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Home / Presseschau / Archiv / Presseschau | 24.08.2007

 

TOP-THEMA

Rassismus in Europa

Rassismus in Europa

 

In Deutschland sorgt ein rassistischer Überfall für Schlagzeilen, in Ungarn wird über die Gründung einer neuen rechtsextremen Gruppierung diskutiert und europaweit ist die Lage der Roma ein Thema. Ist Rassismus ein europäisches Problem? » mehr

Mit Artikeln aus folgenden Publikationen:
taz - Deutschland, Neue Zürcher Zeitung - Schweiz, Dnevnik - Bulgarien, Der Standard - Österreich

taz - Deutschland

Nach einem rassistischen Überfall auf eine Gruppe Inder in der sächsischen Kleinstadt Mügeln am vergangenen Wochenende, beschäftigt sich die deutsche Presse intensiv mit Rechtsextremismus und Rassismus. Christoph Seils fragt nach den Ursachen dieser Gewalt im Osten Deutschlands: "Nach der Wende wurde es versäumt, zivilgesellschaftliche Strukturen von unten aufzubauen, gleichzeitig wurden die sozialen Strukturen zerstört. Die ostdeutsche Transformation wurde vom Westen bestimmt, dessen gesellschaftlicher Konsens bis heute im Osten nicht verankert ist. Die NPD und viele militante Kameradschaften sind in diese Vertretungslücke hineingestoßen... Wer den Rechtsextremismus und die Gewalt im Osten eindämmen will, muss aber endlich die fragilen Lebenswelten derjenigen, die die NPD erfolgreich mobilisiert, wahrnehmen und deren Ängste ernst nehmen. Der muss mit den Menschen in deren Sprache kommunizieren und ihnen soziale und demokratische Perspektiven aufzeigen. Das heißt letztendlich, die Menschen müssen wieder in die Gesellschaft integriert werden." (24.08.2007)

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz

In Ungarn sorgt die Gründung der rechtsextremen Bewegung "Ungarische Garde" für heftige Diskussionen, wie Ulrich Schmid berichtet. "Auf der einen Seite kann man nicht deutlich genug darauf hinweisen, dass es in Ungarn eine umfassende gesellschaftliche Zustimmung zu rechtsextremen Gruppen schon seit einiger Zeit nicht mehr gibt und dass das Land gewiss nicht am Rande des nationalistischen Abgrundes steht... Entwarnung kann dennoch nicht gegeben werden. Unermüdlich sind die Rechtsextremen dabei, sich zu organisieren, und liberale Demokraten sind froh darüber, dass die Führer dieser Gruppen in der Regel ebenso verdreht wie eigenbrötlerisch sind und sich rasch zerstreiten. Doch das, was an nationalen Feiertagen oder bei Fußballspielen sichtbar wird, ist besorgniserregend genug. Bei den Eruptionen der Gewalt am 50. Jahrestag des heldenhaften Aufstandes gegen die kommunistisch-sowjetische Herrschaft im vergangenen Jahr waren Rechtsextreme an vorderster Front dabei, und in diesem Herbst wollen sie vereint aufmarschieren." (24.08.2007)

Dnevnik - Bulgarien

Wie auch in Italien gibt es derzeit in Bulgarien eine Debatte über den Umgang mit der Roma-Minderheit. Vergangene Woche kam es in einem Randviertel von Sofia nach einem Überfall von Skinheads auf Roma zu einem Gewaltausbruch einer Gruppe von Roma gegen Bulgaren. Der bulgarische Schriftsteller Georgi Gospodinow schreibt: "Heute werden den Roma viele Stereotype zugeschrieben, sie haben einen schlechten Ruf. Auch wenn wir seit Jahrzehnten im gleichen Land leben, so haben wir auf die Roma immer herabgeschaut, ihr Platz war irgendwie immer nur in der Ecke... Stereotype berauben den anderen seiner Vergangenheit, entziehen ihm das Recht auf eine Biografie, auf seine Kinder, seine Mutter, seine Trauer, seine Zahnschmerzen und seine Kindheit... Man verprügelt leichter jemanden, der anders ist als man selbst, von dem man aber eigentlich nichts weiß." (24.08.2007)

