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Home / Presseschau / Archiv / Presseschau | 08.08.2007

 

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Maul- und Klauenseuche in Großbritannien

Maul- und Klauenseuche in Großbritannien

 

Die britischen Behörden haben zwei Fälle von Maul- und Klauenseuche im Südwesten Englands festgestellt. Die EU hat die Ausfuhr von Fleisch, lebenden Tieren und Milchprodukten aus Großbritannien verboten. Droht dem Land nun eine Tierseuche wie 2001? » mehr

Mit Artikeln aus folgenden Publikationen:
Neue Zürcher Zeitung - Schweiz, Diario Sur - Spanien, Der Tagesspiegel - Deutschland, The Times - Großbritannien

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz

Die Schweizer Tageszeitung erklärt den Unmut der Landwirte in der Region Surrey, wo die Viehkrankheit ausgebrochen ist: "Nicht klar gesagt wurde, welcher der Betriebe verantwortlich ist. Merial [eines der beiden Forschungsinstitute] hat in der Zwischenzeit die zunächst eingestellte Produktion von Impfstoff wieder aufgenommen. Das Land wird wohl Impfstoff brauchen; doch wird es schwer sein, die Bauern von der Notwendigkeit des Impfens zu überzeugen, wenn der Erreger aus jenem Labor kommen sollte, das die Seuche bekämpfen soll. Die Seuche trifft die britischen Bauern umso härter, als ein großer Teil der Ernte durch die Überschwemmungen in Yorkshire und später in Westengland zerstört wurde. Auch in Surrey erlebten die Bauern den nassesten Sommer seit vielen Jahren." (08.08.2007)

Diario Sur - Spanien

Die Zeitung erinnert an die Maul- und Klauenseuche (MKS), die vor sechs Jahren grassierte. "Die zwei bestätigten Fälle in Großbritannien haben die britischen Behörden gezwungen, schnell und entschlossen zu reagieren, um so den Ursprung des Virus zu identifizieren und eine Verbreitung zu verhindern. Sie hoffen, nicht die Fehler zu wiederholen, durch die sich die MKS-Seuche 2001 verschlimmert hatte. Die Krise damals führte zu einer 'Opferung' von sechs bis zehn Millionen Tieren und zu einem Verlust von zwölf Milliarden Euro... Die Globalisierung der Märkte zwingt zu verstärkten Kontrollen und zu Präventivmaßnahmen, denn diese Krankheiten bringen viele Risiken mit sich. Ihre Auswirkungen sind grenzüberschreitend und fordern so einen koordinierten Kampf nationaler und internationaler Behörden... Es ist höchste Vorsicht geboten, da die Epidemie diesmal innerhalb und nicht außerhalb der EU entdeckt wurde." (08.08.2007)

Der Tagesspiegel - Deutschland

Der Mikrobiologe Alexander S. Kekulé nimmt die Spur des aktuellen Maul- und Klauenseuche-Virus vom Typ O1/BFS/67 auf. Seit 1967 sei dieser nicht mehr bei einem natürlichen Ausbruch der Krankheit aufgetaucht und müsse daher aus einem der Forschungsinstitute stammen, die sich nur wenige Kilometer vom Ausbruchsort der Krankheit entfernt befinden. Diese weisen jedoch die Vorwürfe zurück: "Das macht die Sache nur noch schlimmer: Ein eindeutiges Laborvirus, unverkennbar wie eine weiße Maus, wird direkt neben einem angeblich hoch gesicherten Laborkomplex gefunden – und die renommierten Betreiber sind nicht in der Lage, die Schwachstelle im Sicherheitssystem zu finden. Die Vorschriften zum Schutz vor biologischen Gefahren sind offenbar noch lange nicht streng genug." (08.08.2007)

The Times - Großbritannien

Alice Miles denkt darüber nach, welche Konsequenzen die Maul- und Klauenseuche (MKS) für die betroffenen Landwirte hat. "Weniger als 10 Prozent der Landwirte haben eine MKS-Versicherung und selbst die deckt nicht die Kosten für die geschlachteten Rinder - das macht die Regierung - sondern die Kosten für unterstützende Maßnahmen wie Löhne, Mieten und Bankkredite... Die Bauernführer haben wütend auf Vorschläge reagiert, sie sollten die Kosten selbst tragen. Und noch immer werden die Tiere nicht geimpft, weil die Landwirte glauben, dass es das Fleisch weniger profitabel mache und so bleibt das Risiko beim Steuerzahler hängen. Und letztlich ist das richtig: Am Ende zahlen wir einen angemessenen Preis für unser Fleisch... Bei diesem MKS-Ausbruch scheint die Agrarindustrie aber keine Schuld zu treffen und es tut mir leid für die am Boden zerstörten Bauern. Sie sollten entschädigt werden. Es ist offensichtlich, dass die Landwirte im ganzen Land von einer Krise in die nächste schlittern und am Ende sind." (08.08.2007)

