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Home / Presseschau / Archiv / Presseschau | 19.12.2008

 

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Funktioniert Integration in Europa?

Funktioniert Integration in Europa?

 

Die Integration ausländischer Mitbürger in Europa wird immer wichtiger. Doch viele Länder tun sich noch schwer mit der zunehmenden geografischen Mobilität. Die europäische Presse diskutiert die Probleme und mögliche Lösungsvorschläge. » mehr

Mit Artikeln aus folgenden Publikationen:
Le Monde - Frankreich, Corriere del Ticino - Schweiz, Dagens Nyheter - Schweden, Jyllands-Posten - Dänemark, Elsevier - Niederlande

Le Monde - Frankreich

Die Tageszeitung Le Monde hält das französische Integrationsmodell für gescheitert: "Das französische Integrationsmodell funktioniert nicht mehr. Es verschlimmert Ungleichheit und Diskriminierung, statt sie zu bekämpfen. Und die Diskrepanz zwischen der ethnischen Mischung der französischen Gesellschaft und der engen Homogenität seiner Eliten ist unverhohlener und anstößiger denn je. ... Die Herausforderung besteht also darin, die Lage zu verbessern. ... Der Staatschef [Nicolas Sarkozy] hat die Sache sehr klar gemacht: 'Die Herausforderung der Vielfalt unter ethnischen oder religiösen Kriterien anzugehen würde bedeuten, das Risiko einzugehen, rivalisierende Gemeinschaften gegeneinander aufzuhetzen und sie in ihrer Identität und ihrer Geschichte einzuschließen', sagte er, und fügte dann hinzu: 'Man muss das Problem mit sozialen Kriterien angehen, weil soziale Ungleichheiten alle betreffen.' ... Der von Sarkozy vorgezeichnete Weg - Erziehung, Zugang zum Staatsdienst, anonymisierte Lebensläufe [für Bewerbungen] ... - ist notwendig. Aber all das wird schon seit Jahren erfolglos gefordert." (18.12.2008)

Corriere del Ticino - Schweiz

Die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino lobt das Vorgehen des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy gegen die ethnische Diskriminierung und meint, er müsse sich gegen seine Kritiker durchsetzen: "Sarkozy hat erkannt, dass die Überwindung der sozialen Diskriminierung ein wichtiger Schritt in Richtung ethnische Integration ist. Er ist guten Beispiels vorangegangen, als er seine Regierung mit Persönlichkeiten wie [Justizministerin] Rachida Dati oder [der Staatssekretärin für Menschenrechte] Rama Yade für die 'Andersartigkeit' geöffnet hat. ... Der Versuch, den Respekt vor 'Andersartigkeit' verfassungsmäßig vorzuschreiben, ist jedoch gescheitert. ... Es hagelte Kritik von rechts und links, die Verfassung garantiere schon genügend Mittel um die Rassendiskriminierung zu bekämpfen. ... Aber auch die positive Diskriminierung stößt auf Widerstand, etwa bei der Pariser Tageszeitung Libération, die Sarkozy vorwirft, er wärme nur das Projekt von [seinem Vorgänger Jacques] Chirac vom Januar 2006 wieder auf. Es liegt nun an Sarkozy, seine Verleumder zu widerlegen und seine ehrgeizigen Integrationsprojekte zu verwirklichen." (19.12.2008)

Dagens Nyheter - Schweden

In Schweden ist es für Ausländer und Menschen mit nicht schwedisch klingenden Namen schwierig, einen Arbeitsplatz oder eine Wohnung zu bekommen. Die Stockholmer Tageszeitung Dagens Nyheter fordert klare Regeln zur Gleichbehandlung: "Mehrere Studien haben belegt, dass ausländisch klingende Namen die Chancen verringern, zu einem Vorstellungsgespräch oder einer Wohnungsbesichtigung eingeladen zu werden. Der Ombudsmann gegen ethnische Diskriminierung hat gestern einen Bericht vorgelegt, der dies erneut für den Wohnungsmarkt bestätigt. Der Ombudsmann weist richtig darauf hin, dass es vielen Vermietern an klaren Regeln - wie etwa einem Wartelistensystem - mangelt. Das ermöglicht eine beliebige Diskriminierung. Gleichbehandlung erfordert klare Regeln. Diese aufzustellen ist nicht immer leicht, sollte aber leichter bei einer Vermietung zu formulieren sein als bei einer Anstellung." (19.12.2008)

