Navigation

 

Home / Presseschau / Archiv / Presseschau | 13.04.2007

 

TOP-THEMA

Der Terrorismus rückt wieder näher an Europa heran

Die fehlgeschlagenen Attentate in Marokko und die tödlichen Bombenanschläge in Algier bestärken die Ängste vor einem Übergreifen des Terrors auf Europa. Gibt es neue Erkenntnisse, fragen die Zeitungen. Und wie soll man dem Terrorismus begegnen? » mehr

Mit Artikeln aus folgenden Publikationen:
Libération - Frankreich, ABC - Spanien, Süddeutsche Zeitung - Deutschland

Libération - Frankreich

Gérard Dupuy meint, dass "die al Qaidisierung des islamistischen Terrors in Algerien die Gefahr, die für Frankreich von ihm ausgeht, nur verstärken kann. [Frankreich] hat bereits einige Kollateralschäden des algerischen Terrors erlitten, und es war schon immer ein potenzielles Ziel von al Qaida. Dagegen gibt es kein Heilmittel. Man kann nur die bescheidenen polizeilichen Vorbeugemaßnahmen beibehalten, die auch bislang befriedigende Ergebnisse lieferten... Wenn die Attentate von Algier Auswirkungen auf den französischen Wahlkampf haben, dann die, dass Sarkozy oder Le Pen auf reflexartig reagieren, da sie sich auf gewohntem Terrain bewegen und die Angst zu ihrem bevorzugten Thema auserkoren haben. Deshalb sind die Reaktionen gemäßigt ausgefallen, jeder ist sich der Schwäche des Sicherheitssystems bewusst. Die Bedrohung zu übertreiben, käme den Wünschen der Terroristen entgegen, ohne ihr Ende im geringsten zu beschleunigen." (13.04.2007)

ABC - Spanien

"Spanien ist ein verwundbares Land" schreibt Rafael Bardají, Experte für internationale Beziehungen. "Es ist aus zwei Gründen leicht verletzbar: Einerseits steht es in der Ziellinie des internationalen Dschihad, andererseits ist die Regierung nicht genügend gegen diese dauerhafte Bedrohung gewappnet und hat versäumt, die Bevölkerung darauf vorzubereiten, diese auch auszuhalten. Ganz im Gegenteil: In den Augen unserer Feinde sind wir heute schwächer denn je. Al Qaida ist keine defensive Organisation, die sich damit zufrieden gibt, mit kleinen Zeichen Angst einzuflößen. Sie hat durch wiederholte Aktionen gezeigt, dass sie handeln will, und wenn sie es kann, es auch ohne Mitleid tut... Spanien ist verwundbar, und das Land wird es mit jedem Tag, den diese Regierung an der Macht ist, mehr. Diese Schwäche spornt die Terroristen nur umso mehr an. Dank Rodriguez Zapatero knicken wir vor dem Terrorismus ein." (13.04.2007)

Süddeutsche Zeitung - Deutschland

Der am Berliner Wissenschaftskolleg forschende Tübinger Ethnologe Thomas Hauschild entschlüsselt die Terroranschläge in Algier als Erfolg einer neuen Zusammenarbeit zwischen al Qaida und dem algerischen Terrornetzwerk GIA. Dem Westen sei "die Ausweitung der Kampfzone auf den euromediterranen Raum" entgangen: "In der Frühphase verließ sich al Qaida noch ganz auf die nackte Sprache des Terrors. Es gab keine Verlautbarungen, keine Erklärungen. Heute informieren uns ausführliche Kommuniqués über Sinn und Zweck der Anschläge. Das Netzwerk von al Qaida hat sich zu einer Gegenöffentlichkeit gewandelt, in der man sich laufend eine Meinung über den Westen bildet und mit ihm zu kommunizieren versucht. Vor einem Jahr hat eine deutschsprachige Website begonnen, die langatmigen Erklärungen der Massenmörder zu verbreiten, ungestört und ungestraft. Andererseits gibt es keine öffentliche Debatte über diese Ansprachen und Zumutungen im Westen." Hauschild schließt mit einem Appell an die europäische Öffentlichkeit aus Christen und Muslimen: "Nur ein solches seiner selbst bewusstes neues 'Wir' aus Immigranten und Eingeborenen, aus Christen, Muslimen und wahrhaft 'Ungläubigen' wird die richtigen Antworten auf die Fragen finden, die al Qaida uns stellt." (13.04.2007)

