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Home / Presseschau / Archiv / Presseschau | 10.05.2007

 

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Russlands Demonstration nationaler Stärke

Russlands Demonstration nationaler Stärke

 

Der gestrige 9. Mai ist in Russland traditionsgemäß als "Tag des Sieges" über die Nationalsozialisten mit einer großen Militärparade gefeiert worden. Wladimir Putin hat die Gedenkveranstaltung dazu genutzt, nicht nur an Russlands Vergangenheit zu erinnern, sondern auch in aktuellen Konflikten nationale Stärke zu demonstrieren. Wenige Tage vor dem EU-Russland-Gipfel in Samara sehen die europäischen Zeitung die russische Vergangenheitspolitik kritisch. » mehr

Mit Artikeln aus folgenden Publikationen:
Le Monde - Frankreich, NRC Handelsblad - Niederlande, Neue Zürcher Zeitung - Schweiz, Polityka Online - Polen, Atgimimas - Litauen

Le Monde - Frankreich

"Kurz vor dem EU-Russlandgipfel am 17. und 18. Mai in Samara (an der Wolga) haben die Spannungen ein Ausmaß erreicht, wie es das seit dem Fall der Berliner Mauer nicht mehr gegeben hat. Die Liste der Konflikte wird immer länger und der Ton der Erklärungen, die aus Moskau kommen, immer weniger liebenswürdig", stellt die Zeitung fest. "Es geht nicht nur um Wortgefechte, sondern um die Folgen des EU-Beitritts der osteuropäischen Länder 2004, insbesondere der baltischen Länder. Was auch immer sie darüber sagen mögen, die Russen haben diesen Beitritt nie wirklich akzeptiert. Und diese Länder bringen in die EU ihre Erfahrungen im Verhältnis zu Moskau ein, das ein halbes Jahrhundert lang von russischer Dominanz geprägt war. Diese besondere Sensibilität, die die Westeuropäer nicht haben, macht die Osteuropäer skeptischer - oder weniger naiv - gegenüber den Absichten Russlands." (10.05.2007)

NRC Handelsblad - Niederlande

"Putin ist im Unterschied zu seinen Vorgängern ein autoritärer Herrscher", stellt die Zeitung fest. "Er übt massiven politischen Druck auf seine ehemaligen Mitbürger aus. Die Russen haben sich mit konzertierten Aktionen, Drohungen und Demonstrationen unmittelbar in die Affäre um die Bronzestatue in Tallinn eingemischt... Die EU darf sich nicht einschüchtern lassen. Die EU-Kommission hat einen Schritt in die richtige Richtung getan, als sie vorschlug, gegen Russland vorzugehen, nachdem organisierte Störer die estnische Botschaft in Moskau belagert hatten. Der estnische Premierminister hat sich beispielhaft verhalten, als er am umgesetzten Denkmal einen Kranz ablegte - ganz im Gegensatz zu Putin, der bei den Feierlichkeiten zum Kriegsende die Verlagerung des Denkmals indirekt kritisierte." (09.05.2007)

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz

Die Denkmäler zur Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg "waren dezidiert als Symbole der sowjetischen Machtausübung gedacht", erklärt der rumäniendeutsche Schriftsteller Richard Wagner die Heftigkeit, mit der der russisch-estnische Denkmalstreit geführt wird: "Ein Imperium, das keine öffentliche Debatte kennt, kann sich nur über eine drastische Symbolik ausdrücken. Das zeigt sich auch nach dem Ende der sowjetischen Besetzung Osteuropas. In Russland hat nie eine Aufarbeitung seiner unrühmlichen Rolle in der Beherrschung der osteuropäischen Völker nach dem Zweiten Weltkrieg stattgefunden. Die ausgebliebene Demokratisierung Russlands, seine Wiederverankerung in einem Konglomerat aus Größenbewusstsein, Ressourcenverschleuderung und Gesellschaftslenkung führen auch zum aggressiven Verhalten den neuen freien Staaten gegenüber." (10.05.2007)

