Navigation

 

Home / Presseschau / Archiv / Presseschau | 08.01.2007

 

TOP-THEMA

Die Kirche und der kommunistische Geheimdienst

Die katholische Kirche in Polen steckt in einer dramatischen Krise: Stanislaw Wielgus sollte eigentlich gestern als neuer Erzbischof von Warschau ins Amt eingeführt werden. Doch er musste seine Mitarbeit beim ehemaligen kommunistischen Geheimdienst eingestehen und verzichtete noch während der Zeremonie auf das Amt. Kommentatoren fragen, wie es um die Vergangenheitsbewältigung der Kirche in Polen und in anderen osteuropäischen Ländern bestellt ist. » mehr

Mit Artikeln aus folgenden Publikationen:
Gazeta Wyborcza - Polen, Der Standard - Österreich, Népszabadság - Ungarn, La Stampa - Italien, Süddeutsche Zeitung - Deutschland, Libération - Frankreich, Cotidianul - Rumänien

Gazeta Wyborcza - Polen

Für Jan Turnau hat im Fall des Warschauer Erzbischofs Stanislaw Wielgus nicht nur die Verbindung zwischen der polnischen Kirche und dem Vatikan versagt: "Die ganze kirchliche Institution hat eine falsche Entscheidung getroffen und sie zu spät widerrufen... Am schlimmsten ist wohl, was beim gestrigen Gottesdienst in der Kathedrale sichtbar wurde: der Papst ist für die Katholiken, die doch laut ihre Rechtgläubigkeit beteuern, keine Autorität. Sie verteidigten den Erzbischof vor dem Papst. Die Predigt des Primas Glemp, sehr zweideutig in dieser Sache, beruhigte die Tumulte nicht, die - um mit dem Evangelium zu sprechen – aus dem Tempel eine Räuberhöhle gemacht haben. Und dies leider von beiden Seiten verschuldet." (08.01.2007)

Der Standard - Österreich

Josef Kirchengast hofft, dass die Affäre um Bischof Stanislaw Wielgus endlich eine tiefer gehende Debatte über die Verstrickung mit dem kommunistischen System in Gang setzt: "Wenn die polnische Kirche allein für ihren Bereich die Kraft dazu aufbringt, beweist sie damit besser als durch vieles andere ihre Rolle als weiterhin prägende gesellschaftliche Kraft des Landes. Mehr noch: Sie könnte damit für den gesamten postkommunistischen Raum ein Beispiel für konstruktive Aufarbeitung der totalitären Vergangenheit liefern. Denn dafür gibt es in praktisch allen Ländern des ehemaligen Ostblocks noch riesigen Nachholbedarf. Diesen können auch die besten 'Durchleuchtungsgesetze' nicht decken, wenn die Bereitschaft einer großen Bevölkerungsmehrheit fehlt, das dunkle Kapitel wirklich zu erhellen." (08.01.2007)

Népszabadság - Ungarn

Die Zeitung vergleicht den Fall des polnischen Bischofs Stanislaw Wielgus in Polen mit der Entlarvung des ehemaligen ungarischen Kardinals László Paskai im Frühjahr 2006: "Nachforschungen des Historikers Krisztián Ungváry haben damals ergeben, dass Paskai zunächst den Schikanen der ungarischen Staatssicherheit widerstand. Als er aber keine andere Wahl mehr hatte, stimmte er der Zusammenarbeit zu. Dabei achtete er sehr darauf, möglichst keinem der Bespitzelten zu schaden. In Ungarn meinen Befürworter einer bedingungslosen Aufklärung, die Kirche müsse auch in der Aufarbeitung der Vergangenheit Vorbild sein. Andere jedoch neigen dazu, alle Amtsinhaber der katholischen Kirche, die Spitzel der ungarischen Staatssicherheit waren, als Opfer der kommunistischen Diktatur zu betrachten." (08.01.2007)