REFLEXIONEN

Le Temps - Schweiz

Jos de Beus über die Niederlande und Europa

Die Tageszeitung druckt eine Kolumne des niederländischen Politikwissenschaftlers Jos de Beus nach, die dieser auf der Online-Plattform Telos veröffentlicht hat. Darin macht de Beus Vorschläge, wie die Niederlande aus der Sackgasse durch das Nein gegen die EU-Verfassung herauskommen könnten. Er schätzt, dass die neue niederländische Regierung unter dem Druck der europäischen Führung "verleitet sein könnte, ein zweites Referendum abzulehnen und damit gleichzeitig ihr Wahlversprechen, die Meinung des niederländischen Staatsrats, die kriegerische Laune der Oppositionsparteien, die Ansichten der leidenschaftlichen Gegner im eigenen Lager und die öffentliche Meinung zu ignorieren... Aber es ist eine riskante Strategie, diese Verfassungsänderung dem Parlament aufzubürden. Es wäre klüger, den Bürgern zu erklären, dass sie keine andere Wahl haben, als den geordneten Rückzug und die Bedingungen der Erweiterung (Verlust der Unabhängigkeit, Teilung der Macht unter knapp 30 Mitgliedstaaten) zu akzeptieren. Dies setzt allerdings voraus, dass unsere Politiker einen authentischen europäischen Traum haben und vertreten, dieser Traum ist ihnen in der niederländischen Identitätskrise und der ihre folgenden Diplomatie des Status Quo abhanden gekommen." (13.04.2007)

Le Monde - Frankreich

Nancy Green erinnert an die europäische Auswanderung

Im Interview mit Laetitia van Eeckhout spricht die amerikanische Historikerin Nancy Green, Studiendirektorin des Pariser Zentrums für Geschichtsforschung EHESS, über das Verhältnis von Ein- und Auswanderung. "Es ist interessant zu beobachten, wie sich Nationen über ihre Einstellung zu den eigenen Auswanderern definieren. Heute führen die europäischen Länder große Einwanderungsdebatten und vergessen ganz, dass sie im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem Auswanderungsländer waren. Diese dramatischen Phänomene der Abwanderung, die es damals gab, unterscheiden sich nicht wirklich vom Strom der Ankommenden, denen sich Europa heute gegenüber sieht... Deshalb sind das Phänomen der Migration und das Konzept der Nation eng miteinander verbunden. Sind die Auswanderer noch Teil der Nation? Werden sie als Verräter oder als Botschafter des Landes wahrgenommen, das sie verlassen haben?... Allgemein gab es von staatlicher Seite gegenüber den Emigranten immer ein Spannungsfeld zwischen Gewährenlassen und Beunruhigung, zwischen einer positiven und einer negativen Vision." (13.04.2007)

POLITIK

Gândul - Rumänien

Von der Krise der rumänischen Armee

Vergangene Woche wurde die rumänische Regierung umgebildet, und Rumänien hat zum dritten Mal in sieben Monaten einen neuen Verteidigungsminister. Der Journalist Bogdan Chirieac hat keine große Hoffnung für die rumänische Armee, die veraltete Armeetechnik zu überhöhten Preisen aus dem Ausland gekauft hat, sie aber nicht gebrauchen kann: "Teodor Melescanus Ernennung geschah in Anwesenheit des Premierministers, aber in Abwesenheit des Präsidenten. Das heißt, die Verteidigungspolitik bleibt weiterhin das einsame Kind einer zerstrittenen Familie. Die rumänische Armee befindet sich seit Jahrzehnten in einer schweren Krise. Geldmangel war eine Konstante in der Verwaltung der Armee. Schlimm ist aber, dass Geld, wenn es vorhanden war, nach der Art der afrikanischen Diktaturen ausgegeben wurde: für 'Glitzersteine'. Rumänien ist nach Bulgarien das ärmste Mitglied der Nato, es hat in den letzten zehn Jahren Milliarden Euro für untaugliche militärische Objekte ausgegeben, die seine Verteidigungsfähigkeit überhaupt nicht gesteigert haben... Obwohl die rumänischen Soldaten von den amerikanischen oder britischen Aliierten sehr geschätzt werden, bleibt die Mentalität der Armeechefs die eines Dritte-Welt-Landes: unbrauchbares Alteisen kaufen und dessen Gewicht in Gold bezahlen." (12.04.2007)

