In der gegenwärtigen Finanzkrise zeigt sich nach Ansicht der Tageszeitung Trouw, dass das rheinische beziehungsweise das europäische das bessere Kapitalismusmodell ist als das angelsächsische: "Amerikanisches Fehlverhalten hat diese Krise verursacht. Jahrelang haben sowohl der Staat als auch die Bürger absurde Schulden gemacht, wobei der Eindruck erweckt wurde, dass diese nicht abbezahlt werden mussten. ... Es gibt eine andere Form des Kapitalismus, genannt der rheinische Kapitalismus, weil er in den Ländern herrscht, die am Rhein liegen. Dieser Kapitalismus schafft auch Wohlstand, in dem er freie Unternehmen auf Märkten konkurrieren lässt, aber dabei sind mehr Sicherheiten eingebaut. ... So haben die Aktionäre hier Einfluss, aber die Arbeitnehmer auch. Die Unternehmenskultur ist in dieser Kapitalismusform auch auf Gewinn ausgerichtet, aber dann mit langfristiger Perspektive. ... Das Band zwischen Finanzmärkten und Produktion ist noch nicht total durchgeschnitten. Und es gibt hier einen Staat, der kontrolliert, so wie eine Zentralbank, die Auswüchse im Bankenwesen verbietet. Ob dies das Ideal ist, ist die Frage, aber dass es einen Unterschied gibt, zwischen dem rheinischen und dem angelsächsischen Kapitalismus erkennen auch gerade die Amerikaner und Briten. Amerikaner und Briten haben in der Vergangenheit regelmäßig geringschätzig auf das vorsichtige europäische Festland verwiesen als Beispiel, wie man es nicht machen muss. Zum Glück sind wir hier anders geblieben. Zum Glück haben hier Staaten und Bürger weniger Schulden als in den USA. Zum Glück wissen wir jetzt, in welche Richtung wir uns weiter entwickeln müssen, um Wohlstand zu schaffen, ohne in einem Kasino zu landen." (29.09.2008)
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