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Home / Presseschau / Archiv / Presseschau | 04.04.2006

 

TOP-THEMA

Endspurt im italienischen Wahlkampf

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat sich in einem Fernsehduell noch einmal seinem Kontrahenten, dem ehemaligen EU-Kommissionspräsidenten Romano Prodi, gestellt. Europäische Kommentatoren wünschen Berlusconis Mitte-Rechts-Bündnis bei den Parlamentswahlen keinen weiteren Sieg, sehen aber auch politische Gefahren, falls Prodis Mitte-Links-Bündnis gewinnt. » mehr

Mit Artikeln aus folgenden Publikationen:
Financial Times - Großbritannien, La Repubblica - Italien, Jyllands-Posten - Dänemark, Der Standard - Österreich, Rzeczpospolita - Polen, Tribune de Genève - Schweiz

Financial Times - Großbritannien

Tony Barber kommt nach einer Analyse des letzten Fernsehduells zwischen Silvio Berlusconi und Romano Prodi zu dem Schluss, die Veranstaltung habe nur eine wohlbekannte Spaltung zementiert, aber keine einzige Lösung für die drängenden Probleme des Landes geboten. "Am auffälligsten ist, dass beide Bündnisse viele Fragen unbeantwortet lassen, vor allem wie man die Produktivität Italiens steigern und so seine Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen kann... Die Ambivalenzen und Lücken in den Programmen der Bündnisse zeigen unklare Standpunkte und dass es sich um Zusammenschlüsse unterschiedlicher Parteien handelt, die manchmal widersprüchliche Interessen vertreten... Diese innere Gespaltenheit der Bündnisse geht auf kulturelle und historische Spannungen in Italien zurück: Linke gegen Rechte, Norden gegen Süden, Katholiken gegen Anhänger des Laizismus, Reiche gegen Arme, Stadt gegen Land." (04.04.2006)

La Repubblica - Italien

Curzio Maltese vergleicht das Abschneiden der beiden Kandidaten beim Fernsehduell. "Nach einem etwas unsicheren Start ist Prodi, der Dieselmotor, bei dieser zweiten Begegnung deutlicher als Sieger hervorgegangen als beim ersten Mal. Berlusconi wiederum hat seine Rolle gespielt... Das Duell zeigt, dass er ein großer Kommunikator im Wild-West-Stil ist... Ansonsten hat er sich anderthalb Stunden lang über seine Verbündeten und seine böswilligen Gegner ausgelassen und über die wirtschaftliche Situation lamentiert... Die Abschaffung der Wohnungssteuer (die Berlusconi in letzter Minute für den Fall seiner Wiederwahl vorschlug und so eine Entgegnung verhinderte) ist eine nostalgische Wiederbelebung seines Traums von 2001, eine verzweifelte Geste des Spielers, der spürt, dass er zu verlieren droht." (04.04.2006)

Jyllands-Posten - Dänemark

Per Nyholm zeichnet ein Porträt der beiden Kontrahenten im italienischen Wahlkampf. In jedem anderen Land, so der Tenor seines Artikels, würde Romano Prodi klar gewinnen, Italien aber sei Italien, und dort gelten eigene Gesetze: "Beide sind authentische Typen, beide sind sehr italienisch... Prodi ist der leicht verwirrte Akademiker, ein berühmter Ökonom, der Fahrrad fährt, ein wenig zu ehrlich, ein wenig langweilig, nicht gerade eine Stimmenfänger. Bei Berlusconi ist das anders. Er ist der Held der Bühne – elegant, oberflächlich, witzig, scharf, ein wenig zu italienisch nach Meinung von Italiens Nachbarn. Er hat sich selbst mit Churchill, Napoleon und Jesus verglichen... Prodi ist klug und seriös - man liebt ihn, aber bewundert ihn nicht. Berlusconi ist der Mann der Werbung und des Fernsehens, ewig manipulierend - man bewundert ihn, aber liebt ihn nicht." (04.04.2006)

