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Home / Presseschau / Archiv / Presseschau | 28.11.2008

 

TOP-THEMA

Terror in Indien

Terror in Indien

 

Bei Terroranschlägen in der indischen Finanzmetropole Mumbai sind über 100 Menschen getötet und mehrere hundert verletzt worden. Eine bisher unbekannte Gruppe namens Deccan Mudschaheddin bekannte sich zu den Angriffen auf Hotels und öffentliche Einrichtungen. Die europäische Presse kommentiert die Lage in Indien. » mehr

Mit Artikeln aus folgenden Publikationen:
The Times - Großbritannien, Der Standard - Österreich, Dziennik Gazeta Prawna - Polen, La Repubblica - Italien, The Irish Times - Irland

The Times - Großbritannien

Die Tageszeitung The Times warnt vor den Gefahren für den säkularen und pluralistischen indischen Staat: "Wenn der Virus des Fanatismus sich schon bei Indiens muslimischer Minderheit eingenistet hat, dann sieht die Zukunft für ein Land, das auf Toleranz, Säkularismus und einem multiethnischen Gleichgewicht aufgebaut ist, düster aus. Mit rund 150 Millionen Muslimen ist Indien die Heimat für eine der größten islamischen Gemeinden. Bis vor kurzem schien diese Minderheit dem religiösen Fundamentalismus entgangen zu sein, der anderswo Gruppen von Muslimen in den politischen Extremismus trieb. Aber die Spannungen sind gewachsen. ... Wenn al-Qaida, deren Fokus die Zerstörung der westlichen Macht und die globale Diktatur eines puritanischen Islam war, jetzt in der Lage ist, sich die Ressentiments der Millionen in Indien zunutze zu machen, wird es einen verhängnisvollen strategischen Sieg errungen haben." (28.11.2008)

Der Standard - Österreich

Indien, die aufsteigende Wirtschaftsmacht mit mehr als einer Milliarde Einwohnern, sei zu einer neuen Bühne des antiwestlichen Terrorismus geworden, schreibt die Tageszeitung Der Standard: "Al-Kaida, das Netzwerk Osama Bin Ladens, exportiert nicht länger nur mehr seine kranken Ideen und Praktiken, es verschmilzt mit neuen Islamistengruppen, fügt sich in nationale Konflikte wie jenen zwischen Muslimen und Hindus in Indien ein, verändert Struktur und Methoden des Terrors auf dem Subkontinent. … Der geplante Massenmord in Mumbai, die Verachtung für die Opfer, das Kalkül mit Symbolen und Medien hat sich dieses Mal gegen ein neues Ziel gerichtet - Amerikaner, Briten und jüdische Gläubige. … Für die internationale Gemeinschaft ist Indiens Terror ein neues Problem auf einer ohnehin langen Liste. Ein Krisenbogen in Südasien von Afghanistan über Pakistan nach Indien ist im Entstehen. Mumbai ist auch ein Erinnerungsruf an die kommende US-Regierung: 9/11 geht weiter." (27.11.2008)

Dziennik Gazeta Prawna - Polen

Die Tageszeitung Dziennik kommentiert den Anschlag in Indien: "Nach dem 11. September 2001 wurde Amerika eine für Terroristen uneinnehmbare Festung. Und Europa hat nach den Attacken in Madrid und London seine Schwachpunkte eliminiert. Noch haben die Mörder kein Leck entdeckt. Dennoch agieren sie in den schwachen Staaten mit Erfolg. In Bombay - wie im pakistanischen Islamabad im September - griffen sie Orte an, an denen sich Bürger westlicher Staaten aufhielten. ... Die Terroristen haben gezeigt, dass sie gut organisiert und in der Lage sind, sich ihre Ziele sorgfältig auszusuchen. Das war nicht der erste Angriff und mit Sicherheit auch nicht der letzte. Indien wird immer mehr durch Pakistan in die Afghanistan-Region hinzugezogen, wo Gewalt und Instabilität herrschen. Ein solches Ausmaß ist nur in einem Land möglich, in dem die innere Situation so weit von Stabiltität entfernt ist. ... Dieses Land [Indien] ist in eine finstere Periode eingetreten." (28.11.2008)