Jyllands-Posten - Dänemark

Wie erfolgreich die Integration von Einwanderern ist, hänge häufig von deren Herkunft ab, argumentiert Jan Plovsing von der Statistischen Zentralbehörde in Dänemark in der Tageszeitung Jyllands-Posten: "Einwanderer aus einer langen Reihe von Ländern haben sehr niedrige Beschäftigungsraten. Die niedrigsten Werte gibt es bei Einwanderern aus Somalia, Libanon und Irak, von denen lediglich 35 bis 37 Prozent einen Arbeitsplatz haben. … Im Gegensatz dazu haben Einwanderer aus Süd- und Ostasien ziemlich hohe Beschäftigungsraten. Zwischen 62 und 67 Prozent der Einwanderer aus Sri Lanka, Thailand, Vietnam und China haben einen Job. … Das ist ziemlich problematisch. Nicht nur für die Betroffenen selbst sondern auch für deren Kinder. Wir sprechen hier von der zweiten Generation, die in vielen Fällen eine schlechtere Ausgangslage in der Schule und später im Erwerbsleben hat, weil ihre Dänischkenntnisse und ihre finanzielle Situation schlechter sind." (19.12.2008)

Elsevier - Niederlande

Der niederländische Integrationsminister Eberhard van der Laan will die Türkei dazu bewegen, die Wehrpflicht für türkischstämmige Niederländer abzuschaffen. Das konservative Wochenmagazin Elsevier nennt das naiv: "Der türkische Staat wird seinen eigenen Untertanen weiter Pflichten auferlegen, so wie der niederländische Staat das auch tut. Die Türken werden dabei nun wirklich nicht berücksichtigen, ob das in die niederländische Integrationspolitik passt. Daher ist es auch naiv zu denken, dass es egal ist, wie viele Staatsangehörigkeiten jemand hat. Wer sich, wie van der Laan, über den Einfluss der türkischen Wehrpflicht auf die Niederlande Sorgen macht, kann nur zwei Dinge tun: die Türken ermutigen, so jung wie möglich, ihren türkischen Pass abzugeben, oder die Wehrpflicht in den Niederlanden wieder einführen, und sei es auch nur für die türkischen Niederländer." (19.12.2008)

POLITIK

De Standaard - Belgien

Belgien hat keine Führung

Belgiens Regierung steckt erneut in der Krise. Ministerpräsident Yves Leterme musste zugeben, dass ein Gericht im Prozess um den Verkauf der Fortis-Bank von der Regierung unter Druck gesetzt wurde. Ein Eingreifen der Exekutive in die Unabhängigkeit der Justiz sei einmalig in der Geschichte, schreibt die Tageszeitung De Standaard. Ein Rücktritt Letermes sei unvermeidlich: "Das persönliche Drama für Leterme ist groß. Keine Einigung in der föderalen Frage, kein ausgewogener Haushalt, keine Koalition, keine starke Partei, keine erfolgreiche Rettung der größten Bank des Landes, keine Gesundheit mehr. Der Mann, der nach acht Jahren [Regierung unter Guy] Verhofstadt der belgischen Politik wieder Glaubwürdigkeit verschaffen sollte, geht ruhmlos und verbittert unter. Aber das Drama für Belgien und seine Bürger ist noch viel größer. Das Land hat in der laut Yves Leterme größten Krise seit hundert Jahren keine Führung." (19.12.2008)