Der Standard - Österreich

Hans Rauscher empört sich, dass der österreichische Kanzler Wolfgang Schüssel Berlusconi im Wahlkampf "Alles Gute, lieber Silvio" gewünscht hat. "Berlusconi ist ein schlechter, weil uninteressierter und nur auf den eigenen Vorteil bedachter Europäer. Seine Wiederwahl wäre eine Katastrophe für Italien, das jetzt schon am Rande undemokratischer Verhältnisse dahintaumelt, und für Europa - wegen der Beispielwirkung. Was ist in Schüssel gefahren, für diesen gefährlichen Scharlatan eine derart warmherzige Wahlempfehlung abzugeben? Noch dazu, wo die meisten anderen christdemokratischen Parteien Berlusconi nur mit der Wäscheklammer auf der Nase begegnen, wo sein Gegenkandidat Romano Prodi ein aufrechter Linkskatholik ist und Italiens Finanzen schon einmal saniert und für den Euro reif gemacht hat?" (04.04.2006)

Rzeczpospolita - Polen

"Falls Berlusconi verliert, zerfällt die italienische Linke wie ein Kartenhaus", prophezeit Piotr Kowalczuk. "Die Koalition Prodis ist ein Sammelsurium aus Parteien und Gruppierungen, die eins gemeinsam haben: den Hass auf Berlusconi. Wenn man keinen Wählerschreck mehr hat, wird unausweichlich Krieg herrschen. Prodis Koalition ist nämlich eine unglaubliche Mischung aus Christdemokraten, reformierten und nicht reformierbaren Kommunisten, Grünen, Globalisierungsgegnern,... Liberalen und Anarchisten... Gewinnt Prodi, wird Italien zwangsläufig nach links abbiegen, die Beziehungen zu den USA lockern, sich enger an Frankreich und Deutschland binden. Und die Freundschaft mit Putins Russland wird weiterhin blühen, weil die italienische Linke die Liebe zu Russland in den Genen hat." (04.04.2006)

Tribune de Genève - Schweiz

Die Kandidaten im italienischen Wahlkampf haben sich nicht mit dem Thema Mafia beschäftigt, stellt Fedele Mendicino fest. "Es herrschten die klassischen Themen: Steuern, Arbeit, Wachstum. Und es gab heiklere Themen wie die drohende Rückkehr des Stalinismus oder das Aussterben der italienischen Rasse, hervorgerufen durch Schwule, die sich mit illegalen chinesischen Einwanderern verbünden. Der italienische Wahlkampf war nicht pragmatisch, sondern demagogisch und ließ kaum etwas aus... Was schlagen die Politiker vor? Nicht viel. Berlusconi verspricht weiterhin pharaonische Leistungen wie den Bau einer Brücke über die Meerenge von Messina, um Sizilien mit Kalabrien zu verbinden. Dabei weiß der Mann, dass ohne Aufsicht des Staates die Aufträge an Firmen gehen, die von der Mafia kontrolliert werden... Es lag vielleicht an einem Mangel an Mut, vielleicht auch an einem abgekarteten Spiel zwischen lokaler Politik und der Unterwelt, dass das Thema Mafia den Wahlkampf unberührt gelassen hat." (04.04.2006)

REFLEXIONEN

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland

Andrzej Stasiuk über das westliche Desinteresse an Osteuropa

Enttäuscht von ausgebliebener westlicher Hilfe für die Opposition in Weißrussland greift der polnische Schriftsteller Andrzej Stasiuk die Westeuropäer für ihr Desinteresse an den EU-Sehnsüchten der Osteuropäer scharf an: "Wozu braucht Europa Weißrussland (das gibt es doch eigentlich gar nicht wirklich)? Wozu braucht es die Ukraine, die verräterische? Nimmt erst Solidaritätsbekundungen, Decken, Schlafsäcke und Fernsehteams aus der ganzen freien Welt entgegen und macht dann in einem Jahr - einem ganzen Jahr!!! - keinerlei Anstalten, dem Großfürstentum Luxemburg ähnlicher zu werden. Bei dieser Masse von Schlafsäcken und Kamerateams durfte der Westen doch erwarten, dass die Ukraine es wenigstens versucht. Wozu braucht Europa Bosnien-Hercegovina? Die wollen sich ja bloß gleich wieder teilen. Und wozu - schreckliche Vorstellung - Serbien mit seinem umständlichen Alphabet und seiner angeborenen Blutrünstigkeit?... Europäer ist, wer sich zu den europäischen Werten bekennt und um sie zu kämpfen versteht. Wer die eigene Freiheit und das Leben dafür riskiert. Wenn andere Kriterien für das Europäertum gelten sollen, können wir den alten Kontinent vergessen." (04.04.2006)

