Die Tageszeitung Cotidianul beobachtet eine schleichende Rückkehr des faschistischen Denkens in Europa und der Welt: "Das ist ein Geisteszustand, der hier wächst. Ob in Rom, Bukarest, London oder Paris, die täglichen Ängste produzieren Monster. Jenseits vom Wahlzyklus erscheint das Subjekt heute aktueller denn je. In einem neuen europäischen Kontext ist eine Debatte nötig. Woher kommt diese Attraktion für den populären Faschismus? Der Illusion, dass der Faschismus im weitesten Sinne in den ex-kommunistischen Ländern nicht vorkommt, hat die Realität widersprochen. Die Verbindung eines wilden Kapitalismus, wie er in den Transformationsländern ausufernd praktiziert wird mit der Verlockung Autorität auszuüben, kann nicht verheimlicht werden. Das zeigt das Russland Putins ebenso wie das post-maoistische China, wo sich der härteste Kapitalismus mit einem autoritären Regime verbündet hat. Dass die politische Demokratie und der Kapitalismus nicht immer eine sehr gute Beziehung führen, ist seit langem bekannt, dass sich der Faschismus wiederholen könnte, wird seltener zugegeben. Was, wenn sich Geschichte wiederholt? Wenn die Wahlen von Gianni Alemanno als Bürgermeister von Rom oder die Anti-Immigranten-Politik, die von der Berlusconi-Regierung gebilligt wurde, nicht reine Zufälle sind? Politik und Demokratie sind lediglich Instrumente, die die Funktionalität des Marktes gut absichern sollen. Wenn die Verteidigung des Marktes aber verlangt, dass der wilde Kapitalismus alltägliche Ängste schürt, könnte es sein, dass die Demokratie geopfert wird." (28.05.2008)
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