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Home / Presseschau / Archiv / Presseschau | 12.06.2009

 

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WHO erklärt Schweinegrippe zur Pandemie

WHO erklärt Schweinegrippe zur Pandemie

 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Schweinegrippe offiziell zur Pandemie oder weltweiten Seuche erklärt. Nachdem die Zahl der Infektionen in Europa und Australien sprunghaft gestiegen waren, stimmten Influenza-Experten auf einer Sondersitzung in Genf am Donnerstag für den Schritt. Laut WHO sind bislang mehr als 140 Menschen weltweit an der Grippe gestorben. » mehr

Mit Artikeln aus folgenden Publikationen:
Les Echos - Frankreich, El Correo - Spanien, Der Tagesspiegel - Deutschland, Elsevier - Niederlande

Les Echos - Frankreich

Die Wirtschaftszeitung Les Echos findet es grundsätzlich richtig, dass die Weltgesundheitsorganisation die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt hat: "Da der Krankheit bis heute weniger als 150 Menschen auf der Welt zum Opfer gefallen sind, kann sich jeder zu Recht fragen, ob die WHO nicht übertrieben hat ... [Aber] die Institution in Genf hat richtig gehandelt. Sie hat sich an dem orientiert, was eine Pandemie definiert, insbesondere das Vorhandensein mehrerer unabhängiger Krisenherde auf verschiedenen Kontinenten. Die H1N1-Schweinegrippe ist zweifellos eine Pandemie, und die WHO hat mit dem Aussprechen einer wissenschaftlichen Wahrheit nur ihre Pflicht getan. Das macht aber noch keine gefährliche Pandemie daraus, und diese qualitative Beurteilung der Bedrohung fehlt auf der Risiko-Skala der weltweiten Gesundheitsbehörde. Es ist bedauerlich, dass die WHO es noch nicht geschafft hat, neben einem Maß der Verbreitung des Virus auch eine Bewertung seiner Gefährlichkeit abzugeben." (12.06.2009)

El Correo - Spanien

Nach der Erklärung der Schweinegrippe zur Pandemie durch die Weltgesundheitsorganisation beschwichtigt die spanische Tageszeitung El Correo: "Bislang sind die Auswirkungen der Krankheit in der großen Mehrheit der diagnostizierten Fälle gering; und die Sterblichkeitsrate ist im Verhältnis zu der Zahl der Infizierten geringer als die einer normalen Grippewelle. Mit der Erklärung zur Pandemie - der ersten des 21. Jahrhunderts - will die WHO eine sehr klare Botschaft an die Gesundheitsbehörden senden: dass sie ihre Kraft nicht damit verschwenden sollen, den genauen Ansteckungsverlauf der Epidemie zu verfolgen, sondern ihre Aufmerksamkeit auf diejenigen richten, die von dem Virus angesteckt werden." (12.06.2009)

Der Tagesspiegel - Deutschland

Der liberale Tagesspiegel hält die Erklärung der Schweinegrippe zur Pandemie für übertrieben: "Einer vermutlich ziemlich hohen Zahl an Infizierten stehen relativ wenige Todesopfer gegenüber. Bislang starben nach WHO-Angaben 144 Personen durch die Schweinegrippe. Natürlich ist jedes Todesopfer eines zu viel. Aber aus seuchenmedizinischer Sicht ist die Schweinegrippe bei Weitem nicht so schlimm wie die 'gewöhnliche' Grippe, die uns in den Wintermonaten zu schaffen macht und die allein in Deutschland jedes Jahr Tausende dahinrafft. Ganz zu schweigen von den Millionen Opfern vergangener Pandemien. Die Schweinegrippe ist also eine Pandemie, die keine ist: Sie verbreitet sich zwar über die Welt, doch geschieht das ohne verheerende Folgen. Was nicht ist, kann freilich noch kommen. Trotzdem wäre es ein Fehler, zum jetzigen Zeitpunkt alle verfügbaren Ressourcen etwa der Impfstoffherstellung auf das neue Virus zu konzentrieren. Im Moment muss es weiter darum gehen, die Ausbreitung von Mensch zu Mensch so weit wie möglich einzudämmen." (12.06.2009)

Elsevier - Niederlande

Der Chemiker und Wissenschaftsjournalist Simon Rozendaal begrüßt die Maßnahmen der niederländischen Regierung gegen die Schweinegrippe in seinem Blog auf der Internetseite des rechtsliberalen Nachrichtenmagazins Elsevier: "Die mexikanische Grippe ist doch ein merkwürdiger Virus. Er ist nicht gemein, vielleicht sogar weniger gefährlich als die jährliche Wintergrippe. Aber die Grippe hat doch mit der spanischen Grippe von 1918 ein merkwürdiges Kennzeichen gemeinsam: nicht nur Kleinkinder und Alte werden krank, sondern auch junge Menschen um die 25 Jahre. Und dann erscheint es mir nicht unlogisch, dass Viren im Lauf einer Epidemie auch gemeiner werden können. Natürlich hat ein Virus nichts davon, wenn wir als sein Wirt in Massen sterben. Das ist die dumme Kraft des Ebola-Virus, das daher nie so bedrohlich sein wird wie das Grippe- oder Aids-Virus. Aber ja, Mutationen sind nicht zielstrebig, und wenn später im Winter die mexikanische Grippe auf einmal ein Prozent aller Kranken tötet, statt nur ein Tausendstel, wie jetzt, dann kann die Zahl der Opfer sich sehr schnell erhöhen." (12.06.2009)

