António Guterres, Hochkommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge, fordert in der Wochenzeitung Rheinischer Merkur einen weltweiten Pakt zur Verbesserung der Situation für Flüchtlinge. "Kennzeichnend für das 21. Jahrhundert sind riesige Ströme von Menschen, die hin- und hergeschoben werden. Diese Menschenmassen weichen vor kriegerischen Auseinandersetzungen, Menschenrechtsverletzungen oder Naturkatastrophen aus und haben überall auf der Welt ihre Heimat aufgegeben. Auch die Globalisierung und mit ihr verbunden wirtschaftliche Expansion, ungelöste Armutsprobleme und andauernde Unsicherheit treiben viele Menschen von zu Hause fort. ... Wenn die Lage besser wird – wie in Afghanistan, Burundi, Liberia, Sierra Leone und Südsudan – muss der Übergang von der unmittelbaren Erleichterung nach Sofortmaßnahmen hin zu einer langfristigen Weiterentwicklung und friedlichen Stabilisierung vorangetrieben werden. ... Wir brauchen Hilfsmaßnahmen, um die Situation der Flüchtlinge in unterentwickelten Regionen zu verbessern. Doch dürfen sie den reichsten Ländern der Erde nicht zum Vorwand dienen, die Probleme, die den humanitären Schutz der Menschen betreffen, bei Ländern abzuladen, die weniger Mittel und Möglichkeit haben, den Massenzustrom zu bewältigen. Schutzmaßnahmen für Flüchtlinge im Süden können niemals eine Alternative zur Asylgewährung im Norden sein. Angesichts der schnell wachsenden und zunehmend mobileren Weltbevölkerung brauchen wir einen neuen humanitären Schutzpakt. Die globale Stabilität wird von der Fähigkeit der Länder dieser Welt abhängen, die Früchte eines schrumpfenden Planeten friedlich und gerechter als bisher unter sich aufzuteilen." (09.10.2008)
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