La Repubblica - Italien

Die links-liberale Tageszeitung La Repubblica meint, das Massaker von Mumbai schüre alte Rivalitäten zwischen Indien und Pakistan: "Wenn die Verdächtigungen zwischen den beiden atomaren Supermächten in eine akute Nervenkrise übergehen, wird die Situation brenzlig. … Aus dem Gewirr der Terrorgruppen mit verschiedenen Motivationen und Vorhaben kristallisiert sich folgende Idee heraus: Der islamische Wundbrand breitet sich über unabhängige Strömungen im asiatischen Subkontinent aus. Man kann sich leicht vorstellen, dass die Quelle des Flusses in Afghanistan liegt, dessen fruchtbares und buchtenreiches Hinterland Pakistan ist. Indien ist mit seinem oft gewalttätigen religiösen Mosaik wie ein großes gelobtes Land. Al-Qaida ist eher inspirierend als organisiert. Sollte die Gruppe die schon schwierigen Verhältnisse zwischen den beiden atomaren Supermächten noch weiter vergiften, könnte sich das, was uns heute als grauenhafte Utopie erscheint, bewahrheiten." (28.11.2008)

The Irish Times - Irland

Die Tageszeitung The Irish Times meint, Indien müsse nun Spannungen mit Pakistan verhindern: "Die indische Führung vermutet, dass die jungen Männer, die an den Anschlägen beteiligt waren, mit islamistischen Gruppen in Pakistan im Bunde sind, die anderswo ähnliche Attacken ausgeführt haben. Diese Gewalttaten werfen vor den Wahlen im nächsten Jahr sowohl beunruhigende Fragen hinsichtlich Indiens inneren Angelegenheiten wie auch in Bezug auf seine Beziehungen zu seinem größten Nachbarn auf; und das zu einer Zeit, in der Pakistan alles andere als stabil ist. Die Führer beider Länder und der wichtigsten Parteien Indiens müssen jetzt ihr Bestes tun, um die erhitzten Gemüter zu beruhigen." (28.11.2008)

POLITIK

Le Figaro - Frankreich

Die Angst Chinas vor dem Dalai Lama

China hat wegen eines geplanten Treffens des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy mit dem Dalai Lama in Danzig den für den 1. Dezember geplanten Gipfel mit der Europäischen Union abgesagt. "China hat die Grenzen überschritten", kritisiert die Tageszeitung Le Figaro. "Nicolas Sarkozy ist kein Befürworter der Unabhängigkeit Tibets. Wer kann etwas dagegen haben, dass er einige Worte mit einem Mann der Statur des Dalai Lama austauscht? ... Diesmal wurden anscheinend sehr überflüssige Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Das Treffen wird nicht im Elysée Palast, nicht einmal auf französischem Boden ... stattfinden, während der Dalai Lama in London, Berlin oder Washington mit rotem Teppich empfangen wurde. ... Besteht die Paranoia der Chefs der chinesischen kommunistischen Partei darin, dass sie Angst haben, bald in Tibet oder woanders in ihrem Land neue Demonstrationen und neuen Ärger zu erleben?" (27.11.2008)

Respekt - Tschechien

Tschechen müssen Farbe bekennen

Angsichts der jüngsten gewalttätigen Übergriffe tschechischer Neonazis auf Roma fühlt sich die deutsche Gastautorin Silja Schultheis in der Wochenzeitung Respekt an eine Welle ausländerfeindlicher Aktionen in Deutschland Anfang der 1990er Jahre erinnert und fordert: "In Tschechien scheint mir jetzt der Schlüsselmoment gekommen zu sein, da die Leute offen Farbe bekennen müssen, für welche Gesellschaft sie einstehen. Für eine geschlossene, wie sie die Neonazis und Intoleranten wollen, oder für eine offene, mannigfaltige, multikulturelle Gesellschaft. Bislang bekennen vor allem die Rechtsextremisten Farbe, nicht die breite Öffentlichkeit. Von ihr aber, nicht nur von politischen Rezepten, wird die weitere Entwicklung im Land abhängen. ... Die Roma sind ein nicht wegzudiskutierender Teil der Gesellschaft, ihre größte Minderheit. Das ist die Realität, vor der man die Augen nicht verschließen kann. Das Signal an die Roma sollte lauten: Das Zusammenleben mit euch ist nicht leicht, aber ihr gehört zu uns und gemeinsam suchen wir einen Weg, besser miteinander auszukommen." (28.11.2008)