La Stampa - Italien

Der Journalist und Schriftsteller Enzo Bettiza kommentiert die Enthüllungen der Vergangenheit von Wielgus. "Es ist womöglich der schwerwiegendste Skandal im turbulenten ehemaligen Ostblock seit 1989 und er ist nicht leicht zu begreifen. Kaum zum Erzbischof von Warschau ernannt, gesteht Wielgus das Unfassbare, nämlich 20 Jahre lang ein Spion im Dienst des kommunistischen Regimes gewesen zu sein... Man weiß nicht, welchen Schaden die geheimen Aktivitäten des Prälats angerichtet haben, doch es geht weniger darum, wie viel Schaden Wielgus der Kirche und den antikommunistischen Dissidenten zugefügt hat. Der Punkt ist, dass der Fall Wielgus in einem Land, in dem die Kirche immer eine moralische Instanz war, nicht nur ekelerregend und verheerend wirkt, weil er lange mit den damaligen Geheimdiensten zusammengearbeitet hat, sondern weil er das bis zuletzt geleugnet hat." (08.01.2007)

Süddeutsche Zeitung - Deutschland

Thomas Urban meint, die Zusammenarbeit katholischer Priester mit dem ehemaligen kommunistischen Geheimdienst sei nur eins von vielen Problemen der katholischen Kirche in Polen. Ebenso wichtig sei die Spaltung in Traditionalisten und Reformer und die Frage, welche Rolle die katholische Kirche künftig spielen soll. "Wie die neue Rolle aussieht, darüber streiten polnische Bischöfe seit dem Tod Papst Johannes Pauls II. auch öffentlich, was vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Die Unterwanderung der Kirche durch den kommunistischen Geheimdienst, wie in der Causa Wielgus, ist dabei nur ein untergeordnetes Problem... Vielmehr ist die Kirche dabei, in einer Demokratie, die von keinen äußeren Feinden mehr bedroht ist, ihre traditionelle Rolle als Hüterin des Polentums zu verlieren. Gleichzeitig gibt der Klerus bislang kaum Antworten auf die rasante Verwestlichung und vor allem die Säkularisierung der Gesellschaft." (08.01.2007)

Libération - Frankreich

"Der Erzbischof hat sich in seiner neuen Kutte verheddert", spottet Gérard Dupuy. "Rückblickend erweist sich Stanislaw Wielgus des Vertrauens seiner Vorgesetzten nicht würdig. Er schleppt nicht nur eine Vergangenheit als Spitzel mit sich herum, sondern hat bis zum letzten Moment mit seelenruhigem Zynismus alles getan, um sich auf den erzbischöflichen Thron zu hieven. Welch trauriges Vorbild für seine Schäflein! Vor allem aber hat sich der Vatikan in dieser Angelegenheit in Verruf gebracht und lächerlich gemacht. Der Papst hat mit der Berufung von Wielgus nicht nur eine bedauernswerte Entscheidung getroffen, sondern auch das außergewöhnliche Risiko auf sich genommen, Wielgus gegen die erhobenen Anschuldigungen zu verteidigen... Entgegen seinem Ruf hat sich der Vatikan unvorsichtig und inkonsequent gezeigt... Dieser grobe Fehler wird kaum dazu beitragen, dass die Gerüchte über die Inkompetenz Benedikt XVI. verstummen." (08.01.2007)

Cotidianul - Rumänien

Razvan Ciubotaru begrüßt, dass die polnischen Katholiken auf einen Rücktritt von Erzbischof Stanislaw Wielgus bestanden haben. In Polen sei die Kirche eine moralische Instanz. In Rumänien hingegen sei es reine Wunschvorstellung, dass die Orthodoxe Kirche aus früherer Zusammenarbeit mit dem rumänischen Geheimdienst Konsequenzen ziehen könnte: "'Das hohe Amt des stellvertretenden Bischofs von Bukarest bleibt unbesetzt, nachdem eine Untersuchungskommission der Orthodoxen Kirche von Rumänien die Zusammenarbeit des neuen Bischofs mit dem früheren Geheimdienst, der Securitate, nachgewiesen hat' – eine solche Einschätzung müsste die rumänische Presse bei zwei Drittel aller hohen kirchlichen Amtseinführungen abgeben. Der Bischof müsste vor den Gläubigen Fehler eingestehen und umgehend seines Amtes enthoben werden... Doch es ist sehr unwahrscheinlich, dass so etwas geschieht." (08.01.2007)