REFLEXIONEN

Gazeta Wyborcza - Polen

Mykola Rjabtschuk über seine Angst vor dem Schengen-Abkommen

Am 1. Januar 2008 treten Polen und die anderen Staaten Mittel-Osteuropas dem Schengen-Abkommen bei, so dass zwischen ihnen und Westeuropa die Grenzkontrollen wegfallen. Als Ukrainer verbindet der Dichter Mykola Rjabtschuk damit Ängste und Hoffnungen. "Zum ersten Mal seit vielen Jahren – oder gar Jahrzehnten – erschreckte mich die ukrainisch-slowakisch-ungarische Grenzstation Cop mit einer völligen Leere... Ich wurde wütend. Schon wieder wollen sie uns die Grenzen schließen und sich somit von diesem amorphen und politisch schizophrenen Gebilde im Osten, der Ukraine, abschotten. Jetzt erst werden wir zu spüren bekommen, wie weit entfernt dieses Ausland ist, das uns bisher so nah erschien... Aber es stellte sich heraus, das diese Vermutung falsch war. Ich musste dringend nach Kiew telefonieren. Ich fragte die Kassiererin, warum alle Telefonapparate von den Wänden verschwunden sind. Es wird renoviert. Deswegen wurde alles weggeräumt – sagte sie. Fürs Erste war ich beruhigt." (04.08.2007)

La Libre Belgique - Belgien

Steve Fuller über Wikipedia

Für den britischen Soziologen Steve Fuller ist die Online-Enzyklopädie Wikipedia das "wohl eindrucksvollste lexikalische Kollektivprojekt". Doch die Wiki-Inhalte könne man weiter verbessern, erklärt Fuller in einem Beitrag für Project Syndicate, den die Zeitung druckt. "Man könnte die Teilnahme an Wikipedia für Studierende und Anwärter auf einen Magistertitel weltweit verpflichtend machen. Die von diesen Studierenden erwarteten Verhaltensnormen entsprechen genau den inhaltlichen Richtlinien von Wikipedia: Originalarbeiten werden nicht erwartet, sehr wohl aber das Wissen, wo das beste Recherchematerial zu finden ist und wie man es interpretiert. Eine derart verpflichtende Teilnahme für Studierende würde nicht nur Wikipedias bereits jetzt sehr eindrucksvolle kollektive Wissensbasis verbessern, sondern möglicherweise auch dazu beitragen, den elitären Ansprüchen der Wissenschaftler im globalen Wissenssystem Einhalt zu gebieten." (08.08.2007)

Times of Malta - Malta

Kenneth Zammit Tabona über Homophobie

Der maltesische Künstler und Kolumnist Kenneth Zammit Tabona spricht von einer "alarmierenden Zunahme" homophober Leserbriefe an Zeitungen, für die er arbeitet. "Ich hatte keine Ahnung, dass es tatsächlich Leute gibt, die zu Papier und Stift greifen, um alle möglichen Bibel-Zitate auszuspucken... [Diese Bibel-Passagen] sind vor ein paar tausend Jahren geschrieben worden, mit dem alleinigen Zweck, ein sich entwickelndes Nomadenvolk geeint und stark zu machen, indem man es aufforderte, um jeden Preis zu wachsen und sich zu vermehren... Seltsamerweise kamen die meisten Beiträge von Frauen... Frauenrechte sind in den meisten Teilen der aufgeklärten Welt noch relativ neu... In vielen anderen Ländern - in viel zu vielen - , gibt es diese Rechte nicht. Es ist interessant, dass in diesen rückwärtsgewandten scheinheiligen Gesellschaften Ehebrecherinnen immer noch gesteinigt werden, Ehemänner dürfen ihre Frauen schlagen und Väter ihre ungehorsamen Töchter erdrosseln. Homosexuelle werden selbstverständlich erhängt. Einen solchen Zustand können wir in der, wie gern sagen, 'zivilisierten Welt' nicht zulassen, oder? Natürlich nicht!" (07.08.2007)

POLITIK

Die Presse - Österreich

Papamonat für Österreichs Väter?