Dagens Nyheter - Schweden

Helden auf der Bühne der Demokratie

Der aufgrund seines Anti-Mafia-Bestsellers "Gomorrha" mit dem Tode bedrohte italienische Schriftsteller Roberto Saviano war in Stockholm zu Gast. "Roberto Saviano ist ein Held", schreibt die Tageszeitung Dagens Nyheter. "Aber man sollte sich daran erinnern, dass er sich in guter und recht großer Gesellschaft befindet. Andere kämpfen ebenso tapfer und mit ebenso groβem Einsatz für die Freiheit des Wortes - ganz gleich, ob es sich bei denen, die [diese Freiheit] einschränken wollen, um Verbrechersyndikate oder um repressive Staaten handelt. ... Etwa vor einem Jahr explodierte ein Sprengsatz ... bei der Staatsanwältin Barbro Jönsson. Dies hat sie nicht davon abgehalten, das organisierte Verbrechen in Schweden weiter zu bekämpfen. ... Auch sie ist eine Heldin auf der Bühne der Demokratie. Vielleicht ist die beste Lebensversicherung für Saviano und Jönsson ihre ... Glorifizierung. Je mehr sie ... bewundert werden, desto riskanter wird es, sie zu töten." (28.11.2008)

Večer - Slowenien

Sloweniens Rolle auf dem Westbalkan

Der Westbalkan ist für Slowenien aus wirtschaftlichen und politischen Gründen von äußerst wichtiger Bedeutung, meint Dr. Ernest Petrič, slowenischer Verfassungsrichter und langjähriger Diplomat in der Tageszeitung Večer über Sloweniens Außenpolitik im ehemaligen Jugoslawien. "Im Jahr 1997, nach dem Daytoner Abkommen, ist eine Situation entstanden, die es uns ermöglicht hat, unsere bisherige Politik hinsichtlich des Balkans um 180 Grad zu drehen. Davor verfolgten wir aus triftigen Gründen die Strategie, dass wir mit dieser Region nichts gemeinsam haben. Bei uns herrscht Frieden, unser Land ist geeignet für Investitionen und Zusammenarbeit. Der Krieg findet südöstlich von uns statt. Kurzum, man ist in Slowenien zur Erkenntnis gekommen, dass dort unsere vitalen wirtschaftlichen und politischen Interessen liegen, deshalb ist eine aktive Politik hinsichtlich des Balkans notwendig. ... Diese Region ist die einzige in der Welt, in der Slowenien aufgrund der Geschichte und der Vorteile, die wir dort haben, jemals eine wichtige Rolle spielen kann. Stabilität und Wohlstand in der Region sind für Slowenien äußerst wichtig. ... Wir dürfen nicht das Objekt anderer Interessen sein, sondern ein Subjekt, also ein Partner für andere." (28.11.2008)

Turun Sanomat - Finnland

Für gleichgeschlechtliche Ehen

In seiner Kolumne in der Tageszeitung Turun Sanomat befürwortet der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im finnischen Parlament Ville Niinistö den von der Justizministerin Tuija Braxin vorbereiteten Entwurf eines Adoptionsrechts für gleichgeschlechtliche Paare in Finnland und spricht sich dafür aus, Ehen geschlechtsneutral mit allen Rechten und Pflichten zu versehen. "Geschlechtsneutrale Gesetze stellen letztendlich die Gleichberechtigung von Minderheiten gegenüber Mehrheiten besser sicher. ... Ich denke, dass der Status heterosexueller Familien, Väter und Mütter stark genug ist, als dass die Gleichbehandlung mit anderen Familienformen ihn schwächen würde. In der Tat möchte ich im Gegenteil, dass alle Eltern ermutigt werden, die Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen, unabhängig von der Familienform. Unsere Gesellschaft braucht mehr Menschen, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind, nicht weniger." (28.11.2008)