El País - Spanien

Lateinamerika ist kein Hinterhof mehr

Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat die Regierungschefs der Region auf dem ersten Gipfeltreffen Lateinamerikas und der Karibik (CALC) vereint. El País sieht darin eine neue Strategie der regionalen Zusammenarbeit: "All das gipfelt in der Botschaft, dass [Lateinamerika und die Karibik] niemandes Hinterhof mehr sind und dass dementsprechend auf dem CALC keine Fremden anwesend sind - so wie die USA in der OAS [Organisation Amerikanischer Staaten] oder Spanien und Portugal auf den iberoamerikanischen Gipfeltreffen. ... Aber man sollte es nicht negativ bewerten, dass Lateinamerika und die Karibik zusammenarbeiten. Und noch weniger sollte sich Spanien durch die gehäuften Gipfeltreffen bedroht fühlen. Man sollte vielmehr dafür sorgen, dass die iberoamerikanischen Gipfeltreffen weiterhin ihren Sinn behalten." (19.12.2008)

Berlingske - Dänemark

Politisch korrekte Adoption

In Dänemark wird diskutiert, ob Homosexuelle Kinder adoptieren dürfen. Dies ist im Nachbarland Schweden bereits der Fall. Die Kopenhagener Tageszeitung Berlingske Tidende stellt fest, dass heutzutage die klassische Familie längst nicht mehr der Normalfall für das Aufwachsen von Kindern ist und schreibt weiter: "Das Parlament sollte mehr darüber nachdenken, welche Interessen es wahrnehmen sollte - die der Kinder oder die der Homosexuellen. ... Selbstverständlich können Schwule und Lesben hervorragende Eltern sein. Für viele Kinder wird sich eine Welt der Möglichkeiten öffnen, und sie werden nicht unter schlechten Bedingungen leiden. Homosexuelle Eltern werden für eine behütete Kindheit sorgen. Niemand kann etwas dagegen einwenden, dass Kinder die besten Voraussetzungen bekommen. Der Gedanke hinter dem Vorschlag, die Homosexualität zu normalisieren, indem man die Kinder zu Vorreitern macht, ist jedoch bedenklich." (19.12.2008)

Adevărul - Rumänien

Revolte einer Generation

Die Tageszeitung Adevărul macht sich über die tieferen Gründe für die Unruhen in Griechenland Gedanken. "Es handelt sich hier nicht nur um einfache Zusammenstöße zwischen anarchistischen Gruppen und den Ordnungshütern. Es ist weitaus mehr. Es ist die Revolte einer ganzen Generation, der 600-Euro-Generation. 600 Euro, die die griechischen Unternehmen den Berufsanfängern zu zahlen pflegen. Ein miserables Gehalt nach lokalen Standards. Die Arbeitslosenrate unter den griechischen Jugendlichen ist die höchste in der gesamten EU und das Bildungssystem befindet sich gerade einer tiefen Krise. ... Die beiden großen Parteien, die Neue Demokratie und die Panhellenische Sozialistische Bewegung, die für die erfolglose Modernisierung Griechenlands nach dem EU-Beitritt verantwortlich sind, sind in der Öffentlichkeit diskreditiert. Klientelwirtschaft, Vetternwirtschaft und Korruptionen charakterisieren das politische Leben. ... So revoltiert die Jugend gegen eine Gesellschaft, in der sie sich fremd, ausgegrenzt und unerwünscht fühlt." (19.12.2008)

REFLEXIONEN

Die Zeit - Deutschland

Thomas Assheuer über den Alltag und die Medien in der Krise

Thomas Assheuer erklärt in der Wochenzeitung Die Zeit, wie wir die ökonomische und die ökologische Krise mit Hilfe der Medien im Alltag verarbeiten: "Es klingt seltsam, aber auch die Dauerkommunikation der Krise nimmt ihr die erkenntnisfördernde Wucht. Dieselben Medien, die die Katastrophe ausmalen und dem 'Denken der Frist' Raum geben, schwächen sie zugleich. Warum? Weil jeder Schock, den die Medienmaschine in ikonografischer Verdichtung ins Bild setzt, durch seine unablässige Wiederholung entschärft wird. Die Fotografie vom armen New Yorker Broker, der nach seiner Entlassung einen Pappkarton in seinen Porsche schleppt, dokumentiert zwar den Untergang der Wall Street, aber sie gibt auch dem eben noch Unvorstellbaren einen beruhigenden Rahmen. Ganz ähnlich die Bilder von der Eisbärmutter, die mit ihren Jungen auf einer Scholle einem traurigen Ende entgegentreibt. Die serielle Monotonie, mit der die Apokalypse ins kollektive Bewusstsein eingebrannt wird, betäubt den Schrecken, vor dem sie warnen will. Drastischer gesagt: Die Wahrheit stirbt an ihrer medialen Wiederholung." (17.12.2008)