REFLEXIONEN

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz

Andrzej Stasiuk über Rumänien

Das alte Europa hat seinen Abenteuergeist verloren, sagt Andrzej Stasiuk im Interview mit Gerhard Gnauck. Deswegen habe es auch keine Ahnung davon, wie aufregend die neuen Länder Europas sind. Zum Beispiel Rumänien: "Eines der schönsten Länder Europas. Ich habe immer gesagt: eine Art Polen, nur noch wunderbarer. Eine höchst komplizierte Identität: eine romanische Sprache, direkter Erbe des klassischen Lateins, eingepfercht zwischen barbarische slawische Dialekte und die wilde Steppensprache der Magyaren. Der östlichste romanische Stamm und zugleich der einzige orthodoxen Glaubens. Über Jahrhunderte eine Beute der Türkei, Ungarns oder Russlands. Wie Polen ein 'Vorposten des Christentums', das heißt: ständig Feuerschein und Pferdegetrappel. Zugleich eine wunderbare Landschaft und Architektur. Die Karpatendörfer in der Maramures sind wie eine Sagrada Familia aus Holz, und das Donaudelta ist ein Naturwunder, europäische Tropen: Welse, so groß wie Haifische, und Schwärme von Pelikanen, die Pterodaktylen gleich über einer absolut archaischen Landschaft schweben. Ach, Rumänien ist so viel wert wie die Niederlande und Belgien zusammen." (08.01.2007)

El País - Spanien

Ian Buruma über die Diktaturen des 20. Jahrhunderts

Der niederländische Schriftsteller Ian Buruma kommentiert in mehreren europäischen Tageszeitungen die Hinrichtung Saddam Husseins. Seiner Ansicht nach markiert der Tod des früherenen irakischen Diktators am 30. Dezember vergangenen Jahres das Ende eines Zeitalters. "Möglicherweise werden wir jemanden wie ihn nie wieder erleben. Saddams Tod bedeutet natürlich nicht das Ende der Diktaturen, doch vielleicht markiert er das Ende eines gewissen Typs von Diktaturen, deren Symbole für das 20. Jahrhundert typisch waren und heute altmodisch wirken... Der klassische Despot im 20. Jahrhundert war ein Populist, der den einfachen Leuten versprach, sie vor den Plutokraten, Aristokraten und Geschäftsmännern, die in ihrer Gier Blutegeln glichen, zu beschützen... Die Diktatoren des 21. Jahrhunderts werden vielleicht Ajatollahs oder Hohepriester sein. Wahrscheinlicher aber werden es machthungrige Tycoons sein. Die Inkarnation von Macht und Effizienz ist heute nicht mehr ein General oder ein Guerillero, sondern ein Vorstandsvorsitzender." (08.01.2007)

Dnevnik - Bulgarien

Julian Popow über Bulgarien als Anwalt der Türkei

Bulgarien und die Türkei verbindet nicht nur eine gemeinsame Grenze, auch in der Geschichte, Architektur, Kultur und Sprache hat die Jahrhunderte währende osmanische Herrschaft ihre Spuren in Bulgarien hinterlassen. Der Schriftsteller und Kolumnist Julian Popow betrachtet das besondere Verhältnis seines Landes zur Türkei im neuen europäischen Kontext: "Es gibt wohl kaum ein Land in Europa, das den Anspruch erheben kann, die Türkei besser zu kennen als wir. Bulgarien kann am Runden Tisch eine wichtige Position zur türkischen Frage vertreten. Wir sind Mitglied der EU und genießen das Vertrauen der USA. Wo anders sollte man Gespräche über die Türkei führen? In Griechenland, wo noch nicht alle Krummsäbel eingesteckt wurden? In Deutschland, wo sich die türkische Frage fast nur um die Integration der Gastarbeiter dreht? Oder im xenophoben Frankreich? Oder im europaskeptischen Großbritannien? Wohl kaum. Der richtige Ort dafür ist Bulgarien." (08.01.2007)