Der Standard - Österreich

Irene Brickner versucht einen Zusammenhang zwischen rassistischen Vorfällen in verschiedenen europäischen Ländern herzustellen. Rassismus gehöre zu den akutesten Problemen der EU und der sie umgebenden Staaten, meint sie. "Rassismus, der in allen Bevölkerungen latent vorhanden ist, der aber in den vergangenen Jahren besonders viel Nahrung erhalten hat und so zu einer in vielen Teilen des Kontinents lauernden, permanenten Gefahr geworden ist... Nötig wären EU-weite klare und faire Regeln, wer wie in der Union Aufenthalt nehmen und arbeiten darf: Staaten wie Griechenland, wo ein Viertel aller Einwanderer illegal lebt und pfuscht, züchten sich chronischen Unfrieden, Staaten wie Österreich mit extrem rigiden Bestimmungen humanitäre Probleme heran. Überfällig ist aber auch das offene Ansprechen und somit Ankämpfen gegen rassistische Ressentiments: In Regionen wie Ostdeutschland mit seinen 'No-Go-Areas' für Ausländer wird sonst Europa niemals wirklich stattfinden können." (24.08.2007)

REFLEXIONEN

Dziennik Gazeta Prawna - Polen

Leon Tarasewicz über Polens Absturz in die Provinzialität

Leon Tarasewicz, Maler und einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstler Polens, sieht sein Land in einer tiefen Krise: "Einst haben wir auf Litauen, Lettland oder Estland von oben herab geschaut. Heute entwickeln sich ausgerechnet diese Länder schneller als Polen. Falls sich in Weißrussland das System ändert, dann wartet auf uns eine noch größere Blamage, denn auch dieses Land kann uns überholen… Wenn man das Wort 'Patriotismus' in allen Fällen durchdekliniert und anlässlich zahlreicher Jahrestage Inszenierungen auf der Straße veranstaltet - so wie auf den Märkten fürs Volk im Mittelalter - dann führt das zu nichts, wenn man darüber die wichtigsten Dinge vergisst. Ein junger Mensch wird nur stolz auf sein Land sein, wenn er erfüllt ist von dem, was er um sich herum sieht. Große Worte und anachronistische Betrachtungen der Vergangenheit reichen nicht. Man muss das Land endlich wirklich reformieren. Sonst droht uns Rückständigkeit und Absturz in die tiefe europäische Provinz." (23.08.2007)

Süddeutsche Zeitung - Deutschland

Wolfgang Koydl über die Kinderfeindlichkeit der Briten

Wolfgang Koydl überlegt, warum ausgerechnet in Großbritannien derzeit so viel Gewalt unter Jugendlichen und Kindern gibt: "Die britische Gesellschaft hat traditionell ein gestörtes Verhältnis zu ihrem Nachwuchs. 'Wohlerzogene Kinder sieht man, aber man hört sie nicht', mahnten Erzieher schon in viktorianischer Zeit, und an dieser Einstellung hat sich wenig geändert. Die Entfremdung aber zersetzt die Familie und ist - gepaart mit dem Verfall überkommener Autoritäten - letztlich ein Grund dafür, weshalb sich die Gesellschaft in jener Krise befindet, die zu der Gewaltorgie gelangweilter, unverstandener und brutalisierter Jugendlicher geführt hat... Schon mit zehn Jahren sind Jungen und Mädchen in Großbritannien strafmündig... Im selben Alter verschwindet der Nachwuchs all derer, die es sich leisten können, in teuren Internaten. Dies garantiert eine Karriere, beraubt die künftige Elite aber eines Familienlebens, ebenso wie die Kinder des Sozialhilfeempfängers, der zwischen Pub und Fernsehen pendelt." (24.08.2007)