Élet és Irodalom - Ungarn

Peter Nadas über das Schreiben in einer Diktatur

Der ungarische Schriftsteller Peter Nadas fragt in einem Essay, ob verantwortungsvolle Berichterstattung über eine Diktatur überhaupt möglich ist und analysiert untere anderem die Berichte des amerikanischen Journalisten William L. Shirer aus dem Deutschland des Nationalsozialismus: "Jeder doppeldeutige Satz ist ein Triumph, eine Freude für den menschlichen Geist, den Polizeistaat ganz alleine ausgetrickst zu haben... Es bleibt jedoch immer fraglich, wie weit man als Auslandskorrespondent mit Winkelzügen gehen darf, wie lange es sinnvoll ist, sich im Erfindergeist zu üben, und wo verantwortungsloses Handeln beginnt. Wenn beispielsweise jemand in Boston in seiner Küche über die brutzelnden Speckstücke seines Rühreis süßen Ahornsirup gießt, erfährt er dann aus doppeldeutigen Sätzen, wie deformiert das Denken und Verhalten jener Menschen ist, die die Sprache seit Jahren nicht zum Ausdrücken, sondern zum Verbergen von Gedanken benutzen? Wie sie im Schatten der Wörter herumschleichen, einander etwas durch die Lücken in den Definitionen zuzischeln?" (31.03.2006)

POLITIK

Le Soir - Belgien

Jacques Chirac bremst Europa

Jurek Kuczkiewicz kommt noch einmal auf den ostentativen Abgang von Jacques Chirac beim europäischen Gipfel in Brüssel am 23. März zu sprechen, als einer seiner Landsleute begann, Englisch zu sprachen. "Dieses Verhalten ist völlig sinnlos, wenn man an die Probleme denkt, die Frankreich im Moment zu bewältigen hat", schreibt der Kommentator unter Anspielung auf die französischen Proteste gegen den CPE. "Diese Problemverschiebung ist vom französischen Standpunkt aus beunruhigend, aber auch aus europäischer Perspektive... Zwar gefällt so etwas den Frankreich-Hassern, deren negatives Frankreichbild so neue Nahrung erhält, doch der europäische Motor wird erst wieder anspringen, wenn auch der französische anspringt. Sechs Monate lang hat General de Gaulle 1965 die EWG lahm gelegt, als er seine 'Politik des leeren Stuhls' inszenierte. 40 Jahre später schlummert Chirac in einem 'Stuhl der leeren Politik'." (04.04.2006)

Die Presse - Österreich

Haiders Weg in die Bedeutungslosigkeit

Vor einem Jahr spaltete Jörg Haider die FPÖ und gründete seine neue Partei BZÖ. Es hat ihm nicht geholfen, kommentiert Andreas Wölzer. Das BZÖ, so Wölzer, vermochte "in keiner Frage - sieht man vom Antithema 'Tempo 160' und von der regionalen Erregtheit um die zweisprachigen Ortstafeln in Südkärnten ab - die Themenführerschaft zu erlangen. Die orange Justizministerin versuchte sich zwar als Vorkämpferin der Schwulen-Ehe zu profilieren und die orange Sozialministerin mittels Teilnahme an türkischen Hammelbratereien als Fan der multikulturellen Gesellschaft. All das und obwohl Haider von den Medien - insbesondere von den regierungsnahen und den Blättern der Verlagsgruppe 'News' - gehätschelt wurde und wird wie nie zu vor, will und will seine Glaubwürdigkeit und damit seine Popularität ganz einfach nicht steigen." (04.04.2006)

