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Home / Presseschau / Archiv / Presseschau | 03.06.2009

 

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Obama besucht den Nahen Osten

Obama besucht den Nahen Osten

 

US-Präsident Barack Obama beginnt am heutigen Mittwoch seinen ersten Staatsbesuch in der arabischen Welt. In Saudi-Arabien wird er zunächst mit König Abdullah zusammentreffen, um über den Nahost-Friedensprozess zu sprechen. Anschließend will sich Obama am Donnerstag in Ägypten mit einer Grundsatzrede an alle Muslime weltweit wenden. » mehr

Mit Artikeln aus folgenden Publikationen:
Diário de Notícias - Portugal, Mediapart.fr - Frankreich, Večer - Slowenien, La Stampa - Italien

Diário de Notícias - Portugal

Die Tageszeitung Diário de Noticias kommentiert die deutlichen Forderungen von US-Präsident Barack Obama nach einem vollständigen Siedlungsstop in den besetzen Palästinensersgebieten von Seiten Israels: "Kurz vor seiner Nahost-Reise, hat der US-Präsident die expansionistischen Maßnahmen ... Israels kritisiert und beharrt darauf, dass die Regierung von [Israels Premier Benjamin] Netanyahu die Zwei-Staaten-Lösung akzeptiert. Die Garantien für ein friedliches Zusammenleben, die Israel mit Recht von seinen Nachbarn erwartet, sind eine Sache. Eine andere sind die neuen Zeloten, die Siedlung für Siedlung ... Judäa besetzen wollen, um Jehovas Versprechen gegenüber Gottes erwähltem Volk zu verwirklichen. ... Nun werden die USA gegenüber all dem nicht mehr die Augen verschließen. ... Der große amerikanische Freund sieht endlich ein, dass die aktuelle Situation die Gründung eines palästinensischen Staates verhindert. Die Stunde der großen Diplomatie, mit schmerzvollen Konzessionen für beide Seiten, hat geschlagen." (03.06.2009)

Mediapart.fr - Frankreich

Am Donnerstag will der US-Präsident in Kairo eine Rede an die islamische Welt halten. Dazu schreibt die Onlinezeitung Mediapart: "Mit Barack Obama beginnt eine neue Ära. ... Der 44. Präsident der Vereinigten Staaten hat ein Markenimage der Versöhnung aufgebaut: Durch seine persönliche Erfahrung (als Afrikaner und Amerikaner, und als Christ mit einem muslimischen Zweitnamen [Hussein]), durch seine Regierungsweise ... und durch seinen Umgang mit den bisher angetroffenen Problemen. Indem er auf zwei Hochzeiten - und mehr - tanzen will, droht Obama, die Hoffnungen aufzublasen und sie platzen zu lassen. ... Er kann sich nicht mit einer schönen Rede voller Gefühle und Allgemeinplätze begnügen. Übrigens hat sich die 'Rede an die muslimische Welt' auf subtile Weise in eine 'Rede an die arabische Welt' gewandelt. ... Dennoch sind selbst Worte gefährlich, weil sie Hoffnungen hervorrufen, die nicht enttäuscht werden sollten. Und im Nahen Osten war das oft der Fall." (02.06.2009)

Večer - Slowenien

Nach Meinung der slowenischen Tageszeitung Večer ist US-Präsident Barack Obama ein Pragmatiker: "Eins ist klar: Obama wird vor allem versuchen, die zahlreichen Spannungen zwischen dem Westen und der islamischen Welt zu glätten, die sein Vorgänger George W. Bush verursacht hat. Das ist nicht nur für das Miteinander zweier Religionen und Kulturen wichtig, sondern auch für das globale Miteinander und die Sicherheit. Obama mit seinen muslimischen Wurzeln hat sich in den vergangenen Monaten als Pragmatiker erwiesen. Wenn er den Konflikt nicht beseitigt, so wird er ihn wenigsten nicht vertiefen. Doch auch Obama hat sein Problem. Auch wenn öffentlich nicht darüber geredet wird, so nimmt ihm ein Großteil der Muslime übel, dass er sein Wahlkampfversprechen zur sofortigen Schließung des Gefangenenlagers von Guantánamo Bay gebrochen hat. ... Sollte er auch sein Wahlkampfversprechen über den Truppenabzug der US-Armee aus dem Irak bis Mitte 2010 brechen, dann war sein ganzer Pragmatismus umsonst." (03.06.2009)

