dem die Preise ebenso schnell in die Höhe klettern wie die Skifahrer hinunterfahren, in dem der Verkehr lahmgelegt ist, gewaltsam in die Berglandschaft eingegriffen wird, einen haufenweise Polizisten ohne jeglichen olympischen Geist filzen, in dem Turin sechs Milliarden Francs ausgibt und sich verschuldet, bloß um seinen Namen auf den Ringen eingraviert zu sehen. Die Spiele haben ihre Seele verloren." (10.02.2006)

Mladá fronta Dnes - Tschechien

Tomas Macek beklagt zum Auftakt der Olympischen Spiele in Turin, wie sehr sich der Kommerz des Ereignisses bemächtigt hat. "Man spricht von einer olympischen Familie. Heilig ist die aber nicht, sondern erinnert eher an einen Clan von Geschäftsleuten aus den US-Serien 'Dallas' und 'Denver-Clan'. Allein für die Fernsehrechte aus Turin zahlten europäische und amerikanische Gesellschaften eine Dreiviertel Milliarde US-Dollar. Seien wir doch nicht naiv. Glauben wir wirklich, dass über die Vergabe der Spiele die Qualität der Kandidatenstädte entscheidet? Oder die olympische Tradition? Athen verlor den Kampf um die Jahrhundertolympiade 1996 gegen Atlanta, weil hinter den Amerikanern die einflussreiche Lobby von Coca Cola stand. Turin bekam die Spiele auch wegen des enormen Drucks von Fiat. Dieser Trend lässt sich nicht mehr stoppen. Olympia ist schon längst von einer rein sportlichen Aktion zu einer Sache der Politik, der Propaganda, des internationalen Geschäfts und des Showbusiness geworden." (10.02.2006)

The Times - Großbritannien

"Vor vier Jahren sind Millionen von Briten in den frühen Morgenstunden aufgestanden, um sich anzuschauen, wie Hausfrauen mittleren Alters wie verrückt mit einem Besen das Eis schrubben (beim Curling-Wettbewerb)." Trotzdem ist die Attraktion der Olympiade für die Zeitung "ein Winter-Paradox. In Großbritannien gibt es selten genügend Schnee, um Ski fahren zu können. Dennoch haben die Briten die meisten Wintersportdisziplinen erfunden: Cresta-Rennen, Bobfahren, Skeleton, Ski Alpin, Curling... Das zweite Paradox ist, dass Wintersport immer populärer anstatt elitärer wird. Das dritte ist, dass die meisten Wintersportarten absurd sind... Für Couch-Sportler ist es eine Erleichterung, dass stellvertretend jemand anderes draußen im Kalten ist und gefrorene Wunder vollbringt." (10.02.2006)

Postimees - Estland

In Estland gibt es zur Zeit genug Skandale – da sind die Olympischen Winterspiele in Turin eine willkommene Abwechslung, findet Kärt Anvelt. "Natürlich vor allem deshalb, weil mich Wintersport interessiert und mir das Anfeuern und Daumendrücken Adrenalinstöße verschafft... Aber es heißt ja auch, dass das Volk zufrieden ist, wenn man ihm Brot und Spiele gibt. Zirkus gibt es zur Zeit bei uns mehr als genug, aber man braucht nicht zu hoffen, dass er uns Zufriedenheit schenkt. Wie viele andere auch erwarte ich von den Olympischen Spielen einfach ein wenig Abwechslung." (10.02.2006)

La Gazzetta dello Sport - Italien

Eine Rarität: Der italienische Präsident selbst hat zur Feder gegriffen, um die olympische Hymne in der Sportzeitung anzustimmen. "Mit Überzeugung habe ich die Kandidatur Turins für diese Spiele persönlich unterstützt... Der Sport hat eine große Verantwortung der Gesellschaft gegenüber, vor allem für die Jugend." Mit einer gewissen Naivität ergänzt Carlo Azeglio Ciampi, dass "die Olympischen Spiele faire Konkurrenz lehren, bei der die Regeln eingehalten werden. Sie steigern die Tugendhaftigkeit des Menschen - spirituell und physisch. Sie sind ein Moment der Brüderlichkeit zwischen den Völkern." (10.02.2006)

REFLEXIONEN

Magyar Lettre Internationale - Ungarn

EU-Erweiterung und kulturelle Traditionen

Gabor Csordas, einer der wichtigsten ungarischen Verleger, ist überzeugt, dass die EU nicht erweiterungsfähig ist, "solange die Integration verschiedener gesellschaftlicher Erfahrungen nicht stattfindet... Die EU der 25 Länder besteht aus Nationen, die auf dem Kulturerbe des Römischen Reiches basieren... Mit Rumänien und Bulgarien kommen Länder mit byzantinischem Erbe hinzu, einer gänzlich anderen kulturellen Tradition. Wenn wir behaupten, diese Länder seien uns ähnlich, verweigern wir ihnen die Möglichkeit, ihren Beitrag zu einem gemeinsamen Europa zu leisten. Wir behaupten, sie seien nicht anders als wir – das heißt, sie dürfen nicht anders sein, was nichts anderes bedeutet, als dass sie uns ähnlich werden müssen." (01.01.2006)

