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Home / Presseschau / Archiv / Presseschau | 04.06.2008

 

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Welternährungskonferenz in Rom

Welternährungskonferenz in Rom

 

Die weltweite Lebensmittelkrise stellt die Welternährungsorganisation (FAO) vor große Herausforderungen. Auf dem FAO-Gipel in Rom soll nach Lösungen gesucht werden. Doch Europas Presse kritisiert die römische Konferenz - und die FAO selbst. » mehr

Mit Artikeln aus folgenden Publikationen:
ABC - Spanien, La Repubblica - Italien, Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland, The Guardian - Großbritannien

ABC - Spanien

Zum Treffen der Welternährungsorganisation in Rom schreibt die Tageszeitung ABC: "Zum Schaden derer, die helfen wollen, haben die Versammelten wieder einmal gezeigt, dass die Politisierung eines Problems - selbst mit den besten Absichten - der direkte Weg zu dessen Verschlimmerung ist. Es war wirklich eine Schande, anhören zu müssen, wie ... [das Staatsoberhaupt von Simbabwe] Robert Mugabe die Situation genutzt hat, um den Westen für den Hunger verantwortlich zu machen, den er seinen Untertanen aufgezwungen hat. ... Andererseits fehlte jede Spur von Selbstkritik von Seiten der Gastgeberorganisation, ... die unfähig war, die aktuelle Situation vorherzusehen und die Ursachen zu identifizieren." (04.06.2008)

La Repubblica - Italien

Die Tageszeitung La Repubblica widmet dem Treffen der FAO einen Leitartikel: "Wenn ein Unternehmen, eine Institution oder eine Regierung die gesteckten Ziele nicht erreicht, wechseln normalerweise die Personen in den verantwortlichen Positionen. Die Manager werden entlassen, Neuwahlen finden statt. Die FAO hat sich 1996 das Ziel gesetzt, bis 2015 die Zahl der damals 800 Millionen hungerleidenden Menschen zu senken. Heute, 2008, sind es 850 Millionen und die Nahrungsmittelkrise droht, diese Zahl in Kürze um weitere 100 Millionen anwachsen zu lassen. ... Die Gesprächspartner von FAO-Generaldirektor Jacques Diouf sind Produzenten von gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln, Verkäufer von Saatgut, Hersteller von Junk Food . ... Dabei ist die einzige Lösung eine biologische und ökologische Landwirtschaft, dezentralisiert, demokratisch und kooperativ. Das eigentliche Problem ist die industrialisierte Landwirtschaft und die von ihr produzierten Übel wie die Verseuchung des Boden. … Aber in Rom kommen diese Dinge nicht zur Sprache." (04.06.2008)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland

Die Tageszeitung Frankfurter Allgemeine Zeitung kommentiert die fehlende Strategie der Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO): "Der Generaldirektor der FAO, Jacques Diouf, hat ... begonnen, die Botschaft 'seines' Ernährungsgipfels auf Altbekanntes zu reduzieren: Er warnt vor wachsender Hungergefahr in der Welt. Und er fordert mehr Geld für die Entwicklungsländer. Doch dieser Botschaft fehlt nicht nur die konstruktive Perspektive, sondern die Glaubwürdigkeit. ... So stehen die exzellenten Fachkenntnisse von FAO-Experten im Kontrast zum Versagen der politischen Spitze. ... Kein Wunder, dass es bisher nicht gelang, das Profil der FAO zu schärfen, obwohl die Organisation die Fähigkeit besitzt, in größeren Zusammenhängen zu denken. ... Den besten Beitrag zur Welternährung würde Jacques Diouf deshalb leisten, wenn er Platz machen würde für einen Neuanfang in der FAO." (04.06.2008)

The Guardian - Großbritannien

Die Tageszeitung The Guardian argumentiert im Zusammenhang mit dem Welternährungsgipfel in Rom gegen Biotreibstoffe. "Nur die allergrößten Optimisten würden erwarten, dass der UN-Gipfel die reichen Länder davon abhalten wird, Subventionen an ihre Bauern zu verteilen. Ein dreitägiges Treffen ... hat keine Chance gegen die Jahrzehnte alte EU-Agrarpolitik. ... Es gibt jedoch eine Maßnahme, die die Minister ergreifen könnten, und die eine wirkliche und sofortige Wirkung hätte: Eine Verlangsamung [der Produktion von] Biotreibstoffen zu fordern. ... Es dämmert der EU und Großbritannien jetzt, dass Biotreibstoffe die Ernährungskrise verschlimmern. Sie sollten diesen Gipfel nutzen, sich dafür einzusetzen, die Produktion von Biotreibstoffen zu stoppen, wo immer es Beweise gibt, dass sie den Nahrungsnachschub behindert." (04.06.2008)