Polityka Online - Polen

Slawomir Popowski wirft Russlands Präsident Putin vor, er instrumentalisiere die Geschichte für einen ideologischen Krieg. "Jede Nation hat das Recht, eine eigene Hierarchie von historischen Ereignissen aufzustellen, die wichtig für sie sind, ihre Identität prägen und sie als Gemeinschaft verbinden... Für die Russen ist das zweifelsohne der 9. Mai, der Tag des Endes des Krieges, der nicht zufällig Großer Vaterländischer Krieg genannt wird. Ein gewonnener Krieg, wenngleich mit dem Tod Millionen sowjetischer Soldaten bezahlt. Das muss man respektieren, den Gefallenen Ehre erweisen - auch wenn wir uns in der Bewertung der politischen Folgen dieses Krieges unterscheiden. Doch wenn Politiker, gleich welcher Couleur, anfangen, mit der Geschichte zu spielen, um mit ihrer Hilfe eigene politische oder ideologische Projekte umzusetzen, dann entsteht ein Problem. Wir werden gerade Zeugen einer solchen Entwicklung. Der gegenwärtige Krieg um Erinnerung, Symbole und Denkmäler ist im Grunde genommen ein Krieg der Ideologie, es geht um ein konkretes Bild vom Staat, von Europa und der Welt. In diesem Licht muss man die mit großem Prunk organisierte Siegesparade am Roten Platz in Moskau und den Auftritt Wladimir Putins aus diesem Anlass sehen." (10.05.2007)

Atgimimas - Litauen

Erikas Boltowskis und Ričardas Čekutis fragen, warum ausgerechnet der Streit um die Bronzestatue in Tallinn so einen Wirbel verursacht, schließlich seien Sowjetdenkmäler an vielen Orten einfach verschwunden. "Vielleicht sollen die Reaktionen aus Moskau in Wirklichkeit von einem ganz anderen, viel wichtigeren Thema ablenken, zum Beispiel von der russisch-deutschen Gaspipeline, die jüngsten Plänen zufolge durch estnische Hoheitsgewässer führen soll. Für die Sicherheit der Pipeline sollen russische Marinesoldaten sorgen, die sich auf diese Weise wieder zu den Herren über die Ostsee aufschwingen. Wiederholt sich die Geschichte von 1939/1940? Schweden und Finnen haben jedenfalls schon deutlich gemacht, dass sie keine Soldaten in ihren Gewässern sehen wollen. Wir sollten es ihnen gleichtun." (10.05.2007)

REFLEXIONEN

Die Zeit - Deutschland

Elif Shafak über türkisch-europäische Allianzen

"Ist es ein Fluch oder ein Segen, in interessanten Zeiten zu leben?", fragt die türkische Schriftstellerin Elif Shafak mit Blick auf die derzeitige Lage in ihrem Land, in dem sich islamische Demokraten und undemokratische Säkularisten gegenüberstehen. "Die Türkei ist ein Land, dessen Modernisierung seit je von einer politischen und kulturellen Elite angestoßen und durchgeführt wird. Wer vertritt die Nation? Die Elite? Die Armee? Die Konservativen? Jede Gruppe betrachtet sich als einzige Vertreterin des Staates, ohne zu bedenken, dass die Nation uns allen gehört. Interessanterweise haben die antiwestlichen Hardliner in der Türkei und die antitürkischen Hardliner in Europa vieles gemeinsam. Beide halten Islam und westliche Demokratie für unvereinbar. Beide sind gegen eine EU-Mitgliedschaft der Türkei." (10.05.2007)