La Stampa - Italien

Die liberale Tageszeitung La Stampa betont die Bedeutung des Ortes für die Rede Barack Obamas an die islamische Welt: "Jede seiner [bisherigen] Reden hat an einem Ort stattgefunden, der eng mit dem Sinn der Botschaft verknüpft war. ... Amerikanische Präsidenten reisen viel. … Aber die wahren Gespräche werden in Washington geführt. Dort werden Übereinkommen und strategischen Freundschaften geschlossen. Das Kaiserreich ist eine Pyramide; die Legitimation der Barbaren kann nur im Neuen Rom stattfinden. Diesmal stellt sich die Pyramide auf den Kopf. Obama spricht zu den Muslimen, wo die Muslime leben. Er spricht zu den Koranschulen der arabischen Welt vom Katheder einer großen arabischen Universität. Er stellt sich mit ihnen gleich, begibt sich an ihre Orte, als Pilger unter Pilgern, dorthin, wo der Konflikt geboren ist. …Vielleicht wird Obamas Nahost-Reise nicht entscheidend sein. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass Obama mit der Reise nach Kairo ein kulturelles Kapitel schreibt, das die Metapher des Unmöglichen Wirklichkeit werden lässt: Zum ersten Mal sehen wir den Berg, der zum [Propheten] Mohammed geht." (03.06.2009)

POLITIK

The Guardian - Großbritannien

Brown muss gehen

Die linksliberale Tageszeitung The Guardian fordert in einem Kommentar den Rücktritt des britischen Premierministers Gordon Brown: "Die Tragödie für Brown und seine Partei besteht darin, dass seine Chance für einen Wandel vorbei ist. Obwohl er immer noch vorgibt, ein Radikaler zu sein, hat er die Vorsicht eines etablierten Mannes angenommen. Er kann keine Revolution gegen seinen eigenen Regierungsstil führen, und doch ist eine Revolution notwendig. ... Die Innenministerin, der Schatzkanzler und vielleicht sogar der Außenminister könnten gehen, und Labour sieht sich [bei den Kommunal- und Europawahlen] am Donnerstag der schlimmsten Niederlage seiner Geschichte gegenüber. Aber der Premierminister erkennt seine direkte Verantwortung für das Chaos nicht an. Die Wahrheit ist, dass er keine Vision hat, keinen Plan, kein Argument für die Zukunft und keine Unterstützung. Die Öffentlichkeit sieht es. Seine Partei sieht es. Das Kabinett muss es auch sehen, obwohl es noch nicht mutig genug ist, es zu sagen. ... Es ist Zeit, ihn loszuwerden." (03.06.2009)

NRC Handelsblad - Niederlande

Der Dalai Lama ist Mönch und Politiker

Der Dalai Lama wird am Donnerstag und Freitag die Niederlande besuchen. Die Macht des geistlichen Oberhauptes der Tibeter ist nicht groß, doch werden ihm alle Türen geöffnet. Die Tageszeitung NRC Handelsblad sucht eine Erklärung für seinen Status im Westen: "Der 14. Dalai Lama ist nicht naiv, sondern pragmatisch. Naiv ist der Westen, der in seiner Bewunderung für östliche Spiritualität ein weichgezeichnetes Bild vom Buddhismus hat. Er ist eine normale Religion mit einer hohen Moral, aber auch einer von Macht und Geld. ... Er [der Dalai Lama] sagt, dass Tibet nie mehr zum alten theokratischen System zurückkehren und immer zu China gehören wird, allerdings nur als autonomes Gebiet. ... China hat deutlich gemacht, dass seine Reinkarnation [sein Nachfolger] von Peking sanktioniert werden muss. Darauf antwortete der alte Herr, dass er nur in einem freien Land reinkarnieren kann. Sprich: außerhalb Tibets. Ein buddhistischer Mönch, sicher, aber auch ein gewiefter Politiker." (03.06.2009)