The Guardian - Großbritannien

Simon Jenkins über den Krieg in Afghanistan

Der Kolumnist Simon Jenkins schreibt in der Tageszeitung The Guardian anlässlich des Abzugs der Briten aus dem Irak über den Wahnwitz des Krieges in Afghanistan: "In [der südirakischen Stadt] Basra hatten die Briten immerhin den zerfledderten Rest eines Kriegsplans. In [der südafghanischen Provinz] Helmand ist ihr einziger Plan, für die Zielscheiben-Übungen der Taliban herzuhalten. ... Die größte Ehre, die Großbritannien den Gefallenen im Irak zollen kann, ist zu fragen, warum noch mehr Menschen in Afghanistan sterben sollen. Warum darauf warten, dass nochmals so viele Soldaten (schon 134) getötet werden? Warum warten, dass nochmals so viele Zivilisten sterben, dass die Infrastruktur zerstört wird? ... [Premierminister Gordon] Brown sollte für seine Unterstützung der Professionalität und des Mutes der britischen Truppen gelobt werden, aber er schuldet ihnen mehr als Worte. Er schuldet ihnen brutale Ehrlichkeit bei der Bewertung des politischen und strategischen Zwecks, der jetzt so viel von diesem Mut kostet. ... Aufrichtigkeit bleibt weiterhin das größte Opfer dieser Kriege. Diejenigen, die - von links oder rechts - [die Kriege in] Irak und Afghanistan bejubelt haben, wagen nicht zuzugeben, dass sie falsch liegen könnten. Wenn sich jetzt das Nachwort zum Irak wie das zu einem gut durchgeführten Einsatz liest, wird es wie ein tödlicher Magnet wirken, der die britische Politik zu einem ähnlichen Desaster und britische Soldaten in ihren Tod in Helmand zieht." (19.12.2008)

WIRTSCHAFT

Delo - Slowenien

Korruptionsskandal bei Siemens

Der Technologiekonzern Siemens muss sich mit dem größten Korruptionsskandal Deutschlands auseinander setzen. Er sei ein Beispiel für systematisches kriminelles Handeln, schreibt die Tageszeitung Delo: "Die wahre Lehre, die man aus dem Korruptionsskandal bei Siemens ziehen kann, ist die Schnelligkeit, mit der sich das Unternehmen damit auseinander gesetzt hat, und die Art und Weise der Zusammenarbeit mit den Behörden. Die Struktur des Unternehmens wurde auf den Kopf gestellt, um die Dimension des Skandals ans Tageslicht zu bringen. ... Das gesetzeswidrige Handeln, das jahrelang als 'Geschäftskultur' galt, soll so nur noch schmerzhafte Geschichte sein. ... Nach dem entstandenen Schaden in Milliardenhöhe, dem geschädigten Ruf und der verlorenen Zeit muss sich das Unternehmen nun den Herausforderungen, die auf alle großen Unternehmen warten, stellen." (19.12.2008)

Gândul - Rumänien

Etikett "korrupt"

Die Tageszeitung Gandul beklagt, dass Rumänien und Bulgarien europaweit stets als "armes, korruptes" Tandem betrachtet würden. "In wirtschaftlicher Hinsicht sowie beim Anti-Korruptionskampf liegen wir vor Bulgarien. Und das, obwohl es in den vergangenen vier Jahren keine einzige Verurteilung in großen Korruptionsfällen gab und die Justiz alles andere als frei ist. ... Unabhängige Berichte zeigen, dass das Problem der Korruption mit dem Fluss europäischer Gelder immer mehr zugenommen hat. ... Allerdings hat Rumänien [vor allem] aufgrund seiner Inkompetenz Probleme , europäische Gelder zu verwalten. ... Große europäische Staaten wie Frankreich, Großbritannien, Spanien haben Millionen von Euro zurückzugeben, weil sie die europäischen Gelder falsch verwaltet haben. Die Griechen haben Geld für nicht vorhandene Olivenbäume ausgegeben, die Italiener für fiktive Tierherden. Die Briten haben es nicht geschafft, zwischen 2005 bis 2007 ihren Bauern das Geld auszuzahlen. Sie hat noch niemand der Korruption bezichtigt, das bleibt ein Etikett Rumäniens, von dem sich nicht ein europäischer Politiker lösen will." (19.12.2008)