El País - Spanien

Félix de Azúa über den Mythos vom Ende der Welt

"Jede Gesellschaft halluziniert metaphorisch über das Ende der Welt", schreibt der spanische Schriftsteller Félix de Azúa und präsentiert eine Liste der Geißeln der Menschheit. "Heute sind unsere Körper Luxusprodukte geworden - welche Schuld quält die Opulenten, die Reichen, Weisen und Schönen? Vielleicht die Syphilis der Welt, besser bekannt als Klimawandel. Ein Phänomen, das den Planeten seit Beginn seiner Existenz betrifft, das aber durch unvermeidliche und erbarmungslose Hypertechnologisierung zugenommen hat... Beim Erzählen dieser Legende wird, wie auch bei der Tuberkulose oder der Pest, verallgemeinert. Doch selbst wenn ein solches Ende der Welt kommen sollte, würde es nur einen Teil der Erdenbewohner treffen... Es wird Opfer des Klimawandels geben, wie es Pest-, Tuberkulose- und Syphilis-Opfer gegeben hat. Aber selbst wenn man von Schlimmsten ausgeht, von einem klimabedingten Massensterben, wenn es das gibt, dann wird ein großer Teil des Planeten verschont bleiben: der Teil, der jeden Tag dem Ende der Welt beiwohnt, ohne sich im mindesten schuldig zu führen." (10.05.2007)

POLITIK

The Independent - Großbritannien

Gordon Browns Programm für die Zukunft

Tony Blair gibt heute seinen Rücktritt als Vorsitzender der britischen Labourpartei bekannt und wird demnächst als Regierungschef ausscheiden. Kolumnist Johann Hari formuliert ein paar Ratschläge für Blairs Nachfolger Gordon Brown: "Er kann nicht mit der Taktik weitermachen, die er in der letzten Woche bei der Regional- und Kommunalwahlen angewandt hat. Er kann nicht einfach nur die Regierungsbilanz des letzten Jahrzehnts verkaufen und jede Frage mit dem Hinweis auf bereits investierte Milliarden beantworten. Über Politik wird im Futur gestritten. Brown braucht für die Zukunft ehrgeizige 'Das-werden-wir-für-Sie-tun'-Pläne... So kann Brown gewinnen. Er sollte die großen Probleme klar benennen - Wohnungskrise, gelangweilte Jugendliche, vernachlässigte Senioren - und aufzeigen, wie eine verkommene Tory-Regierung, die uns spaltet und allein lässt, damit niemals fertig werden würde." (10.05.2007)

Der Standard - Österreich

Der französische Vorsprung

Osteuropa, so meint Paul Lendvai, könne sich ein Beispiel an Frankreich nehmen, wo ein Mann wie Nicolas Sarkozy Präsident werden kann: "Dass der in Paris geborene Sohn eines kleinadeligen ungarischen Flüchtlings und Enkel eines sephardischen Juden aus Saloniki in einer Woche französischer Staatspräsident sein wird, ist angesichts der europäischen Vergangenheit und Gegenwart ein historisches Ereignis. Die Wahl Sarkozys bleibt angesichts der zahlreichen Untergriffe der Le-Pen-Leute und der giftigen Hinweise eines François Bayrou auf seine 'Wurzeln' ein eindrucksvoller Beweis für die Gelassenheit und Toleranz der französischen Gesellschaft. In der Heimat seines Vaters, in Ungarn, greifen die rechtskonservativen Populisten Kritiker oder Gegner als Leute 'mit fremdem Herz' oder 'fremder Gesinnung' an. In Serbien beschimpfen die Nationalisten die gemäßigten Demokraten als Befehlsempfänger und Handlanger des Auslands. In Budapest oder Belgrad und erst recht in Warschau oder Moskau wäre ein frei gewählter Präsident wie Sarkozy mit ähnlichen Wurzeln kaum vorstellbar." (10.05.2007)

Diário de Notícias - Portugal

Die Karrieren der Immigranten

Ferreira Fernandes sieht in der Karriere des ehemaligen französischen Boxweltmeisters Mahyar Monshipour ein Symbol für ein neues Frankreich. "Mahyar Monshipour, der aus dem Iran stammt, schrieb kürzlich ein Buch mit dem Titel 'Die Wut ein Franzose zu sein'. Es gibt kaum ein wichtigeres Thema für Europa als die Integration der Immigranten. Wenn ich einen Immigranten sehe, der über seine Karriere (Europameister, Weltmeister) spricht und hinzufügt: 'Wichtig war, ein französischer Meister zu sein', dann freue ich mich, das erzählen zu können. Ein anderes Symbol sind die französischen Wahlen. Ein Sohn eines Immigranten hat gewonnen; die beiden Sieger der ersten Runde hatten Sprecher, die nordafrikanischen Ursprungs sind, und die Kinder von Einwanderern haben mit Enthusiasmus am Wahlkampf teilgenommen. In zwei Monaten wird Frankreich ein neues Parlament haben. Portugal, das keinen einzigen Schwarzen in seinem Parlament hat, sollte dann nach Frankreich schauen." (09.05.2007)