Die Welt - Deutschland

Zafer Senocak über den "Krieg der Ignoranten"

Der Streit um die Mohammed-Karikaturen "hat keinen Krieg der Zivilisationen ausgelöst, sondern einen Krieg der Ignoranten", schreibt der deutsch-türkische Schriftsteller Zafer Senocak. Er warnt, dass die westliche Ignoranz gegenüber dem Islam den Islamisten in die Hände arbeitet: "Die Islamophobie, die sich im Westen Gehör verschaffen möchte, ist nur die Kehrseite des Islamismus. Längst ist es üblich geworden, Praktiken wie Zwangsehen oder Ehrenmorde, die mit der islamischen Religion nicht zu legitimieren sind, unter der Rubrik Islam abzuheften. Damit wird jenen, die eine eindeutige, nach islamischen Vorstellungen nicht zulässige Deutungshoheit über die Quellen der islamischen Religion beanspruchen, Fett aufs Brot geschmiert. Aus Dummheit? Oder weil die Globalisierung und das Zusammenrücken von Menschen unterschiedlicher Kultur und Nationalität auch die Menschen in Europa überfordern?" (10.02.2006)

La Libre Belgique - Belgien

Bescheidenere Aufgabenstellung für Europa

Im Moment ist die europäische Stimmung für "große Projekte und große Entscheidungen" nicht günstig, meint Philippe De Schoutheete vom Königlichen Institut für Internationale Beziehungen. "Deshalb ist es zweifellos besser, die Debatte um eine EU-Verfassung nicht sofort wieder aufzunehmen - obwohl sie wichtig ist -, sondern sich vorläufig an bescheidenere, aber konkrete Projekte zu halten. Wie findet man diese? Selbstverständlich durch die Themen, die den europäischen Bürger interessieren und die man in den Umfragen wiederfindet. So zum Beispiel in den gemeinsamen Bestrebungen im Kampf gegen Terrorismus, gegen grenzüberschreitende Kriminalität und illegale Einwanderung: also das Thema innere Sicherheit. Dann in den Bemühungen, das Gewicht Europas in der Welt zu maximieren, um so als internationaler Akteur den unvermeidlichen Weg der Globalisierung zu beeinflussen, zu kanalisieren: die äußere Sicherheit. Schließlich eine europäische Strategie für Wirtschaftswachstum und mehr Arbeitsplätze, die durch das Lissaboner Programm von 2002 offensichtlich nicht erreicht werden: also wirtschaftliche Steuerung." (10.02.2006)

POLITIK

Libération - Frankreich

Immigrationspolitik in Frankreich

Innenminister Nicolas Sarkozy hat am Donnerstag einen Gesetzentwurf zur "gesteuerten Immigration" vorgestellt. "Fünf Gesetze in zehn Jahren, davon allein zwei, die auf Nicolas Sarkozy zurückzuführen sind; Frankreich hört nicht auf, die Spielregeln für die Einwanderung zu ändern", schreibt Pierre Haski. "Hinter diesem neuen Entwurf, dessen Umsetzung man genauer beobachten sollte, damit er nicht bloß auf ein Ausräubern von Talenten aus den Entwicklungsländern hinausläuft, versteckt sich ein deutlich unfreundlicheres Gesicht: das einer Maschinerie, die Illegale produzieren wird, vor allem durch die reduzierte Zahl von Aufenthaltsgenehmigungen für Ausländer, die seit zehn Jahren auf französischem Boden leben, oder durch die schwieriger gewordene Familienzusammenführung. Dass es eine kleine Gruppe von Immigranten erster Klasse geben wird, sollte nicht die düsteren Aspekte dieser Politik verbergen." (10.02.2006)