Le Jeudi - Luxemburg

Das nordirische Wunder

David Broman begrüßt das historische Abkommen, das am 26. März in Nordirland zustande kam. "Es ist einfach ein Wunder, was sich da im Schloss von Stormont in Nordirland vor den Kameras abgespielt hat. Alle Kriterien für ein Wunder waren gegeben: dass am selben Tisch der schwerfälligste und radikalste Protestant der Welt, Ian Paisley, neben seinem schlimmsten Feind, dem schillernden Terroristen und Republikaner Gerry Adams, Platz nahm, war der Beweis von Gottes Reich auf Erden... Es war ein Wunder, weil, auch wenn alles dafür getan worden ist, die beiden zusammenzubringen, sprach alles dafür, dass sie getrennt bleiben: 30 mörderische Jahre der 'Unruhen', die sie in großen Teilen zu verantworten haben, zwei völlig entgegengesetzte politische Programme (Paisley will, dass Nordirland bei Großbritannien verbleibt; Adams wünscht die Wiedervereinigung mit Irland), ihre Religion sowie ihre Beziehung zu dieser. Aber das Wunder ist tatsächlich geschehen: Sie wollen sich mit den Mitteln der Demokratie für ihre Sache einsetzen, indem sie gemeinsam in Nordirland regieren." (12.04.2007)

WIRTSCHAFT

Polityka - Polen

Polens Wirtschaft profitiert vom EU-Beitritt

Polens Wirtschaft boomt: Das polnische Bruttoinlandsprodukt wuchs im Jahr 2006 um 5,8 Prozent und soll Spezialisten zufolge im Jahr 2007 sogar sieben Prozent zulegen. Diese Entwicklung verdanke Polen seinem EU-Beitritt vor drei Jahren, schreibt Adam Grzeszak. "Den größten Auftrieb gibt unserer Wirtschaft der gemeinsame europäische Markt - ohne Zoll, ohne Barrieren, ohne Einschränkungen. Die Ängste mancher Politiker, die EU brauche Polen ausschließlich als Absatzmarkt für ihre Produkte, waren unbegründet. Es stellt sich heraus, dass es umgekehrt ist – die Unionsländer warten auf unsere Waren, Dienstleistungen, Arbeitskräfte. Der Export wächst viel dynamischer als der Import. Das gibt der Wirtschaft Schwung, schafft Arbeitsplätze, beschleunigt Investitionen und kurbelt den Konsum an. Die Teilnahme am europäischen Binnenmarkt lockt auch ausländische Investoren nach Polen." (11.04.2007)

Pražský deník - Tschechien

Deutschland blockiert Arbeitnehmerfreizügigkeit

"Tschechien gehört nun seit beinahe drei Jahren ganz zur EU", erinnert Tereza Capkova. Seither habe sich der Blick der alten EU-Staaten auf die tschechischen Arbeitnehmer, die auf ihre Freizügigkeit drängen, radikal geändert. "Während am 1. Mai 2004 nur drei Länder - Irland, Großbritannien und Schweden - tschechischen Bürgern freien Zutritt zu ihren Arbeitsmärkten gewährten, kamen im vergangenen Jahr Finnland, Portugal, Griechenland und Spanien dazu. Heute können die Tschechen in nahezu zwanzig europäischen Staaten ohne spezielle Erlaubnis nach Arbeit suchen... Zu den Ländern, die das bisher nicht gestatten, gehört das benachbarte Deutschland. Nicht einmal Saisonarbeiter haben dort einen erleichterten Zugang. Sie dürfen maximal vier Monate im Jahr dort arbeiten und benötigen selbst dazu eine Arbeitsgenehmigung der zuständigen Behörden. Dabei ist es gerade Deutschland, das in der EU die meisten offenen Arbeitsstellen anbietet." (13.04.2007)