Evenimentul Zilei - Rumänien

Zerstört Rumänien seine EU-kompatible Justiz?

Der neue Justizminister Tudor Chiuariu will den für Korruptionsfälle zuständigen Staatsanwalt Doru Tulus entlassen. Er wirft ihm mangelnde Effizienz vor. Kritiker der Entscheidung meinen jedoch, Chiuariu wolle sich eines urteilsfähigen Beamten entledigen. "Als Justizministerin Monica Macovei ihr Amt verlor, warnte sie, als nächstes seien vermutlich die Generalstaatsanwälte dran. Aus Brüssel kam von EU-Justizkommissar Franco Frattini eine noch schärfere Warnung: Wenn die Generalstaatsanwälte an der Reihe seien, müsse Rumänien mit Sanktionen rechnen. Der Erfolg Macoveis ist, dass ihr Nachfolger Tudor Chiuariu die Botschaft verstanden hat und nicht ganz durchgefallen ist. Er hat einfach eine Etage tiefer angesetzt: beim Staatsanwalt Doru Tulus. Tulus' großes Manko ist, das er seine Arbeit macht. Das haben ihm auch sein Chef, der Generalstaatsanwalt, und seine Kollegen bestätigt... In unserer zarten Demokratie zeigt sich die rachsüchtige Grimasse der von der Justiz Verfolgten." (10.05.2007)

Aftonbladet - Schweden

Die Schweden möchten eine klimafreundliche EU

Meinungsumfragen in Schweden zeigen die höchsten Beliebtheitswerte für die EU seit dem Beitritt des Landes 1995.Tommy Svensson fragt nach dem Grund für den Meinungsumschwung unter den früher so EU-skeptischen Schweden. "Vielleicht besteht ein Zusammenhang zwischen der Klimadebatte und der größeren Unterstützung für die EU. Wenn die Schweden nämlich gefragt werden, wofür sich die EU einsetzen soll, erwähnen alle einer Umfrage von Synovate Temo zufolge die Umwelt. Die Schweden fühlen sich immer mehr als ein Teil der EU, und der Kampf gegen den Klimawandel wird vielleicht der Kitt, der die Menschen in Europa künftig zusammenhält, nachdem der ursprüngliche Friedensgedanke immer mehr Geschichte wird." (10.05.2007)

Corriere della Sera - Italien

Braucht Italien einen Familyday?

Katholische Organisationen haben zu einer Demonstration am 12. Mai in Rom aufgerufen, bei der die "Werte der Familie" verteidigt werden sollen. Beppe Severgnini hat Zweifel am Sinn dieser Versammlung, die "Familyday" heißen soll. "Schön, immer noch hält die Familie die italienische Gesellschaft zusammen. Aber müssen wir zur Verteidigung der Familie eine Demonstration organisieren? Mir scheint scheint das ihrer Bedeutung eher abträglich zu sein. Denn wer geht auf die Straße? Fußballfans in Partystimmung, enttäuschte Protestler, obskure Minderheiten, die zum Beispiel Unterschriften für eine Änderung des Wahlgesetzes sammeln... Warum passt mir der Familyday nicht? Weil er einen englischen Namen hat? Ich glaube nicht, denn an diese linguistische Faulheit sind wir gewöhnt. Das Problem ist ernster. Er passt mir nicht, denn ich halte ihn für unbarmherzig... Können wir sicher sein, dass dieser Tag für die, die unter Einsamkeit, Scheitern und Trennung leiden, nicht brutal ist?" (10.05.2007)