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz

Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit

Fast täglich werden in Ungarn die Spitzeltätigkeiten bekannter Persönlichkeiten aufgedeckt, schreibt Susi Koltai. Betroffen sind unter anderen der Kardinal Laszlo Paskai, der populäre Fußballreporter György Szepesi oder der kürzlich verstorbene Kultregisseur Gábor Bódy. Besonderes Aufsehen erregte die Enthüllung der Stasi-Vergangenheit von Oscar-Preisträger István Szabó. "Dass in einer Diktatur fast jeder Mensch kompromittiert werden kann, ist traurig, aber Realität. Die Empörung über Szabós Vergangenheit scheint daher geheuchelt... Wenn sich nun die ungarische Öffentlichkeit mit Szabós Stasivergangenheit konfrontiert, demontiert sie eine weitere Vaterfigur. Vielleicht ist die Sehnsucht nach dem absolut Unbefleckten ja auch eine Sehnsucht nach der absoluten Autorität, einem Überbleibsel aus der Zeit des Personenkults im Sozialismus? Szabós moralische Integrität, wie sie sich in seiner Beschäftigung mit den Abgründen der menschlichen Existenz äußert, bleibt seiner nun etwas angeschlagenen Vergangenheit zum Trotz unangetastet." (10.02.2006)

ABC - Spanien

Neues Autonomie-Statut für Valencia

"Dass sich die Kongress-Abgeordneten der (konservativen) PP und der Sozialisten über das Autonomie-Statut der  Provinz Valencia geeinigt haben, ist eine gute Nachricht angesichts der bisher geltenden regionalen Strukturen. Der gute Wille zu verhandeln hat schließlich über die opportunistischen Interessen gesiegt", freut sich die Zeitung. "Der Konsens zweier großer überregionalen Parteien sollten nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein, wenn es um die territoriale Struktur des Staates geht. Zweifelsohne öffnet dieses Modell den Weg zur Selbstbestimmung der einzelnen Nationalitäten und Regionen, die die spanische Nation bilden... Allein der Vergleich mit dem Autonomie-Projekt in Katalonien zeigt, dass das Statut von Valencia ein Modell ist, um das bisherige System zu aktualisieren und zu verbessern." (10.02.2006)

WIRTSCHAFT

Diena - Lettland

Schweden will Unabhängigkeit vom Öl

Peteris Strautins kommentiert die Ankündigung von Mona Sahlin, Schwedens Ministerin für nachhaltige Entwicklung, den Ölverbrauch Schwedens bis 2020 drastisch zu senken. Für Strautins ist die schwedische Initiative beispielhaft, statt auf Öl und Atomenergie auf erneuerbare Energien, vor allem auf Biomasse, zu setzen. "Lettland sollte ähnliche Prioritäten setzen. Schweden will von Ölimporten unabhängiger werden, weil die Ölpreise instabil sind und ein ständiges wirtschaftliches Risiko bedeuten. In Lettland wiederum sind es vor allem die Gasimporte aus Russland, die ein ständiges politisches Risiko darstellen. Zum Glück stehen wir diesem Problem nicht hilflos gegenüber... Lettland ist wie Schweden dünn besiedelt, und wir haben viel ungenutzte landwirtschaftliche Fläche, auf der zur Zeit vor allem der Anbau von Raps zur Produktion von Rapsdiesel gefördert wird." (10.02.2006)

Sme - Slowakei

Neuwahlen und Wirtschaftsentwicklung

Die slowakische Regierung hat sich im Streit um einen Staatsvertrag mit dem Vatikan derart entzweit, dass im Juni vorgezogene Neuwahlen stattfinden werden. Der Slowakei-Beauftragte der Weltbank, Anton Marcincin, erklärt im Interview mit Lubos Jancik, dass er den wirtschaftlichen Aufschwung und die ehrgeizigen Reformen der Regierungskoalition dadurch aber nicht gefährdet sehe. "Die Investoren haben den Querelen in der Koalition lange zugesehen und mit ihnen gerechnet. Die Slowakei ist trotz allem auf einem guten Weg, den Euro im Jahre 2009 einzuführen. Ein Problem könnte nur dann entstehen, wenn die Regierung mit ihrer Budgetpolitik die angestrebte Senkung von Haushaltsdefizit und Inflation gefährden sollte. Das gäbe den Investoren ein negatives Signal, dass das Land nicht zu seinen Verpflichtungen steht." (10.02.2006)

La Vanguardia - Spanien

Wettbewerbsfähigkeit in der Autoindustrie

Die Zeitung begrüßt den Dreijahresplan von Renault-Chef Carlos Ghosn, der keinen Arbeitsplatzabbau vorsieht. "Im Werk von Valladolid, wie in allen Fabriken des französischen Konzerns, sieht man in Carlos Ghosn einen Mann, der Wunder vollbringt, und das Unternehmen ohne größere Schäden retten wird. Vielleicht schafft er es. Sicher ist aber, dass Renault und alle anderen europäischen Autobauer – nach Meinung von Experten –mittelfristig zu Fusionen und Umstrukturierungen in großem Stil gezwungen sein werden. Diesbezüglich könnten die spanischen Unternehmen, die auf billige Autos spezialisiert sind, eine schwere Zukunft vor sich haben. Ihre jeweiligen Direktionen sollten investieren, um das technische Niveau und die Produktivität zu erhöhen." (10.02.2006)