POLITIK

Diário de Notícias - Portugal

Portugiesischer Außenminister besucht den Kosovo

Die Tageszeitung berichtet über den Besuch des portugiesischen Außenministers Luís Amado in Pristina, der Hauptstadt des Kosovo. "Die Kosovaren wissen, dass sie seit dem Krieg von 1999 auf die Unterstützung der Vereinigten Staaten rechnen können. Die Serben wiederum genießen die Sympathie der Russen... Vermutlich wird die EU damit beauftragt, eine Lösung zu finden, die alle Seiten das Gesicht wahren lässt. Luís Amado hat bei seinem Besuch in Pristina bekräftigt, dass die EU bei der Suche nach einer Lösung 'große Verantwortung' zuteil wird. Der Kosovo ist ein Problem, das dem Minister unter den Nägeln brennt und die Zeit der portugiesischen Ratspräsidentschaft bestimmen könnte. Eine einseitige Unabhängigkeitserklärung würde Serbien auf ewig das Gefühl vermitteln, es sei das ungeliebte Kind Europas, und die pro-europäischen Politiker diskreditieren – außerdem würde es Moskau brüskieren. Im Gegensatz dazu würde eine Lösung auf dem Verhandlungsweg - mit Zugeständnissen an Serbien und dem Versprechen auf eine spätere EU-Mitgliedschaft - zur Zufriedenheit führen. Oder sie würde zumindest aufatmen lassen." (23.08.2007)

La Tribune - Frankreich

Über die Popularität Angela Merkels

François-Xavier Piétri ist beeindruckt, dass die deutsche Kanzlerin auch nach der Hälfte ihrer Amtszeit so populär ist. "Wer hätte im Herbst 2005 auch nur einen Euro auf Angela Merkel gesetzt? Niemand, oder fast niemand, denn ihr Weg zur Macht war sehr schwierig... Heute, zwei Jahre später, begeistert eine Frau, die nach Umfragen drei Viertel der Bürger auf ihrer Seite weiß, die mit ihrem Handeln einverstanden sind... Worin gründet dieser Erfolg? Er lässt sich vor allem mit der starken deutschen Wirtschaft erklären... Die Nachricht des Tages ist die Verkündung des ersten Haushaltsüberschusses in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Nicht schlecht für ein Land, das lange Zeit die Regeln des EU-Stabilitätspaktes verletzt hat... Diese Erfolge gehen in erster Linie auf die unpopulären Reformen ihres Vorgängers Gerhard Schröder zurück, die ihn seine Wiederwahl gekostet haben. Seinerzeit hatte auch Tony Blair seine ersten Erfolge dank... der kompromisslosen Margaret Thatcher einfahren können." (24.08.2007)

Corriere della Sera - Italien

Silvio Berlusconi gründet neue Partei

Der italienische Historiker Ernesto Galli della Loggia kommentiert die neue 'Partei der Freiheit', die der ehemalige Staatschef Silvio Berlusconi gemeinsam mit Michela Vittoria Brambilla ins Leben rufen möchte. Brambilla ist Organisatorin der überall im Land entstandenen 'Freiheitszirkel', in dem die der Berlusconi-Partei Forza Italia verbundenen Jungunternehmen organisiert sind. "Die neue Initiative [Berlusconis] zeigt, dass die Forza Italia von vornherein ein künstliches Gebilde war und es auch geblieben ist: es gibt kein Parteivolk, keine Führungskräfte, keine Diskussionen... Es gibt nur den Chef, und das ist er aus einem einzigen Grund: er besitzt die Fernsehkanäle und viel Geld... In welchem anderen Land wäre es möglich, dass der Vorsitzende einer Partei, ohne irgendjemanden ins Vertrauen zu ziehen, heimlich eine andere gründet und sie einer Person seiner Wahl übergibt?.. Berlusconi versucht, das Mitte-Rechts-Bündnis aus der Sackgasse zu manövrieren. Er gründet lieber eine neue Partei, statt über die politischen Probleme seiner Koalition nachzudenken." (23.08.2007)