POLITIK

Sme - Slowakei

Balkan ist sicherer als Westeuropa

"Der Balkan ist sicherer, als man glaubt", schreibt die liberale Tageszeitung aus Bratislava unter Berufung auf einen Bericht des zuständigen UNO-Beauftragten, Antonio Maria Costa. "Es ist wahrscheinlicher, in Schweden als in Mazedonien ermordet zu werden. Auch in Rumänien kann man sich sicherer fühlen, als in der Schweiz. Die Balkan-Region, die in den vergangenen Jahren Ort blutiger Kämpfe war, erlebt einen Rückgang bei klassischen Verbrechen. Morde, Diebstähle, Vergewaltigungen oder Überfälle kommen derzeit dort weniger vor als in Staaten Westeuropas. ... Der Balkan ist aber dennoch nicht das Paradies auf Erden. Die Gegend wird vor allem vom organisierten Verbrechen heimgesucht, auch wenn das ebenfalls rückläufig ist. ... Der Balkan bleibt auch das europäische Haupteinfalltor für Drogen." (04.06.2008)

Frankfurter Rundschau - Deutschland

Vernachlässigter Ostseerat

"Wenn am heutigen Dienstag in Riga das Gipfeltreffen der Ostseestaaten beginnt, fehlen die beiden Prominentesten in der Teilnehmerliste - Wladimir Putin und Angela Merkel. ... Die Zusammenarbeit um die Ostsee steht nicht mehr sonderlich hoch auf der politischen Prioritätenliste, und das ist schade. ... Der Plan der Ostsee-Gasleitung von Wyborg nach Greifswald ist ein typisches Beispiel dafür. Russisches Erdgas nach Europa zu führen, hätte ein Projekt werden können, von dem die ganze Region profitiert. ... Und nicht nur im Energiesektor hapert es an einem Miteinander der Ostseeländer. Der Arbeitsmarkt ist längst nicht integriert, die einen leiden unter dem Abzug der bestqualifizierten Kräfte, die anderen versuchen, sich mit zweifelhaften Mitteln gegen Billigkonkurrenz zu schützen. Die Ostsee selbst wird von all ihren Anrainern verseucht und zugedüngt und droht zu ersticken. Es sind nicht mangelnde Themen, die die Bedeutung des Ostseerats mindern, es ist mangelnder politischer Wille." (04.06.2008)

The Guardian - Großbritannien

Fünf Ratschläge an Obama

Nachdem Barack Obama die Nominierung der Demokraten in der Tasche hat, gibt ihm Michael Tomasky in der Tageszeitung The Guardian fünf Ratschläge: "Erstens muss er sich neu definieren... Er braucht eine neue Wahlrede, die noch einmal seine stärksten Themen einbringt und seinen Kritikern Rede und Antwort steht. Zweitens muss er John McCain definieren. ... Er muss ihn wegen seiner Unterstützung für den Irak-Krieg in die Defensive treiben. ... Drittens muss sich Obama mit den Clintons aussöhnen und besonders mit den Hillary-Fans, die er im November dringend brauchen wird. ... Viertens muss er intensiver daran arbeiten, die Partei zu einigen. ... Fünftens und letztens: Er muss sich auf etwas gefasst machen. Wir werden bis zur Wahl viel rassistischen und anderen verrückten Mist sehen und hören." (04.06.2008)

Ta Nea - Griechenland

Erste Homo-Ehen in Griechenland

In Griechenland haben die ersten homosexuellen Paare geheiratet. Die Tageszeitung Ta Nea kommentiert die negativen Reaktionen auf die Hochzeiten: "Eine Gesellschaft, die starke traditionelle Bindungen und Meinungen bewahrt, kann solche radikalen Änderungen nicht leicht akzeptieren … Andererseits muss man erkennen, dass in diesen Reaktionen eine große Dosis Heuchelei ist, da solche Beziehungen im gesellschaftlichen Leben breit akzeptiert werden, … sofern sie nicht offen ausgelebt werden. Diese Stellung genügt aber nicht, um das Problem zu lösen, … weil die Betroffenen immer öfter das Recht beanspruchen, offen nach ihrer Entscheidung zu leben. ... Einfache Lösungen gibt es nicht. … Es muss eine vollständige gesetzliche Initiative von Seiten des Staates geben, die im Einklang mit dem Geist der Verfassung und den Bedürfnissen der heutigen Zeit ist. Alles andere ist ungenügend." (04.06.2008)