KULTUR

Times of Malta - Malta

Der Erhalt des kulturellen Erbes Maltas

"Malta bricht unter seinem kulturellen Erbe zusammen" – so äußerte sich kürzlich der maltesische Minister für Kultur und Tourismus, Francis Zammit Dimech. Ray Bondin hält dagegen: "Statt zu sagen, dass wir zu viele Kulturgüter haben, müssen wir mehr Aufmerksamkeit zeigen, unsere Arbeit besser organisieren und den Privatsektor miteinbeziehen. Wir müssen aktiv andere Formen der Finanzierung suchen. Wir müssen sicherstellen, dass unsere finanziellen Mittel gut verwaltet werden und wir die wenigen Profis, die wir in diesem Bereich haben, gut nutzen... Bei uns wird mit zweierlei Maß in dieser Sache gemessen. Alle möchten das kulturelle Erbe erhalten wissen, solange es nicht die persönlichen Interessen berührt." (10.02.2006)

Süddeutsche Zeitung - Deutschland

Kippenberger-Ausstellung in London

Die Londoner 'Tate Modern' widmet dem 1997 verstorbenen deutschen Künstler Martin Kippenberger zur Zeit eine große Retrospektive. Kippenberger, der keine Retrospektiven mochte, hätte diese Ausstellung jedoch gemocht, merkt Holger Liebs an, da die Londoner Kuratorinnen Kippenbergs "Liebe zum gezeigten Werk" ernst genommen hätten. Liebs beschreibt, warum die Briten Kippenberger so mögen: "Für die Briten ist dieser seltsame Deutsche mehr oder weniger Neuland; man siedelt ihn zwischen dem überdrehten Pop der Young British Artists und dem politischen Beuys an. Besonders deutsche Schuldgefühle finden die Insulaner bemerkenswert: Keine Kritik kam ohne Verweis auf die Skulpturenserie 'Martin, ab in die Ecke und schäm dich!' (1989) aus. Kippenbergers Selbstporträts als Eckensteher, zum Teil mit hochrotem Kopf, durchziehen die Schau als running gag - er fertigte sie nach Vorwürfen an, er habe Nazisymbole benutzt." (10.02.2006)

MEDIEN

Der Standard - Österreich

Verantwortung im Karikaturenstreit

Als "Gatekeeper" oder "Türsteher" der Medienwelt entscheiden Journalisten, welche Informationen veröffentlicht werden, schreibt Rainer Schüller und appelliert an die Verantwortung der Medien im Karikaturen-Streit. "Es ist schlicht unnötig zu 'beweisen', dass Extremisten auf Provokationen extrem reagieren. Die Gatekeeper hätten das Tor also besser zugelassen, denn jetzt tobt der Krieg um einen Witz, mit bereits einigen Toten und immer absurderen Auswirkungen wie der Gegenoffensive durch den iranischen 'Holocaust-Wettbewerb'." Die Medien tragen daran "eine Mitschuld: Sie haben die Suppe mit eingebrockt und sollten jetzt mit dafür sorgen, dass sie auch wieder ausgelöffelt wird. Und hier sind wir wieder bei den TürsteherInnen: Geschichten, die zwar möglicherweise viel Auflage/viele Internetzugriffe versprechen (z.B. der Plan einiger auch europäischer Zeitungen, nun auch 'Holocaust-Cartoons' zu veröffentlichen), aber sicher zur weiteren Eskalation beitragen, darf kein Eintritt mehr gewährt werden." (10.02.2006)

LOKALE FARBEN

The Daily Telegraph - Großbritannien

Beschimpfungen als Frust-Ventil

Kolumnist Tom Utley teilt die Empörung über die "entsetzliche Grobheit", die seine Frau erdulden muss, seitdem sie vor 18 Monaten Busfahrerin in London geworden ist. "Kein Zweifel, viele der Leute, die meine Frau eine 'f------ c---' nennen, hatten einen schlechten Tag auf der Arbeit und würden ihre Beleidigungen lieber ihren Chefs an den Kopf werfen. Ihren Ärger lassen sie stattdessen am Busfahrer aus, weil das sicherer ist. Es muss ein tolles Gefühl sein, zu glauben, dass jemand in der Hackordnung unter uns steht. Aus welchen Gründen oder Entschuldigungen auch immer: Es ist schrecklich, dass so viele Briten unbedacht ihre Schimpftiraden auf Fremde niederprasseln lassen. Laut meiner Frau haben Schulkinder die schlimmsten Beleidigungen auf Lager, was für die Zukunft nichts Gutes verheißt. Ich würde so gern wissen, was man dagegen tun kann." (10.02.2006)

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