Nach dem Vorbild skandinavischer Länder soll es künftig in Österreich einen "Papamonat" geben - so die Pläne des österreichischen Sozialministers Erwin Buchinger, der die Väter zur Kinderbetreuung motivieren will. Bernd Marin findet das gut, aber nicht gut genug und blickt auf die Elterngeldpolitik im Nachbarland. "In Deutschland hat der Übergang vom schäbigen Erziehungsgeld zum einkommensbezogenen Elterngeld gleich im ersten Quartal 2007 die (zuvor Österreich vergleichbare) Väterkarenzquote verdoppelt. Und erstmals seit zehn Jahren zu Geburtenanstieg geführt... Elterngeld kostete tatsächlich viel mehr als das Kinderbetreuungsgeld. Und wir werden zudem auch noch sehr viel mehr Geld für Kindergärten und Nachmittagsbetreuung brauchen. Und doch kostete all das weit weniger als etwa die Ersatzzeiten für Kindererziehung zur Pension. Warum nicht einmal großkoalitionär 'klotzen statt kleckern', wie die Deutschen, statt kleinlich zu streiten?" (08.08.2007)

Postimees - Estland

Spannungen zwischen Russland und Georgien

In Georgien ist eine Rakete eingeschlagen und die Trümmer tragen russische Aufschriften. Nach Ansicht der georgischen Regierung handelt es sich um einen gezielten Abwurf Russlands, während das russische Militär die Anschuldigungen zurückwies. Die estnische Zeitung befürchtet nun eine weitere Verschlechterung der Beziehungen zwischen beiden Länder, die ohnehin durch die Spionageaffäre belastet sind. "Estland und die übrigen westlichen Staaten haben die Pflicht darauf zu achten, dass Georgien auf dem Weg der Demokratie bleibt und den Zwischenfall nicht nutzt, das Reformtempo zu drosseln. Es muss aber auch kritisch nachgefragt werden, ob Moskau nicht wegen seines laufenden Wahlkampfs tatsächlich die Waffen gegen Georgien richtet und bessere Beziehungen gar nicht im Interesse des Kremls liegen. Angespannte Beziehungen helfen Russland nämlich ausgezeichnet, von inneren Problemen abzulenken." (08.08.2007)

L'Hebdo - Schweiz

Auslandsschweizer haben keine politische Vertretung

"645.000 Bürger und keiner von ihnen wurde gewählt!", ärgert sich Mario Sessa. Er beklagt, dass die Auslandsschweizer in einem Land mit insgesamt 7,5 Millionen Einwohnern keine politische Vertretung haben. "Das politische Gewicht der Schweizer Diaspora ist arithmetische Realität und sollte sich auch direkt ausdrücken. Zwar kann ein Auswanderer bei einer Wahl antreten, aber wegen des Föderalismus kann er sich nur auf der Liste einer Partei in einem bestimmten Kanton aufstellen lassen. Bei diesem Verfahren hat er nicht die geringste Chance, auch tatsächlich gewählt zu werden." Mario Sessa schlägt vor, dass die Auslangsschweizer-Organisation "einen eigenen Wahlkreis erhält und eine bestimmte Zahl von Sitzen bekommt - im Ständerat wie in der Nationalversammlung. Ausgewanderte aus Italien oder Frankreich haben eine solche Vertretung." (02.08.2007)

La Stampa - Italien

Verschwörungstheorien in Italien

In Italien tobt derzeit eine Auseinandersetzung um den Priester Pierino Gelmini, der verschiedene Anlaufstellen für Drogenabhängige gegründet hat. Als ihm sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen wurde, sprach Gelmini von einem Komplott der "jüdischen Lobby" gegen die katholische Kirche. "Der Fall Gelmini fügt der inoffiziellen Geschichtsschreibung Italiens und der Welt eine neue Seite hinzu, einen weiteren Punkt auf der langen Liste der Komplotte, die dazu da sind, die Wahrheit zu verschleiern", schreibt Lucia Annunziata. Sie weist darauf hin, dass Verschwörungstheorien bei der politischen Elite des Landes sehr verbreitet sind. "Neben der offiziellen Geschichtsschreibung haben stets auch Verschwörungstheorien die nationale Entwicklung begleitet... Die Linke bezieht sich gern auf einen Pakt der Mafia mit den Christdemokraten oder mit dem Geheimdienst; die Rechte spricht stets von den Grünen und vom kommunistischen Einfluss... Das Komplott ist ein Instrument, um nichts erklären zu müssen. Mit seiner Hilfe kann die Gesellschaft undurchsichtig bleiben." (06.08.2007)

WIRTSCHAFT

Frankfurter Rundschau - Deutschland

Streiks bei der Deutschen Bahn?