La Libre Belgique - Belgien

Yves Leterme scheitert an Regierungsbildung

Seit die Christdemokraten die belgischen Parlamentswahlen am 10. Juni gewonnen haben, hat deren Spitzenkandidat, der derzeitige Ministerpräsident Flanderns, Yves Leterme, vergeblich versucht, eine Regierung zu bilden. Nun hat Leterme den Auftrag zurück gegeben. Es sei ihm nicht gelungen, bedauert Michel Konen, die Forderungen der Flamen und der Wallonen zu vereinbaren: Leterme "war der Situation nicht gewachsen. Er war zu selbstgewiss und besaß nicht genügend Vertrauen in die anderen. Sein Aufgeben stellt zugleich die flämische Strategie in Frage: den gewaltsame Durchmarsch. .. Doch niemand sollte sich über Letermes Scheitern freuen. Denn es zeigt, wie weit die Meinungen zwischen Flandern und dem französischsprachigen Teil des Landes über die Zukunft auseinander gehen... Und machen wir uns keine Illusionen: das Spiel wird von vorne losgehen, nur härter... Dabei sollte es im Jahr 2007 doch möglich sein, die alle Politiker zu versammeln, sich über das Bekannte hinwegzusetzen, gemeinsam zu träumen und unser Land neu zu erfinden!" (24.08.2007)

WIRTSCHAFT

Delo - Slowenien

Die Deutsche Bahn interessiert sich für Slowenien

Die Zeitung reagiert auf die Meldung, dass es zwischen der Deutschen Bahn und dem slowenischen Staat Verhandlungen über die Gründung einer Holding "DB Slovenia" gibt. Demnach würde die Deutsche Bahn maßgeblichen Einfluss auf das slowenische Logistikunternehmen Intereuropa, die Slowenische Eisenbahnen SZ und die Eisenbahninfrastruktur nehmen. Ales Stregar plädiert für eine solche Kooperation. "Die Modernisierung der Eisenbahn-Infrastruktur kostet mindestens neun Milliarden Euro. Geld, das der Staat nicht hat... Alleine schaffen wir das Projekt nicht. Daher führt der Staat Verhandlungen mit der Deutschen Bahn, die vor allem der Durchbruch nach Südosten interessiert. Immer spielt die Angst mit, Slowenien könnte unter Wert verkaufen. Doch was? Die veraltete Trasse? Eine Infrastruktur, die vor einem halben Jahrhundert noch in Frage gekommen wäre? Eine Spedition, die egal welcher Wettbewerber mit Leichtigkeit erwerben kann?" (23.08.2007)

MEDIEN

The Guardian - Großbritannien

Die Potenziale der Senioren-Surfer

Die über 65-jährigen "Surfer mit Silberhaar" verbringen durchschnittlich 42 Stunden in der Woche im Internet - deutlich mehr, als jede andere Altersgruppe. Zu diesem Erebnis ist die britische Regulierungsbehörde für Telekommunikation Ofcom gekommen. Technologie-Redakteur Victor Keegan meint dazu: "Die beste Möglichkeit für Ältere ist, neue soziale Webseiten wie etwa Facebook in Beschlag zu nehmen. Sie gelten zwar bei der Jugend als der letzte Schrei, doch wenn Menschen älter und isolierter werden - Arbeitskontakte lassen nach und Reisen wird schwieriger -, dann brauchen sie diese Netzwerke besonders. Ältere Menschen wollen kein Ghetto, das extra für sie eingerichtet wurde nach dem Motto: 'Wenn du alt bist, lass dich hier nieder'. Sie wollen mit Freunden in Kontakt bleiben, aber auch neue Leute kennen lernen, egal welchen Alters, mit denen sie gemeinsame Interessen haben. Man ist vielleicht gleich alt, hat aber nicht unbedingt gleiche Interessen. Soziale Webseiten bieten außerdem verlockende politische Möglichkeiten. Ein Drittel der Wahlberechtigten ist älter als 55 Jahre. Diese Menschen wählen doppelt so häufig wie jüngere Menschen." (24.08.2007)