De Volkskrant - Niederlande

Manifest gegen Xenophobie

In einem gemeinsamen Text kritisiert eine Gruppe von ehemaligen Politikern aus dem linken und protestantischen Milieu die Immigrationspolitik der niederländischen Regierung und die fremdenfeindliche Stimmung in der niederländischen Gesellschaft. "Das Vertrauen und die Offenheit der Niederländer sind Verzweiflung und Klagen über einen 'vernachlässigten Nationalismus' und eine 'verlorene Identität' gewichen. Die internationale Wertschätzung für das niederländische Modell, das durch seine Toleranz und seinen Geist der Abstimmung einzigartig war, wurde in Stücke geschlagen. Man entdeckt mit Staunen eine polarisierte Gesellschaft, in der die sozialen und politischen Beziehungen immer härter werden. Die Niederlande haben ihre Unschuld, ihren Respekt und ihre Rolle als vorbildliches Land verloren. Wie konnte es dazu kommen?" (04.04.2006)

WIRTSCHAFT

Público - Portugal

Verschwendung öffentlicher Gelder

Für Teresa de Sousa ist die Verschwendung öffentlicher Gelder eins der Hauptprobleme Portugals. "Wie EU-Gelder in Zukunft verwendet werden, ist entscheidend..., wenn wir die Entwicklung der portugiesischen Wirtschaft ankurbeln und uns nicht weiter von Europa entfernen wollen, wie wir es seit fünf Jahren tun... Wenn man sich die globalen Ausgaben im Bildungsbereich ansieht, wird das Ausmaß der Verschwendung offensichtlich: Im Jahr 2001 gab Portugal laut OECD 5,9 Prozent seines BIP für Bildung aus, Spanien 4,9 Prozent, Frankreich 6 Prozent und die Vereinigten Staaten 7,3 Prozent. Das heißt: wir haben ein schreckliche Ineffektivität des öffentlichen Dienstes, die nicht einem Mangel an Mitteln geschuldet ist, sondern dem Fehlen von Rationalität, Effektivität und einer Definition von Zielen." (04.04.2006)

KULTUR

Die Welt - Deutschland

Der bescheidene Dirigenten-Star Kirill Petrenko

Beeindruckt porträtiert Kai Luehrs-Kaiser den jungen Dirigenten Kirill Petrenko, der an der Komischen Oper in Berlin zu Ruhm gekommen ist: "Ein Schwarzseher im Licht... Der etwa 1,60 Meter große Pultstar, noch vor vier Jahren ein Niemand, reicht mit dem bärtigen Köpfchen kaum über die Orchesterbrüstung. In vier Jahren Berlin hat er sich steil, stolz und bienenfleißig selbst neben Daniel Barenboim behauptet. Mit dem 1972 im westsibirischen Omsk geborenen Sohn eines Konzertmeisters und einer Programmansagerin hat sich ein Paradigmenwechsel im Maestro-Business vollzogen. In Gestalt von Petrenko hat der Maestro Bescheidenheit gelernt. Petrenko hat Selbstzweifel wie Woody Allen und das Charisma einer Ginseng-Wurzel. Am Tischchen seines leeren Dirigentenzimmers wirkt er wie ein Prüfling mit Laune zur Unzufriedenheit. 'Ich möchte es allzu gut machen', fasst er die Tragödie seiner Unsicherheiten zusammen." (04.04.2006)