Pravda - Slowakei

Europawahlen: Paradoxes Verhältnis der Slowaken zur EU

Es sei paradox, dass die Slowaken die EU überdurchschnittlich mögen, sich jedoch nicht für die Wahlen zum Europaparlament interessieren, konstatiert die linke Tageszeitung Pravda: "Die Mehrheit der Slowaken begreift die EU in der dritten Person Plural. Die EU - das sind nicht 'wir', sondern 'sie', die westlichen Länder, die uns in ihren Klub aufgenommen haben. Und die sich darum kümmern, dass alles seinen Gang geht. Und wir? Wir sind die, die aufgenommen wurden, wofür wir ordentlich dankbar sind. ... Noch trauriger ist, dass von diesem Paradoxon auch die meisten der slowakischen EU-Abgeordneten gepeinigt werden. Aus dieser 14-köpfigen Gruppe waren nur drei weibliche Abgeordnete aktiv. ... Die Parteien bedanken sich dafür auf eigene Weise: nicht eine von ihnen kandidiert jetzt auf einem für die Wahl sicheren Platz. Das ist eine wirkliches Paradoxon." (03.06.2009)

REFLEXIONEN

Eleftherotypia - Griechenland

Giannis Tzorzis über die Kooperation zwischen der EU und der Nato

In Brüssel werde nach den Europawahlen über eine Erneuerung der Beziehungen zwischen der EU und der Nato diskutiert, schreibt Giannis Tzorzis in der griechischen Tageszeitung Eleftherotypia: "Eine direkte Folge der Suche nach einer neuen Rolle [für die EU] ist der Aufbau eines militärischen Arms. Dieser sollte die Grundlage einer europäischen Verteidigungpolitk bilden, deren europäischer Anspruch sich darauf stützt, dass die EU auf globaler Ebene eine europäische Politik ausüben und ihre wirtschaftliche Erweiterung absichern kann. ... Im Rahmen einer neuen architektonischer Sicherheit in Europa ... ist eine Kooperation zwischen der Nato und der EU offenbar unvermeidlich. Diese wird außerdem durch die Reintegration Frankreichs in die Nato bestätigt, die vor kurzem stattgefunden hat. Da aber die sehr gefährlichen Vorkommnisse noch frisch sind, die Europa vor kurzem im Kaukasus miterlebt hat, wo die USA und die Nato ihre Finger im Spiel hatten, ist es an der Zeit, sich der Frage einer direkten Intervention der USA und der Nato in europäische Sicherheits- und Verteidigungsangelegenheiten entschlossen zu stellen." (02.06.2009)

Público - Spanien

Luis Matías López über die Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens

Vor 20 Jahren wurde in China der Protest Tausender Studierender blutig niedergeschlagen, die auf dem Platz des Himmlischen Friedens Missstände ihres Landes anprangerten. Luis Matías López fragt in der spanischen Tageszeitung Público, was sich seitdem in China verändert hat: "In den 20 Jahren, die seit dem Unglück vergangen sind, hat sich China in eine globale Supermacht verwandelt, deren Investitionen in US-amerikanische Schatzeinlagen als Garantie dafür gelten, dass die Wirtschaftskrise nicht zu einer weltweiten Depression führt. [Chinas] Bedarf an Rohstoffen für die Industrialisierung und die nicht zu stoppende Kapazität des Konsums bestimmen die internationalen Märkte. Es erfährt ein exponentielles Wachstum, das die Abwanderung von Hunderten von Millionen Bauern in die Städte aushält. Es war in der Lage, die besten Olympischen Spiele der Geschichte zu organisieren und arbeitet daran, einen Menschen auf den Mond zu schicken. ... Hat es sich in Richtung Demokratie weiterentwickelt? Sehr wenig. Es gibt lediglich etwas mehr Transparenz in der Wahl der Mitglieder der Nationalen Volksversammlung (Parlamentsersatz) oder ein wenig Pluralismus bei den Kandidaten der Landräte. Es gibt einige Fortschritte bei den individuellen Freiheiten. Aber nichts, was das Machtmonopol der Kommunistischen Partei Chinas bedrohen könnte." (03.06.2009)

WIRTSCHAFT

Helsingin Sanomat - Finnland

Staatseingriffe sind keine Dauerlösung

Die Tageszeitung Helsingin Sanomat zeigt Verständnis für die geordnete Insolvenz des US-Autobauers General Motors und die Rettung seiner europäischen Tochter Opel, äußert aber auch Bedenken: ""owohl die USA wie auch die europäischen Regierungen haben sich in die Krise der Automobilindustrie eingemischt. Milliarden Dollar und Euro werden verschwendet. Das ist verständlich, weil die Autoindustrie nach wie vor ein großer Arbeitgeber ist. Sich schnell verschuldende Staaten sind jedoch keine dauerhafte Lösung. Vielmehr muss die Lösungsstrategie für die Autoindustrie auf dem Markt gefunden werden. Die gegenüber der Autoindustrie übernommenen politischen Verpflichtungen wecken schnell neue Forderungen anderer Industrien, damit auch sie von den Armen des Staates gerettet werden. Mit dem Geld verbrennt so auch kostbares politisches Kapital. Besonders bei der Europäischen Union ist die Sorge groß. Der Kampf um das Schicksal der Autofabriken kann die innere Solidarität und das gegenseitige politische Verständnis stark beeinträchtigen, gerade in einer Zeit, in der diese dringend benötigt werden." (03.06.2009)