Fokus - Schweden

Musik-Downloads als Form des zivilen Ungehorsams

20 Prozent aller erwachsenen Schweden laden illegal Musik aus dem Internet herunter. Nun gibt es einen Gesetzentwurf, nach dem die Inhaber von Urheberrechten künftig von Internetprovidern verlangen können, die Identität von Menschen, die Werke unerlaubt über das Internet verbreiten, preiszugeben - ohne wie bisher Polizei oder Staatsanwaltschaft einschalten zu müssen. Martin Ådahl meint, nicht die "Musik-Diebe" seien das Problem, sondern die "führenden Vertreiber von Musik und Film". "Sie besitzen sämtliche Musik des 20. Jahrhunderts und über Verträge mit den Künstlern auch einen Großteil der heutigen Musik... Das Oligopol raubt von den Künstlern und von den Verbrauchern... Ziviler Ungehorsam scheint hier der einzige Ausweg. Für die Musik- und Filmindustrie ist es an der Zeit aufzuwachen. Die Branche muss ihr Modell ändern und ihre Gewinnspannen senken. Gebt die lächerlichen Versuche auf, Millionen Jugendliche als Kriminelle abzustempeln." (24.08.2007)

KULTUR

Gazeta Wyborcza - Polen

Theaterstück zur polnisch-russischen Geschichtspolitik

Im Breslauer Theater "Ad Spectatores" entsteht zur Zeit in Zusammenarbeit mit dem Moskauer "Teatr.doc" das Stück "1612" - eine Erinnerung an einen Sieg des russischen Heeres über die polnischen Besatzer Moskaus am 4. November 1612 im polnisch-russischen Krieg (1609-1618). Das Theaterstück sei eine Antwort auf die neue Geschichtspolitik in Polen und Russland, erklärt Regisseur Krzysztof Kopka im Gespräch mit Joanna Dekaczew. "Seit zwei Jahren ist der 4. November in Russland als 'Tag der nationalen Einheit' offizieller Feiertag, noch vor drei Jahren konnte niemand etwas mit diesem Datum anfangen. Über die Einzelheiten der Vertreibung der Polen aus dem Kreml... wussten nur Historiker mit Spezialinteresse für das 17. Jahrhundert etwas... Wir wollen uns von einer Geschichte, die verbogen wird, befreien und mit unserer heutigen Sensibilität und unseren empathischen Fähigkeiten ein Bild dieser zwei Gesellschaften im Krieg zeichnen." (24.08.2007)

LOKALE FARBEN

El País - Spanien

"Klein-England" in Spanien

Mehr als eine Million Briten leben in Spanien. Joseba Elola ist diesem Phänomen in dem kleinen Ort San Fulgencio nachgegangen: "Sonnenbräune und Shorts, in Flipflops arbeiten. E-Mails checken, einen Espresso schlürfen, ein paar Telefonate machen, eine Bahn im Pool schwimmen... Colin Samlley hat es schnell kapiert: Hoch lebe das Internet, es lebe Spanien. Adieu ihr tristen Wolken in Middlesbrough, herzlich Willkommen in San Fulgencio. Seit zweieinhalb Jahren bewohnt der 55jährige englische Unternehmer ein Haus mit Swimmingpool in dem neuen Wohnbereich La Marina, der innerhalb von zehn Jahren das Dörfchen San Fulgencio eingekesselt hat. Nach Angaben des spanischen Statistikamtes ist die Bevölkerung des Ortes zu 48,8 Prozent britisch, so dass die jungen Menschen dort ihn bereits 'Klein-England' getauft haben." (24.08.2007)

BRÜSSELER SPITZEN

Woxx - Luxemburg

Der Kreationismus auf dem Siegeszug?

Im Juni hat sich Europarat geweigert, einen Bericht über "Die Gefahren des Kreationismus in der Bildung" zu verabschieden. Er soll überarbeitet werden. Laurent Mignon, Professor für türkische Literatur von der Bilkent-Universität in Ankara, ist empört: "Man sollte darauf hinweisen, dass die Anhänger des Kreationismus selbst zur politischen Elite und europäischen Bürokratie gehören. Die Medien berichten ausführlich über den kleinsten sprachlichen Ausrutscher eines Imam in den Stadtteilmoscheen der Arbeiterviertel von Birmingham, Marseille oder Berlin und behandeln ihn als Gefahr für unsere westliche Lebensart. Wir sollten aber nicht vergessen, dass Abgeordnete, Kommissare und Bürokraten in den feinen Salons der europäischen Institutionen das Erbe des sozialen und ideologischen Kampfes, der das 19. und einen Teil des 20. Jahrhunderts bestimmte, aufs Spiel setzen." (24.08.2007)

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