Der britische Politikwissenschaftler Tom Gallagher identifiziert in der Zeitung Romania libera mit Blick auf die Proteste Jugendlicher in Griechenland fehlende Visionen der rumänischen Jugend. "Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass im heutigen Rumänien die Studenten, die unzufrieden über ihre fehlenden Perspektiven sind, sich entscheiden, vor den Häusern wohlbekannter Geschäftsmänner zu protestieren, die dank ihrer Beziehungen zur Politik über Nacht zu Milliardären geworden sind. Oder eventuell vor Villen einiger Politiker, die von Richtern freigesprochen wurden oder trotz der schwerwiegenden Anschuldigungen und der gehäuften Beweise gegen sie von ihren parlamentarischen Amtskollegen geschützt werden. Den jugendlichen Rumänen fehlen die Perspektiven, die für ihr Alter typischen Träume, selbst konkrete Projekte, an denen sie sich beteiligen können. Anders gesagt, ihnen fehlt einerseits der schädliche Impuls, der durch politisch motivierte Gewalt generiert wird, und andererseits bleibt ihnen der Begriff des gemeinsamen Strebens vorenthalten, ein Streben, dass sich in Aktionen gegen die permanenten Missstände ausdrückt, die zu guter Letzt nicht nur die eigene Zukunft zerstören, sondern auch den Fortschritt der gesamten Gesellschaft. ... Es bleibt abzuwarten, ob sich in Zukunft die gesamte Jugend dafür interessieren wird, sich am öffentlichen Leben des Landes und an einer Verbesserung des aktuellen politischen Systems, das tief diskreditiert ist, zu beteiligen. Ohne ihre Einmischung in die Politik wird das System, so wage ich zu behaupten, immer schlechter laufen." (12.12.2008)
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