REFLEXIONEN

Polityka Online - Polen

Neuer Antisemitismus in Polen

Der Publizist Tomasz Wołek stellt fest, dass sich seine Annahme von 1984, der polnische Antisemitismus sei ein für immer vergangenes Problem, als falsch erwiesen habe. "Ich habe mich geirrt. Es kam mir nicht in den Sinn, dass die hier und dort an den Rändern züngelnden unscheinbaren Flammen des Antisemitismus im wiedergeborenen Polen, im 21. Jahrhundert, erneut zu einem Feuer gedankenlosen Hasses werden könnten. Dass sie einen Teil der Gesellschaft erfassen, ins politische Leben eindringen und sogar manche Männer der Kirche demoralisieren würden, trotz der Lehre von [Papst] Johannes Paul II., der deutlich machte, dass Antisemitismus eine Todsünde ist. Wenn ich [dem Direktor des Kirchensenders Radio Maryja] Tadeusz Rydzyk oder [dem Politiker] Ryszard Bender zuhöre, Texte [des Journalisten] Stanisław Michałkiewicz lese, die Exzesse der Allpolnischen Jugend beobachte ..., dann empfinde ich Verlegenheit und brennende Scham. Aber ich weiß auch, dass diese Gefühle nicht ausreichen." (03.06.2008)

Keskipohjanmaa - Finnland

Die neuen Bedrohungen der Welt

Die Tageszeitung Keskipohjanmaa denkt über die veränderte sicherheitspolitische Situation in der Welt nach: "Die Wahrscheinlichkeit eines Krieges ist in den letzten Jahrzehnten in Europa stark gesunken. Ehemalige Feinde sind voneinander abhängig geworden, so dass man sich Kriege schwer vorstellen kann. ... Nur die glaubwürdige Ausrüstung der Armee kann die Schwelle des Krieges noch weiter senken. ... Gegen Terrorismus, die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, organisierte Kriminalität, Menschenhandel, Angriffe auf Informationssysteme, ökologische Katastrophen und viele andere Bedrohungen ist man jedoch vom Schützengraben aus machtlos. Die Teilnahme am internationalen Krisenmanagement wird trotzdem nicht dazu führen, dass die Ausgaben für die Landesverteidigung zurückgehen. Ihr Anteil am Haushalt sind aber ohnehin nur ein paar Prozent. Auf der Einnahmeseite stehen eine Menge Kontakte und Erfahrungen im Bereich der Zusammenarbeit." (04.06.2008)

WIRTSCHAFT

Le Monde - Frankreich

Gegen strengere Börsengesetze

Die Tageszeitung Le Monde kommentiert den Widerstand kleiner und mittelständischer Unternehmen gegen strengere Regeln bei der Veröffentlichung ihrer Geschäftsbilanzen: "Die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die an der Börse gehandelt werden, wehren sich gegen immer aufgeblähtere Börsengesetze. In diesem Jahr zwingt sie die Verwaltung der Finanzmärkte dazu, ihre Halbjahreszahlen am 31. August zu veröffentlichen und nicht erst Ende September wie bisher. ... Diese verschärften Maßnahmen könnten kleinere Unternehmen davon abschrecken, sich durch die Börse zu finanzieren und sie könnten versuchen, Geld von Investmentfonds zu bekommen." (03.06.2008)

Delo - Slowenien

EU-Charta für Kleinunternehmen

In Slowenien trafen sich gestern etwa 400 Vertreter aus 40 Ländern zu einer Konferenz über die EU-Charta für Kleinunternehmen. Der slowenische Wirtschaftsminister Andrej Vizjak sagt aus diesem Anlass in der Tageszeitung Delo, dass Klein- und Mittelunternehmen den Durchbruch für die europäische und slowenische Wirtschaft garantieren können: "Die Gründung eines Unternehmens stellt kein Problem mehr dar, nun heißt es, die Aufmerksamkeit auf das Wachstum dieser Unternehmen zu lenken - dieser Phase wird sich auch die slowenische Ratspräsidentschaft widmen. ... Ermöglichen wir es diesen Unternehmen, ihre Potenziale zu verwirklichen, wird somit auch ein großes Stück Arbeit - verbunden mit den Zielen der Lissabon-Strategie - geschafft sein." (04.06.2008)