Rzeczpospolita - Polen

EU-Entscheidung für Werft ist Glücksfall für polnische Regierung

Aus der Sicht der konservativen Tageszeitung Rzeczpospolita ist die überraschende Entscheidung der EU, den polnischen Rettungsplan für die Werft in Gdańsk doch zu genehmigen, ein Glücksfall für die polnische Regierung: "Und dieses Mal ist der polnische Schatzminister der Glückspilz - und das auch noch im doppelten Sinne. Die EU-Wettbewerbskommissarin [Neelie Kroes], die 'Eiserne Lady' genannt wird, hat unerwarteterweise eine positive Entscheidung in der Frage der Werft getroffen, die als Wiege der [ehemaligen Gewerkschaftsbewegung] 'Solidarność' bezeichnet wird. Und das passiert nicht nur am Vortag der Feiern des wichtigsten Jahrestages dieser Vereinigung, die auch anderswo Ansehen genießt, sondern auch einige Tage vor den Wahlen zum Europarlament, die für die Regierungspartei wesentlich sind." (03.06.2009)

Evenimentul Zilei - Rumänien

Rumänien hat zu wenig qualifizierte Arbeitskräfte

Laut einer Studie der weltweit operierenden Firma Manpower International hat Rumänien ein akutes Personalproblem bei qualifizierten Arbeitskräften. Die Tageszeitung Evenimentul Zilei schreibt: "Rumänien strebt danach, seinen Bürgern einen besseren Lebensstandard zu bieten. Das heißt, die Wirtschaft muss in Bereiche gehen, die hochwertige Sachen produzieren: Dienstleistungen, Technologien, eine Industrie, in der die Arbeit hochwertig und die Profite groß sind. Das setzt einen üppigeren und gut qualifizierten 'Bestand' an Humankapital voraus. ... Rumänien hat jedoch [nur] einen reduzierten, unqualifizierten Bestand an Humankapital." (03.06.2009)

KULTUR

Népszabadság - Ungarn

Wir suchen Bücher, die uns abschalten lassen

In der linksliberalen Wochenzeitung Népszabadság reflektiert der Dichter und Essayist Ákos Szilágyi über die heutigen Lesegewohnheiten: "Es gibt zwei Arten von Büchern: jene, die gelesen werden müssen und jene, die sich lesen lassen. ... Wir suchen Bücher, die sich lesen lassen, also Bücher, die quasi nicht gelesen werden müssen. Sie verlangen uns keinerlei geistige - intellektuelle, seelische, imaginäre - Anstrengungen ab. ... Stattdessen schenken sie uns sorglose Minuten, sinnliche Erregungen und paradiesische Freuden. ... Spurlos huschen sie durch unser Bewusstsein. Sie beruhigen das Auge und schalten den Intellekt aus. ... Sie wirken wie ein erfrischender Traum: Im nächsten Augenblick wissen wir gar nicht mehr, was wir gelesen haben, und das ist an diesen Büchern am besten. Worum es geht, ist das Vergessen. Kein Wunder, sind wir doch alle sorgenbeladen und ausgelaugt. In unsere Köpfe passt nicht mehr hinein, als was tagtäglich hineingestopft wird." (03.06.2009)