REFLEXIONEN

România Liberă - Rumänien

Norman Manea über die dunkle Vergangenheit großer Schriftsteller

Der prominente rumänische SchriftstellersNorman Manea macht sich in der Tageszeitung Romania libera über jene Schriftsteller Gedanken, die in der Vergangenheit mit totalitären Regimes zu tun hatten. "Der Fall Kundera ist kein Einzelfall. Im Jahr 2006 enthüllte der deutsche Schriftsteller und Nobel-Preisträger Günter Grass, dass er bei der Waffen-SS war. Vor einigen Jahren war die Welt schockiert, als sie erfuhr, dass der berühmte italienische Autor Ignazio Silone in seiner Jugend mit den Faschisten kollaboriert hatte. ... Ich bin mit denen, die sagen, es sei nicht interessant, welche dunklen Episoden das Leben eines großen Schriftstellers enthalten, nicht einverstanden. Warum? Die Vergangenheit sollte uns interessieren, nicht aus der Perspektive einer Strafverfolgung, sondern um tieferes Wissen über die blutige, demagogische und tyrannische Utopie zu erhalten - und über die menschlichen Schwächen und die menschliche Verwundbarkeit. Wir könnten auch denken, dass ein solches Interesse eine Hommage an die Fähigkeit eines Künstlers ist, die Fehler der Vergangenheit hinter sich zu lassen und weiterhin Werke von unschätzbarem Wert zu schreiben. ... Um zu verzeihen, müssen wir wissen, was wir verzeihen. In Osteuropa warten Jung und Alt gleichermaßen darauf, aus dieser Lektion der Vergangenheit etwas zu lernen." (28.11.2008)

Corriere del Ticino - Schweiz

Giancarlo Dillena über die Falle der Ideologie in der Krise

Der Chefredakteur der Schweizer Tageszeitung Corriere del Ticino, Giancarlo Dillena, warnt davor, in der andauernden Wirtschaftskrise Ideologien zu verfallen. "Die liberale Vision ... kann von Natur aus nicht auf ein strenges, allumfassendes, doktrinäres Korpus zurückgeführt werden. Im Gegenteil, sie zeichnet sich durch das fortwährende Anliegen aus, besonders der freien Entfaltung der wirtschaftlichen und sozialen Dynamik keine Schranken zu setzen. ... Aber zur Waffe der ideologischen Interpretation haben die unbelehrbaren Gegner der liberalen Vision immer wieder bevorzugt gegriffen. In diese Falle zu tappen, bedeutet nicht nur, ihre Interpretation zu unterstützen, sondern vor allem, sich von einer ausgewogenen und besonnenen Einstellung gegenüber der Krise zu entfernen, die die Voraussetzung für ihre Überwindung und für das Wiedererlangen eines neuen Gleichgewichts ist. Diese [Einstellung] muss in erster Linie offen bleiben und bereit, die notwendigen Korrektiven aufzunehmen. Aber sie sollte ebenso darauf bedacht sein, Starrheiten und neue Dogmen - von welcher Seite auch immer - zu vermeiden." (28.11.2008)

WIRTSCHAFT

El País - Spanien

Repsol-Aktien nicht an Lukoil verkaufen

Der ehemalige spanische Wirtschafts- und Finanzminister, Miguel Boyer Salvador, warnt in der Tageszeitung El País vor dem Verkauf von Aktien des spanischen Ölkonzerns Repsol an den russischen Mineralölkonzern Lukoil: "Dass ein ausländisches Unternehmen ein großes Aktienpaket von Repsol kauft, wäre sehr schlecht für die spanische Industrie; aber wenn dieses Unternehmen der russische Konzern Lukoil wäre, erreichte man ein an die Absurdität grenzendes Ausmaß. ... Es stimmt nicht, dass der Hauptaktionär Lukoils mit einem 20-prozentigen Anteil die nordamerikanische Firma Conoco ist, obwohl Lukoil, immer wenn es gelegen kommt, dieses vorgibt. Der Hauptaktionär von Lukoil ist sein Präsident Alekperov, mit 20,4 Prozent, und zusammen mit den Anteilen des Vizepräsidenten Fedun, der 9 Prozent besitzt, kontrollieren sie 29,4 Prozent der Aktien." (28.11.2008)