Le Jeudi - Luxemburg

Attraktive islamische Finanzwelt

Das Wochenmagazin Le Jeudi analysiert das wachsende Interesse westlicher Finanzmärkte an der islamischen Finanzwelt: "Mit einem Kapital von 450 Milliarden Dollar, ist die islamkonforme nur ein kleiner Teil der muslimischen sowie der globalen Finanzwelt. Sie zeigt allerdings eine Wachstumsrate, die sie in den Augen der Banker und anderen Finanzmänner sehr verführerisch macht. Die Zuwachsraten betragen zwischen 20 und 25 Prozent pro Jahr. ... Die islamische Finanzwelt respektiert die durch die Scharia bestimmten Regeln. Investitionen in Waffen, Alkohol oder Geschäfte, die mit Schweinefleisch verbunden sind, sind völlig verboten. Auch ist es unmöglich, Geld in einer Bank anzulegen, um Zinsen zu erhalten, da diese verboten sind. ... Nach London hat [auch] Paris großes Interesse an der islamischen Finanzwelt und islamischen Banken (fünf Millionen Muslime leben in Frankreich) ... und rechnet mit einer Modifizierung des Zivilgesetzbuches und des monetären Gesetzbuchs, um solche Institutionen zu empfangen. Nichts dergleichen gibt es jedoch aus Luxemburg zu vermelden." (18.12.2008)

KULTUR

Prager Zeitung - Tschechien

Popstars als Lebenskonstanten

Der Schlagersänger Karel Gott ist zum 34. Mal Publikumsliebling in Tschechien geworden. Auch die anderen Sieger des Wettbewerbs um die "Goldene Nachtigall" waren altgediente Stars. Die deutschsprachige Prager Zeitung meint dazu: "Für viele Tschechen sind ihre Stars heute die einzigen Konstanten in ihrem Leben. Nach der Revolution hat sich viel geändert, die Politik, das Wirtschaftssystem, die Produktpalette und die Arbeit. Politiker kommen und gehen, doch die Stars bleiben. Und in Krisenzeiten bieten sie das, was man von ihnen verlangt, und das sind nicht gesellschaftskritische Töne, der erhobene Zeigefinger oder intellektuell Anspruchsvolles, sondern fröhliche Unterhaltung, bei der man abschalten kann. Sie sind die gute Seele des Landes, sie geben Geborgenheit und Vertrautheit. Und sie sind verlässlich. Ein Attribut, das vor allem den meisten tschechischen Politikern völlig fehlt." (19.12.2008)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland

"Pecunia non olet"

Kurz vor dem fünfzigjährigen Jubiläum der erfolgreichsten französischen Comic-Serie, Asterix, wurden Anteile des lukrativen Familienunternehmens an die Verlagsgruppe Lagardère verkauft. Nur Sylvie Uderzo, die Tochter des Zeichners Albert Uderzo, will ihre Anteile nicht abgeben. Die Tageszeitung Frankfurter Allgemeine Zeitung macht sich Gedanken über die Zukunft der tapferen Gallier: "In dem kleinen unbeugsamen Verlag mit fünfzehn Angestellten hängen Haus- und Familiensegen also gleichermaßen schief, und das verspricht für das Jubeljahr nichts Gutes. Der einundachtzigjährige Albert Uderzo, der noch ein weiteres Asterix-Album plant, wollte für die Zukunft klare Verhältnisse schaffen, wie er sagt. Doch was heißt das? Wird die Serie entgegen allen früheren Ankündigungen auch ohne Uderzo fortgesetzt? Die Reinzeichnungen der letzten beiden Alben waren schon nicht mehr von ihm, ein künstlerischer Nachfolger stünde also bereit. Und besser zu schreiben als Uderzo dürfte leicht sein." (19.12.2008)

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