Le Monde - Frankreich

Saul Friedländer über die Einsamkeit der Gerechten

Der französisch-israelische Historiker Saul Friedländer stellt in einem Interview mit Nicolas Weill den Mangel an kollektiver Solidarität mit den Juden während des Zweiten Weltkriegs heraus. "Dass sich nicht tausende von Menschen gegen diese Verbrechen erhoben haben, wundert mich nicht. Klar ist, dass Angst und Schrecken herrschten, und dass man zuerst an sich selbst dachte. Doch dass es unter Geistlichen und Intellektuellen so wenig Widerspruch und Solidarität gegeben hat, das finde ich erstaunlich. Das zeigt, dass die Shoah ein globales Phänomen war. Gewiss, es hätte einen zündenden Funken gebraucht. Aber es hätte auch viel Brennholz und Strauchwerk gebraucht, damit das Feuer auch tatsächlich brennt. In ganz Europa hat es nicht eine Gruppe gegeben, keine einzige, die sich als solche mit den Juden solidarisch erklärt hätte. Natürlich gab es die Gerechten [Nicht-Juden, die verfolgte Juden gerettet haben]. Aber das waren einzelne Helden, nicht soziale Gruppen." (08.01.2007)

POLITIK

Financial Times - Großbritannien

Wie durchlässig sind die sozialen Schichten?

Die wissenschaftliche Forschung zeigt, dass das Einkommen von Eltern das spätere Einkommen ihrer Kinder je nach Land und Zeit unterschiedlich beeinflusst, stellt die Zeitung fest. "Die internationale Lage ist bekannt: In Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden ist der sozio-ökonomische Status über verschiedene Generationen hinweg weniger beständig als in Großbritannien oder den USA. Die Länder auf dem europäischen Festland liegen irgendwo in der Mitte zwischen diesen beiden Gruppen. In Großbritannien scheint sich die soziale Beweglichkeit mit der Zeit zu verringern. Diese Erkenntnis verdanken wir zwei anspruchsvollen Studien, die zwei Gruppen von Kindern, die 1958 und 1970 geboren wurden, beobachtet hat. Die Verfasser haben sich deren Einkommen im Alter von ungefähr 30 Jahren angeschaut. Sie fanden heraus, dass sich die Höhe des Einkommens der 1970 Geborenen stärker am Einkommen ihrer Eltern orientierte als bei der Generation der 1958 Geborenen... Es gibt drei Bereiche, in denen die Politik die soziale Mobilität positiv beeinflussen könnte: In der Bildung, in der Kindererziehung und in der Einkommensverteilung." (06.01.2007)

Diario Sur - Spanien

Suche nach einer gemeinsamen Front gegen die Eta

Die Tageszeitung reagiert auf die Proteste nach dem Attentat der Eta vom 30. Dezember. Sie mahnt zur Geschlossenheit: "Möglicherweise ist weder die Politik noch die Gesellschaft derzeit in der Lage, eine klare und einheitliche Strategie für ein schnelles Ende des Eta-Terrors zu definieren und zu verfolgen. Wenn dem so ist, dann sollten Parteien und Institutionen dazu übergehen, sich dem Wesentlichen zu widmen: der Suche nach einem gemeinsamen Ziel. Sie täten gut daran, alle Proteste in eine Richtung zu lenken: gegen die Eta. Damit in Madrid und Bilbao die gleiche Verurteilung und dieselbe Ablehnung des Terrors zu vernehmen ist. Wenn das nicht gelingt und stattdessen Einzelinteressen und Streitereien die Oberhand gewinnen, dann werden die Proteste der Terrororganisation nicht schaden, sondern ihre Überzeugung festigen, dass das System der Institutionen in der Krise steckt - und dass der Terrorismus es in diese Sackgasse getrieben hat." (08.01.2007)