Les Echos - Frankreich

Deutscher Egoismus

Die Wirtschaftszeitung Les Echos kritisiert die deutsche Ablehnung des EU-Rettungspakets: "Seit Beginn der Krise drückt sich Deutschland vor der Arbeit. ... Als Folge wird das Spektrum der Gegensätze innerhalb der Union deutlicher und die Märkte reagieren skeptisch. ... Der deutsche Egoismus wurde überall im Ausland kritisiert, und zwar in solchem Maße, dass [Kanzlerin] Angela Merkel dachte, sie müsse sich am Mittwoch vor dem Bundestag rechtfertigen. ... Der Abfall der Binnennachfrage zwingt die Staaten, diese Aufgabe zu erfüllen. Wenn kein Konjunkturplan verabschiedet wird, könnte die Rezession schnell zur Depression werden. ... Im Bundestag hat Angela Merkel kein drittes Argument ... vorgelegt, das aber in allen Köpfen steht: Wir Deutschen haben uns im Gegensatz zu den anderen Mitgliedstaaten (vor allem Frankreich) um das Budget bemüht; sollte man jetzt ihre Laxheit belohnen? Nicolas Sarkozy sollte sich lieber mit Angela Merkel klar einigen, anstatt so zu tun, als ob er sich mit ihr verstünde: Sie kümmern sich um die Konjunktur, und ich verpflichte mich, mein Defizit drastisch zu reduzieren, sobald der Aufschwung da ist. Das wäre der ideale europäische Plan." (28.11.2008)

MEDIEN

Jornal de Negócios - Portugal

Schwarzmalerei verboten

Der Vorstand der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa soll den Journalisten des Wirtschaftsressorts die Benutzung des Wortes "Stagnation” verboten haben. Die Tageszeitung Jornal de Negócios schreibt dazu: "Ich stimme dem Lusa-Direktor Luís Miguel Viana vollkommen zu. Obwohl 'Stagnation' die Situation des Landes - in allen Bereichen - gut beschreibt, ist es doch eine Beschimpfung der Regierung und des Premierministers [José Sócrates], die alles tun, was in ihrer Macht steht, um die Portugiesen glücklich zu machen. Der Herr Direktor sollte am besten gleich einen Index verbotener Wörter bei Lusa anlegen. Vielleicht könnte man ihn auch bei den Nachrichten der öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiosender einführen. An erster Stelle sollte 'Rezession' verboten werden. 'Krise' sollte auch nicht gedruckt werden, vor allem nicht im Zusammenhang mit 'Politik' oder 'Wirtschaft'. ... Vielleicht sollten auch die Wörter 'Protest' und 'Streik' nicht weiter erlaubt sein, und möglichst auch 'Opposition' nicht. Alles zum Wohle der Nation." (27.11.2008)

LOKALE FARBEN

De Standaard - Belgien

Email-freier Freitag

Der heutige Freitag ist in Belgien von einer privaten Initiative zum Email-freien Tag ausgerufen worden. Nach Ansicht des Kommentators der Tageszeitung De Standaard ist das keine gute Idee: "Email-freie Freitage führen nur zu mehr Stress am Samstag. Wir können nicht einfach aufhören zu kommunizieren, wir müssen klüger kommunizieren. ... Es gibt mehr im Leben als die Email. Wollen wir am selben Tag noch eine Antwort erhalten? Warum gehen wir dann nicht bei unserem Kollegen vorbei? ... Dasselbe gilt für den Fall, dass der Kollege physisch nicht sofort zu erreichen ist. Dann rufen wir ihn oder sie doch auch an, wenn wir die Information dringend brauchen? Mir scheint, dass der Email-freie Freitag das Problem eher umgeht. Lasst uns den 28. November eher in 'Smart Friday' umbenennen. Der Tag, an dem wir versuchen, die fünf Stunden pro Woche zurück zu gewinnen, die uns der richtige Einsatz der Kommunikationsmittel einbringen würden." (28.11.2008)

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