Frankfurter Rundschau - Deutschland

Deutschland diskutiert Arbeitnehmerfreizügigkeit

Der konservative deutsche Wirtschaftminister Michael Glos hat sich für Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der Union ausgesprochen – dies bedeutet eine Abkehr von der bislang geltenden deutschen Position. Rouven Schellenberger kommentiert: "Der deutschen Wirtschaft etwa geht es schon wieder so gut, dass sie ohne Hilfe ausländischer Spitzenkräfte bald nicht mehr auskommt... Tatsächlich zeigt kaum eine Debatte, wie schwer sich die Politik über Parteigrenzen hinweg mit der Globalisierung tut: Gerne darf die Welt ihr Geld bei Freunden ausgeben, verdienen soll sie es aber bitte woanders. Deutschland war einer der wenigen EU-Staaten, der den freien Zugang der Arbeitnehmer aus den Beitrittsstaaten um drei weitere Jahre aufschob. Dies sollte die Gewerkschaften beruhigen und den Druck auf ausbildungsunwillige Unternehmen erhöhen. Es war aber vor allem eine schlechte Nachricht für Firmen, die hierzulande verzweifelt nach Fachkräften suchen. Und eine schlechte Botschaft an Europa war es allemal." (13.04.2007)

The Independent - Großbritannien

EU-Parlament will Roaming-Gebühren senken

Seit sieben Jahren diskutiert die Union über die Gebühren für Handytelefonate im europäischen Ausland. Jetzt hat sich der Ausschuss für den Binnenmarkt des Europäischen Parlaments mit überwältigender Mehrheit für eine gesetzliche Beschränkung der so genannten Roaming-Gebühren ausgesprochen", schreibt die Tageszeitung. "Die Europa-Parlamentarier verlangen auch, dass die Telefongesellschaften den Verbrauchern automatische Kurzmitteilungen schicken, die detailliert Aufschluss über die Gebühren geben. Das EU-Parlament wird im kommenden Monat über die vorgeschlagene Regelung abstimmen. Die EU-Minister sollen dann im Juni ihre endgültige Zustimmung geben... Tatsache ist, dass die Telefonfirmen Vorteil daraus gezogen haben, dass ihre Kunden oftmals einfach froh darüber waren, im Ausland per Handy telefonieren zu können. Was, so fragen manche Leute, hat die EU je für uns getan? Bald weiß jeder, der innerhalb Europas sein Handy benutzt, darauf eine passende Antwort." (13.04.2007)

KULTUR

The Irish Times - Irland

Die Geheimdienstvergangenheit von Zygmunt Bauman

Die irische Tageszeitung berichtet über einen Artikel des polnischen Historikers Bogdan Musial, der in der deutschen Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 20. März 2007 die Geheimdienst-Vergangenheit des polnisch-britischen Soziologen Zygmunt Bauman enthüllte. Baumann war 1968 nach Israel und dann nach Großbritannien emigriert. "Der Prophet der Postmoderne und Verfasser vieler soziologischer Bestseller war also einst Mitarbeiter des militärischen Nachrichtendiensts. Es sollte uns nicht überraschen, dass Baumans verheimlichte Vergangenheit so leidenschaftlich auf dem Kontinent diskutiert wird. Obwohl ihre Geschichte so unterschiedlich verlief, reagieren sowohl Deutsche wie Polen sehr kritisch, wenn Enthüllungen über die faschistische oder kommunistische Vergangenheit ihrer Intellektuellen bekannt werden. Die öffentliche Meinung unterscheidet sich auf dem Kontinent sehr von Länder wie Großbritannien oder Irland, die nie unter dem Bann des Faschismus oder Stalinismus standen. Bei uns in Irland liest man immer noch unbenommen die Klagen eines unverbesserlichen Kommunisten wie Eric Hobsbawm, der im Spanischen Bürgerkrieg die stalinistische Linie vertrat – und nimmt ihm das nicht übel." (13.04.2007)