KULTUR

International Herald Tribune - Frankreich

Vom Sinn des europäischen Festivalzirkus

Am 16. Mai beginnt das 60. Filmfestival von Cannes. Alan Riding fragt: "Wenn Cannes mehr Industriemesse ist als Kunstfestival, was ist dann mit den vielen anderen Kulturfestivals, die jedes Jahr im Sommer in Europa stattfinden? Geht es dabei um das Geschäft mit klassischer Musik, Oper, Theater und Fotografie oder sind es authentische Feste der jeweiligen Kunstform? Kulturfestivals tragen dazu bei, die Existenz von Künstlern zu sichern, wenn die Konzertsäle, Opernhäuser und Theater vieler europäischer Städte Sommerpause haben. Opernstars schmettern in der Arena von Verona Aida... In kreativer Hinsicht sind die Festivals von Avignon und Edinburgh wichtiger, sie bieten einen guten Nährboden für neue Talente. In beiden Städten werden Produktionen von höchster Qualität gezeigt und gleichzeitig hunderte von 'Off'-Aufführungen, die jungen Autoren, Regisseuren und Schauspielern die Gelegenheit bieten, wahrgenommen zu werden." (10.05.2007)

Die Welt - Deutschland

Ferran Adrià über Küche und Kunst

Der spanische Spitzen-Koch Ferran Adrià, der das Restaurant El Bulli an der Costa Brava führt, nimmt an der diesjährigen Documenta in Kassel teil. Im Interview mit Lothar Schmidt spricht er über sein Projekt für die Ausstellung. "Was Kunst ist oder nicht, ist eine Debatte, die seit Jahrhunderten geführt wird. Auch die Kochkunst existiert schon lange. Es gibt dazu zwei einfache Antworten. Erstens: Etwas ist Kunst, wenn die Kunstwelt entscheidet, dass es Kunst ist. Die Fotografie zum Beispiel wurde nicht als Kunst betrachtet, bis jemand sagte, 'Hört mal zu, ab jetzt kann die Fotografie Kunst sein.' Oder die Mode, das Kino usw. Die andere Antwort ist: Kunst ist, was der Einzelne entscheidet, was Kunst sein soll... Mir ist es egal ob die Hohe Küche Kunst ist oder nicht - da bin ich mit Roger Buergel, dem Direktor der Documenta, einer Meinung. Die Reflexion darüber, das ist das Gute an der Einladung. Die Erfahrung, die man in einigen Restaurants macht, ist vergleichbar mit Erfahrungen, die man in der Welt der Kunst hat." (10.05.2007)

BRÜSSELER SPITZEN

The Daily Telegraph - Großbritannien

Brüssel gestattet den Briten imperiale Maße

"Wenn unsere Meister in Brüssel es nicht am Dienstag anders entschieden hätten, dann wäre es ab 2010 illegal geworden, das Gewicht von Waren in Pfund und Unzen anzugeben", schreibt Simon Heffner. "Seit dieser Vorschlag im Raum stand, gab es in diesem Land eine eingeschworene Opposition gegen die Metrifizierung. Für die historisch Denkenden ist es vielleicht einfach nur Widerstand gegen den Bonapartismus, denn unter seiner Ägide wurde das System erfunden. Aber die meisten von uns empfinden eine tiefe Abneigung gegenüber dieser mutwilligen Zerstörung eines zentralen Teils unserer dahinschwindenden Kultur. Wir sind ein altes Land: Unsere Literatur und Volkslieder sind gepfeffert mit Anspielungen auf unsere traditionellen Maße. Unsere Architektur, unsere Städte und unsere Landschaft ist durch Meilen, Yards, Feet und Inches vermessen... Aber letztendlich hat die leidenschaftliche Bindung der Menschen an die sogenannten imperialen Maßeinheiten wenig mit Gefühlen zu tun. Vielmehr liegt es daran, dass wir sie verstehen und sie funktionieren." (10.05.2007)

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