Cyprus Mail - Zypern

"Gute Vorsätze" in der Politik

Phedon Nicolaides, Wirtschaftswissenschaftler am European Institute of Public Administration (EIPA), analysiert private und öffentliche "gute Vorsätze" für das neue Jahr. "Private Interessen überschneiden sich nicht notwendigerweise mit öffentlichen. Obwohl kein Zweifel besteht, wer davon profitiert, wenn man sich vornimmt, weniger Kebab zu essen und Bier zu trinken, kann man nicht vorhersagen, ob Politiker tatsächlich mit ihrer Politik Interessen verfolgen, die im Interesse der Gesellschaft als Ganzes liegen. Tatsächlich gibt es viele politikwissenschaftliche Untersuchungen, die zeigen, dass Politiker eine Politik verfolgen, die kurzfristig ihre Wahl- oder Wiederwahlchancen erhöhen. 2006 gab es reichlich Beweise für dieses Phänomen." Nicolaides führt als Hauptbeispiel die Außenpolitik Zyperns gegenüber der Türkei an. "Zyprische Politiker sind demselben innenpolitischen Druck ausgesetzt wie die Regierung in Ankara. Sie werden von der Wählerschaft abgestraft, wenn es so aussieht, als gingen sie zu sanft mit der Türkei um." (08.01.2007)

KULTUR

Le Soir - Belgien

Frankreich als "Tochter der Frankophonie"

Der wallonische Dichter und Schriftsteller Marc Quaghebeur hat gerade eine "Anthologie der frankophonen Literatur Belgiens" veröffentlicht. Im Interview mit Michel Grodent meint er, die frankophone Literatur habe nicht mehr nur ein Zentrum. "Die Frankophonie sollte polyzentrisch begriffen werden. Es hat eine sehr große französische Kultur gegeben, doch ihre Art der Interpretation, der Äußerung und der Imagination entspricht der heutigen Wirklichkeit Frankreichs und der Welt nicht mehr. Die Lage wird sich ändern, wenn Frankreich akzeptiert, eine der Töchter der Frankophonie zu sein... Die französische Literatur wird eines Tages Teil der frankophonen Literaturen sein und das Pariser Epizentrum verlassen... Die französischsprachige Welt ist so vielfältig, dass sie potentiell einen größeren Reichtum hat als die englisch- oder die spanischsprachige Welt." (08.01.2007)

Pravda - Slowakei

Das Theater in der Slowakei

Der slowakische Theaterkritiker Oleg Dlouhy beklagt die geringe Bedeutung des Theaters in seinem Land: "In Tschechien, Polen und Ungarn, wo man die gleichen historischen Erfahrungen mit dem Totalitarismus hatte, steht das Theater heute nicht unbedingt im Mittelpunkt, aber es ist ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens. Bei unseren Nachbarn haben die Theater auch ähnliche wirtschaftliche Schwierigkeiten wie bei uns. Überall wird gespart. Allerdings liegt das Theater den dortigen Politikern und Wirtschaftsleuten mehr am Herzen als bei uns... Bei uns werden keine neuen Autoren gespielt, sondern nur schon hundertmal gesehene Stücke. Das Schlimmste ist: Niemand protestiert dagegen." (08.01.2007)

BRÜSSELER SPITZEN

SL Õhtuleht - Estland

Wie viele Mitglieder braucht die EU-Kommission?

EU-Industriekommissar Günter Verheugen hat in einem Fernsehinterview dafür plädiert, die EU-Kommission zu verkleinern. Es sei nicht notwendig, dass die kleinen EU-Mitglieder automatisch einen Kommissar stellten. Die estnische Zeitung ist empört: "Verheugen will den kleinen Staaten das Recht nehmen, einen eigenen Vertreter in die Kommission zu entsenden. Nicht Kompetenz, sondern die Größe des Herkunftslandes soll das entscheidende Kriterium sein. Verheugen plant, den Kleinen nur die Rolle des Handlangers für die Großen zuzugestehen. Ein solch chauvinistischer Vorschlag in den ersten Tagen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ist gewiss kein Zufall." (08.01.2007)

Weitere Inhalte