The Independent - Großbritannien

Barenboim als Guru

Der israelisch-argentinische Dirigent Daniel Barenboim, der sich mit klassischer Musik für den Friedensprozeß im Nahen Osten engagiert, nimmt an einer Sendereihe der BBC teil. Für Thomas Sutcliffe erinnert der erste Beitrag Barenboims eher an eine Predigt als an einen gelehrten Vortrag. "Barenboim glaubt an die Macht der Musik, die uns etwas über das Leben vermitteln kann und uns nicht bloß unterhält. Er hält keinen Vortrag, sondern predigt. Am besten geeignet, etwas zu seinem Vortrag zu sagen, sind nicht etwa Musikwissenschaftler oder Neurologen, sondern Seminaristen." Sutcliffe empfiehlt dennoch, die Ohren zu spitzen: "Ihr werdet dem Charme des Priesters, seinen Aphorismen, seinem Esprit erliegen, den er an den Tag legt, um ein Paradox zu umgehen. Er ist ebenso ein Guru wie ein Meister." (04.04.2006)

La Libre Belgique - Belgien

Anton Herberts Sammlung moderner Kunst

Der Journalist Guy Duplat bespricht eine Ausstellung des Macba-Museum in Barcelona, das die berühmte Sammlung moderner Kunst des Belgiers Anton Herbert zeigt. "Die 2.500 Quadratmeter der Ausstellungsräume sind zu klein für die ganze Sammlung von Anton Herbert. Der Liebhaber belgischer Kunst, in sehr schrillem Look, gilt als eine der Schlüsselfiguren in der zeitgenössischen europäischen Kunst. Eine absolute Größe für Sammler von Avant-Garde-Kunst... Was an dieser Ausstellung beeindruckt, die so gar nicht spektakulär ist, gar nicht intellektuell oder elitär, ist die Schärfe, mit der sie eine ganze Epoche zeitgenössischer Kunst spiegelt. Hier kann man neben den Werken selbst auch das Vorgehen eines Sammlers, seine ästhetischen und intellektuellen Abenteuer besichtigen." (04.04.2006)

LOKALE FARBEN

SL Õhtuleht - Estland

Konkurrenz der Ostseefähren

Estland hat im Konkurrenzkampf der Ostsee-Fährgesellschaften einen guten Stand. Ein Zwischenfall - bei einer Überfahrt einer Fähre des estnischen Betreibers "Tallink" von Tallinn nach Stockholm ging ein Passagier über Bord - führt nun zu Unstimmigkeiten unter den Ostseeanrainern. Schwedische Zeitungen kritisieren, die Fähre habe trotz Meldung des Vorfalls nicht angehalten, der estnische Fährbetreiber verteidigt sich. Urmo Soonvald vermutet dahinter etwas anderes: "Tallink ist längst ein großer Player auf der Ostsee. Übermorgen geht die Linie Riga-Stockholm in Betrieb, Tallink will die finnische Silja kaufen... Der Erfolg der Esten ist den Schweden ein Dorn im Auge. Jedes Unglück auf estnischer Seite wird sofort an die große Glocke gehängt, während über alles, was sich auf finnischen und schwedischen Fähren ereignet, der Mantel des Schweigens gebreitet wird." (04.04.2006)

El País - Spanien

Die Deckenbalken der Mezquita von Cordoba

Bereits am 4. März hatte das berühmte Auktionshaus Christie's akzeptiert, die Versteigerung von fünf Deckenbalken, die aus der Großen Moschee in Cordoba stammen, abzusagen. Die "Mezquita" ist eines der wichtigsten Bauwerke aus der Zeit der Omaijaden-Dynastie (785 – 987), ehemals eine Moschee, die 1236 in eine Kathedrale umgewandelt wurde. "Das Kathedralkapitel ist der Meinung, dass es der legitime Eigentümer dieser Balken ist und dass sie dementsprechend nicht versteigert werden können", erklärt die Zeitung. "Es hat eingewilligt, den derzeitigen Eigentümer der Bauwerke zu entschädigen, falls dieser beweisen kann, diese guten Glaubens besessen zu haben, und falls er durch die abgesagte Versteigerung Geld verliert. Christie's behauptet seinerseits, es habe die Versteigerung nur abgesagt, um Verhandlungen mit der Kirchenleitung aufzunehmen, damit diese die Balken zurückkaufen kann." Die spanische Regierung hat verlangt, die Versteigerung auszusetzen und die für alte Kunst zuständige Abteilung der spanischen Polizei eingeschaltet. (04.04.2006)

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