KULTUR

Gazeta Wyborcza - Polen

Kowalski oder Kovalskis

Die große polnische Minderheit in Litauen fordert, ihre Namen in polnischer Schreibweise verwenden zu dürfen, berichtet Jacek Pawlicki in der Tageszeitung Gazeta Wyborcza. Bereits vor einem Jahr hatte die litauische Regierung einen Gesetzesentwurf angenommen, der die polnische Schreibweise von Namen ermöglichen sollte. "Die Polen in Litauen haben Schwierigkeiten mit der Schreibweise ihrer Namen, denn die Litauer verändern automatisch alle fremd klingenden Namen nach den Regeln ihrer Landessprache. Statt Emilia Plater gibt es also Emilija Platerite, aus dem sprichwörtlichen Kowalski wird ein Kovalskis – oder höchstens Kovalski. Denn seit einigen Jahren fügen die litauischen Behörden nicht mehr zwingend die litauischen Endungen hinzu, sondern verändern die Buchstaben, die es im litauischen Alphabet nicht gibt, wie das 'w'. ... Sprachpuristen sind der Meinung, in Litauen sollten Namen litauisch geschrieben werden, weil das Sprachgesetz über dem Minderheitengesetz stünde." (03.06.2008)

MEDIEN

De Volkskrant - Niederlande

Briten und Deutsche haben besseres Fernsehen

In den Niederlanden ist eine Debatte entbrannt über die Spitzengehälter, die im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bezahlt werden, dessen Studios in der Kleinstadt Hilversum angesiedelt sind. Die Tageszeitung De Volkskrant nimmt dies zum Anlass, die Programmierung der Sender mit denen aus Großbritannien und Deutschland zu vergleichen. "Die Hilversumer Speisekarte wird seit Jahren zum großen Teil mit Seifenopern, Real-Life-Serien, Talkshows, Gottesdiensten, Spielshows und Sport gefüllt, umringt von ein paar Nachrichten- und Dokumentarrubriken. ... Nein, dann lieber die Deutschen und Briten. Es kann doch nicht nur eine Geldfrage sein, dass öffentlich-rechtlicher Rundfunk dort die ganze Woche hindurch immer wieder fantastische Reportagen und Dokumentationen ausstrahlt? ... Jedes mal, wenn man sich diese Sendungen anschaut, schämt man sich wieder ein bisschen mehr über die Bequemlichkeit und den eingeschränkten Horizont in Hilversum. Die Spitzengehälter, die dort bezahlt werden, stehen in einem scharfen Kontrast zu dem auf Einschaltquoten zielenden platten Fernsehprogramm, das dafür oft geliefert wird." (04.06.2008)

LOKALE FARBEN

The Daily Telegraph - Großbritannien

Polnischer Exodus

Immer mehr polnische Einwanderer verlassen Großbritannien. Die Tageszeitung The Daily Telegraph kommentiert diese Entwicklung. Als Polen 2004 der EU beitrat "waren die Bedingungen perfekt für einen polnischen Zustrom. Ein britisches Pfund war mehr als sieben polnische Zloty wert, ein Wechselkurs, der einen großen Anreiz für jene darstellte, die hier ein Auskommen suchten. ... Da die polnische Wirtschaft jetzt boomt und man für das Pfund nur etwas mehr als vier Zloty bekommt, geht jetzt das Institute for Public Policy Research davon aus, dass die Hälfte der eine Million osteuropäischer Arbeiter, die seit 2004 nach Großbritannien kamen, das Land wieder verlassen haben. ... Großbritannien muss im Vorfeld der Olympischen Spiele 2012 jede Menge bauen. Es wäre sicherlich gut, qualifizierte, verlässliche und billige Arbeiter zur Hand zu haben. Das Problem ist, dass 2012 auch für Polen einen stolzen Moment darstellt, wenn es die Fußball-Europameisterschaft ausrichtet. ... Wofür werden sich die polnischen Arbeiter entscheiden? Warschau oder London?" (04.06.2008)

SPORT

Berlingske - Dänemark

Nationalmannschaft mit Kopftuch

Eine besonders talentierte muslimische Fußballspielerin ist in die dänische Jugend-Nationalmannschaft aufgenommen worden. Sie hat vom dänischen Fußballverband DBU die Erlaubnis bekommen, bei Spielen ein Kopftuch zu tragen. "Ob die Nationalisten wohl ihre Finger von dieser Debatte lassen können, oder ist die Versuchung zu groß?" fragt sich die Tageszeitung Berlingske Tidende in diesem Zusammenhang. "Laut dem Informationschef des DBU gab es keinerlei Probleme bei den beiden Spielen, an denen die talentierte Spielerin teilgenommen hat. Aber so leicht werden der DBU, das Mädchen, die Regierung und die Heimatwehr wohl nicht davon kommen. ... Eine Panzerfaust in der Wertedebatte. Ein Gesetzesentwurf und eine Parlamentsmehrheit sind die einzige Lösung, und es kann gar nicht schnell genug gehen." (04.06.2008)

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