Im Arbeitskampf um bis zu 30 Prozent höhere Löhne und um einen eigenen Tarifvertrag hat die Lokführer-Gewerkschaft in Deutschland für die nächsten Tage Streiks angekündigt. Stephan Hebel kommentiert: "Lange Zeit mutete es für deutsche Ohren geradezu seltsam an, wenn von Bahnstreiks in England, Italien oder Frankreich zu hören war. Wer in Deutschland eine Lok fuhr, war Beamter und damit Teil eines Deals: Streiks waren tabu, aber dafür war der Arbeitsplatz so sicher wie kaum irgendwo sonst... Auf lange Sicht ist der Bahnstreik nichts anderes als eine Episode in einem sehr grundsätzlichen Kampf. Er wird darum geführt, ob es den globalisierten Kapitalismus auch in sozialverträglicher Form gibt. Wenn die Mehdorns [gemeint ist der Deutsche-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn] dieser Welt glauben, sie könnten ihre Profite, ihre Börsentauglichkeit und damit ihre Arbeitnehmer zu Dumpingpreisen haben, dann wird ihnen der Laden irgendwann um die Ohren fliegen." (07.08.2007)

The Irish Times - Irland

Dublins teure U-Bahn

Die Zeitung hatte am Dienstag, den 7. August gemeldet, dass die erste U-Bahn Dublins mindestens fünf Milliarden Euro kosten wird. Heute kommentiert sie: "Die 17 Kilometer lange Strecke, die zum größten Teil unterirdisch verläuft, wäre die größte Einzelinvestition in die öffentliche Infrastruktur in der Geschichte des Landes. Die enorme Summe, die die 'Nord-Metro' kostet, ist nur öffentlich geworden, weil in den Papieren, die diese Zeitung aufgrund des Informationsfreiheitsgesetzes bekommen hat, eine Zahl nicht ausreichend geschwärzt war, um unkenntlich zu sein... Es ist unklar, warum man eine U-Bahn braucht - und nicht etwa ein umfangreiches Straßenbahnnetz. So wie in Bordeaux, wo sich die ganze Stadt durch ein Straßenbahnnetz verändert, das am Ende nur eine Milliarde Euro kostet... Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, zumindest ungefähr zu erfahren, was große Infrastrukturprojekte kosten. Die Regierung darf die Steuerzahler darüber nicht im Unklaren lassen." (08.08.2007)

KULTUR

Népszabadság - Ungarn

Roma-Pavillon bei der Biennale

Bei der Biennale in Venedig gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal einen Pavillon, in dem die Kunst einer Minderheit - der in mehreren europäischen Ländern lebenden Roma - ausgestellt wird. Mit dabei ist der britische Künstler Daniel Baker, der im Interview mit Ágnes Bihari über seine Identität und seine Kunst spricht. "Ich bin ein Roma, das ist keine Frage, aber ich bin gleichzeitig ein Engländer. So geht es uns allen, oder? Unsere Identität hat mehrere Elemente, von denen eines in den Vordergrund rückt... Ich male nicht auf Leinwände, sondern auf Spiegelflächen. Sie weisen auf den imaginären Ort hin, den die Gesellschaft den Roma zugedacht hat. Wir werden nie so gesehen, wie wir in Wirklichkeit sind. Wir erscheinen entweder als ein gesellschaftliches Problem oder als romantische, leicht mystifizierte Gestalten mit einer Geige oder ähnlichen Requisiten." (08.08.2007)

LOKALE FARBEN

To Ethnos - Griechenland

Weinmangel in Griechenland und Italien

Melina Haritatou beschreibt, wie sich die extremen Wetterschwankungen in Griechenland auf den Wein auswirken. "Erst hat Griechenland zwei Monate lang Gluthitze erlebt, jetzt wird der Norden des Landes überschwemmt und für kommende Woche ist eine neue Hitzewelle angekündigt. Das bringt gewiss täglich Unannehmlichkeiten mit sich, aber für unsere Konsumgüter ist das noch viel schlimmer. So hat etwa die Weintrauben-Saison einen Monat zu früh angefangen. Dieses Phänomen gibt es auch in manchen unserer Nachbarländer, zum Beispiel in Italien, wo die Weinkenner schon danach lechzen, früher als angenommen die neuen Chardonnays, Pinots gris, Merlots und all die anderen Weinsorten verkosten zu können... In Italien [auch in Griechenland ] droht Mangel zum Problem zu werden. In Italien werden in diesem Jahr voraussichtlich 45 Millionen Hektoliter Wein produziert - fünf Millionen weniger als im vergangenen Jahr." (08.08.2007)

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