MEDIEN

Die Welt - Deutschland

Flugzeugabsturz als unvorstellbares Ereignis

Die brasilianische Luftwaffe hat Wrackteile der seit Montag über dem Atlantik vermissten Air-France-Maschine gefunden. An Bord des Flugzeugs waren 228 Passagiere. Es ist die größte zivile Luftfahrt-Katastrophe seit 2001. Die konservative Tageszeitung Die Welt schreibt: "Es gab keine Bilder, keine Nachricht, keine Hinweise, keine Zeichen, keine Namen, ein für eine Mediengesellschaft eigentlich unerträglicher Zustand. Dieses Flugzeug ist einfach aus der Welt gefallen. Vielleicht findet man den Flugschreiber, was aber, wenn nicht einmal ihn? Gerade weil weltweit unfassbare zwei Milliarden Menschen jährlich fliegen, von denen durchschnittlich 500 ihr Leben verlieren, wohnt dem Tod beim Absturz aus den Wolken eine ganz besondere Dramatik inne. Bei jedem Flug spüren viele im Abheben vom Boden den Kampf gegen die Schwerkraft der Natur. Fliegen ist und bleibt, auch wenn die Sicherheit im Vergleich zu Schienen- oder Straßenverkehr um vieles höher ist, ein außerordentlicher Akt." (03.06.2009)

Lidové noviny - Tschechien

Tschechiens Kommunisten fordern Absetzung von kritischer TV-Dokumentation

Die Kommunistische Partei in Tschechien hat die Absetzung einer Fernsehdokumentation gefordert, die den stalinistischen Schauprozess gegen die Demokratin Milada Horáková nachzeichnet. Horákova war 1950 nach einer konstruierten Spionage-Anklage zum Tode verurteilt und hingerichtet worden. Die konservative Tageszeitung Lidové Noviny lehnt die Forderung der Kommunisten ab: "Sie ist ein Anschlag auf die Verfassungsgrundlagen des Staates und deshalb demonstrativ abzulehnen. Fragt man heute, was einer in der Zeit des Kommunismus gemacht hat, dann wird das als unpassend und direkt unanständig angesehen. Lassen wir uns nicht diese Logik aufzwingen, schon gar nicht vor den [EU-]Wahlen, wie es KP-Chef Vojtěch Filip will. Für ihn ist die Erinnerung an die Wahrheit über den Kommunismus in solch einer Zeit natürlich ebenso nervend wie die Veröffentlichung von Wählerumfragen. Der Kommunismus ist nun einmal nicht eine politische Doktrin unter vielen." (03.06.2009)

De Standaard - Belgien

Gute TV-Show für flämische Genießer

Am Dienstagabend sahen Hunderttausende Flamen das Finale der Reality-TV-Show "Mein Restaurant". Dabei wetteifern Restaurants miteinander um die Gunst des Publikums. Die Tageszeitung De Standaard befasst sich mit dem großen Erfolg der Show: "'Mein Restaurant' ist nicht nur gradliniges und professionell gut gemachtes Fernsehen, es kommt unserer flämischen Volksart entgegen. Denn wir reden mit unseren Freunden und Bekannten doch so gerne über leckeres Essen und gemütliches miteinander Speisen. Und daher machen wir auch nichts lieber, als Restaurants nach allen Kriterien miteinander zu vergleichen. Und genau das hat 'Mein Restaurant' drei Monate lang zweimal in der Woche getan. Auch darum lieben wir 'Mein Restaurant' viel mehr als vergleichbare Reality-Programme wie etwa 'Das Hotel' oder das Bed- and Breakfast-Format 'Der italienische Traum'. Es ist ein Klischee, aber Flamen bleiben Genießer." (03.06.2009)

Die Presse - Österreich

Europawahlen: Europa als Quotenkiller

Die "TV-Pressestunden" mit den österreichischen EU-Spitzenkandidaten in den letzten Wochen lockten nur wenige Zuschauer vor den Bildschirm, moniert die Tageszeitung Die Presse: "Wahre Leidenschaft legen nur die Feinde der EU an den Tag. Die FPÖ ruft den 7. Juni gar als 'Tag der Abrechnung' aus. Wofür eigentlich? Dafür, dass wir in Frieden, Freiheit und Wohlstand leben? ... Früher einmal gab es lustvolle Spielshows im Fernsehen, bei denen Länder gegeneinander antraten: 'Games without frontiers', übrigens auch ein Lied von Peter Gabriel. Bei 'EWG' ('Einer wird gewinnen') mit 'Kuli' [Fernsehmoderator Hans-Joachim Kulenkampff] fieberten wir seinerzeit Samstagabend mit, und das hat mehr für Europa geleistet als so manche EU-Kampagne. Vielleicht sollte man dieses TV-Format wiederbeleben, damit das Gemeinsame wieder sichtbarer und die Europahymne gelegentlich wirklich zu einer 'Ode an die Freude' wird." (03.06.2009)

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