Financial Times - Großbritannien

Chinesische Gegenwartskunst in Liverpool

Der Kunstkritiker Jackie Wullschlager beklagt, dass chinesische Kunst wie ein "Zirkusaffe" in Europa herumgereicht wird. "Mahjong, die Privatsammlung des ehemaligen Schweizer Botschafters Uli Sigg, war dieses Jahr erst in Hamburg zu sehen und ist nun nach Salzburg und Rio de Janeiro unterwegs. Charles Saatchi wartet diesen Sommer mit einer Ausstellung chinesischer Kunst auf, und Frank Cohens Sammlung chinesischer Gemälde ist bereits seit vergangener Woche zu sehen. Die Ausstellung 'The Real Thing' hingegen, die erste Ausstellung der Liverpooler Tate Gallery mit chinesischer Gegenwartskunst, nimmt für sich eine in Großbritannien bislang unerreichte Authentizität und Bandbreite in Anspruch... Ais schwimmender spiralförmiger Kronleuchter aus Glas 'Working Progress (Fountain of Light)' [Arbeitsfortschritt, Lichtfontäne] lockt einen von der Hafenseite der Tate Gallery aus. Es ist eine großartige Bearbeitung von Wladimir Tatlins 'Monument der Dritten Internationale': verspielt, schön, dynamisch und zugleich voller Widersprüche - eine Hommage an Chinas Zukunft als mächtige Industrienation, eine ironische Anspielung auf die kommunistischen Utopien und ein postmoderner Turm zu Babel zugleich." (13.04.2007)

LOKALE FARBEN

Népszabadság - Ungarn

Wie ungarisch ist Nicolas Sarkozy?

"Sogar Mozart war vielleicht ein Ungar" bemerken die Ungarn selbstironisch, wenn sie gerade wieder einmal dabei sind, internationale Berühmtheiten aufzuzählen, deren Ahnen aus Ungarn stammen. Die kleine Stadt Budakeszi ist stolz auf den ehemaligen deutschen Außenminister Joschka Fischer, und auch das Dorf Alattyán, aus dem der Großvater von Nicolas Sarkozy auswanderte, würde sich gerne mit dem französischen Präsidentschaftskandidaten schmücken, obwohl dieser außer seinem Namen nichts mit Ungarn zu tun hat. László Szőcs amüsiert sich über seine Landsleute: "Sarkozy ist in Paris geboren, kann kein Wort Ungarisch, hatte kaum Kontakt mit seinem ungarischen Vater: Was sollte ihn zu einem Ungarn machen? Sein Blut? In Frankreich fällt so etwas nur den Rechtspopulisten ein. Laut Le Pen hätte Sarkozy eher in Ungarn Karriere machen sollen... Wir sollten uns damit abfinden, dass Sarkozy, falls er die Präsidentschaftswahlen gewinnt, keinen 'ungarischen Akzent' in der Europäischen Union setzen wird. Die Gebiete, die Ungarn 1920 durch den Friedensvertrag von Trianon verloren hat, sind ihm egal, und er wird die Endstation der Pariser U-Bahn nicht ins ungarische Dorf Alattyán verlegen." (12.04.2007)

Delo - Slowenien

Seligsprechung eines Architekten

Der slowenische Architekt Joze Plecnik prägte das Stadtbild Ljubljanas im vergangenen Jahrhundert wie kein anderer. Nun diskutieren die slowenischen Medien darüber, ob die Kirche Plecnik selig sprechen soll. Tanja Jaklic hat sich dazu in der slowenischen Fachwelt umgehört und zitiert den Architekten Jovo Grobovsek: "'Die Erforschung seiner architektonischen Kunstwerke und deren Einordnung in die Weltarchitektur würde auf diese Weise erschwert, sein künstlerisches Profil unscharf. Die Öffentlichkeit würde ihn nicht mehr als Freidenker wahrnehmen, sondern als zweckgerichteten Menschen.' Der Architekt Miha Desman sagt dazu: Die Kirche könnte versuchen, sich Figur und Werk Plecniks zu eigen zu machen. Er war unbestritten gläubig, vor allem jedoch war er Künstler. Sein Lebenswerk war der Architektur und nicht dem Glauben gewidmet.'" (12.04.2007)

Weitere Inhalte