POLITIK

Berlingske - Dänemark

Iranischer Wahlkampf gibt Hoffnung

Die konservative Tageszeitung Berlingske Tidende findet den iranischen Präsidentschaftswahlkampf bemerkenswert: "Der Wahlkampf war so lebendig, dass Hoffnung auf einen Rekord bei der Wahlbeteiligung besteht. Wem das nützt, ist eine andere Frage. Aber egal, wer gewinnt, die Erfahrungen zeigen leider, dass selbst der Reformwilligste schnell in Konflikt mit den Ayatollahs [religiöse Führer] und den vielen Räten kommt. ... Es scheint, dass die Menschen Reformen wünschen. Andererseits gibt es erfahrungsgemäß gerade auf dem Land viele Traditionalisten, die dafür gesorgt haben, dass [der derzeitige Amtsinhaber Präsident Mahmud] Ahmadineschad bei der vergangenen Wahl gewählt wurde. ... Sollte [sein Herausforderer Mir Hussein] Mussawi gewinnen, ist es nicht sicher, dass dieser den Erwartungen als Reformer genügen kann. Aber es wäre ein erfrischender Neubeginn für den Iran und die Welt drumherum, wenn der dunkle Ahmadineschad abgewählt würde." (12.06.2009)

Corriere del Ticino - Schweiz

Römer begreifen Gaddafis Extravaganzen nicht

Die liberale Schweizer Tageszeitung Corriere del Ticino kommentiert den Besuch des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi in Rom und die Reaktion der Römer auf seine Extravaganzen - wie etwa seine Übernachtung in einem Zelt: "Von seiner Landung an hat der libysche Oberst ... ganz Rom durchquert, um sein geliebtes Zelt zu erreichen. ... In einem öffentlichen Park zu schlafen ist eine Extravaganz, die waschechte Römer einfach nicht begreifen. Deshalb haben sie die Gegend um den Park mit 'No camping'-Schildern tapeziert. ... Aber die eigentliche Frage, die sich die Römer stellen, ist, warum man bei solchen Gelegenheiten einen Sicherheitsapparat auffährt, der die Stadt zum sichersten Ort der Welt macht, um, kaum ist der Besuch vorbei, wieder zu einer Normalität zurückzukehren, die ebenfalls von beunruhigenden Fragen der täglichen Sicherheit charakterisiert ist? ... Die Römer harren mit sympathischer und gefasster Ironie der nächsten Extravaganz Gaddafis, den sie halb im Scherz gebeten haben, sein Zelt den vom Erdbeben Betroffenen in Aquila überlassen." (12.06.2009)

El País - Spanien

Spanien muss Opfer des Franco-Regimes anerkennen

Im der zentralspanischen Kleinstadt Benavente hat ein Gericht die Untersuchung eines während des spanischen Bürgerkrieges begangenen Mordes angeordnet. Dabei werden auch ein Massengrab geöffnet und die Leichen der Opfer identifiziert. Die linksliberale Tageszeitung El País applaudiert: "Die Richterin aus Benavente, Tania Chico, hat eine Entscheidung getroffen, die man zumindest für die lebenden Angehörigen derjenigen Bürgerkriegsopfer, die dem Franquismus zuzuordnen sind, und für das zeitgenössische Spanien, das eben diese in Erinnerung bewahrt, als historisch bezeichnen muss. ... Dass der aktuelle Staat so lange gebraucht hat, um auf die Forderungen der Angehörigen der Opfer des Franquismus einzugehen, sollte die Spanier von heute nachdenken lassen. Es geht nicht darum, Wunden wieder aufzureißen, wie manchmal behauptet wird, sondern sie zu schließen. Es geht darum, dass das demokratische Spanien die Opfer eines Unrechts anerkennt." (12.06.2009)

Diário de Notícias - Portugal

Barroso ist gut für Portugals Image

Laut der Tageszeitung Diário de Notícias ist José Manuel Barrosos Kandidatur für eine zweite Amtszeit als EU-Kommissionspräsident gut für das Image Portugals: "In Portugal herrscht, vor allem unter den Politikern, eine Schizophrenie, was Barroso betrifft. Diejenigen, die seine politische Ideologie teilen, verteidigen ihn. Diejenigen, die zu einer anderen politischen Fraktion gehören, verteidigen ihn auch, aber machen es behutsam. Unter Letzteren gibt es jene, die sich fragen, was Portugal durch seine Amtszeit gewinnt. Dies ist natürlich nicht die richtige Frage. Vor allem weil dies nicht seine Funktion ist. Was Portugal durch Barroso als EU-Kommissionspräsident gewinnen kann, geht über politische Meinungsverschiedenheiten hinaus. Um ein einfaches Beispiel zu nennen: Barroso dient Portugals Image so wie [der Inter Mailand-Trainer] José Mourinho Portugals Fußball-Image dient. Mit anderen Worten, Portugal kann durch einen portugiesischen EU-Kommissionspräsidenten nur gewinnen." (11.06.2009)

Delo - Slowenien

Nachkriegsserbien fehlt Katharsis

Das bosnische Staatsfernsehen hat vor kurzem Bilder des international gesuchten Kriegsverbrechers Ratko Mladić gezeigt, auf denen er in Serbiens Hauptstadt Belgrad ausgelassen feiert. Die Tageszeitung Delo kommentiert: "Die Tatsache, dass zwei Kriegsverbrecher [Mladić und Radovan Karadžić] der schlimmsten Sorte jahrelang frei in Belgrad leben konnten, zeigt deutlich die politische und gesellschaftliche Realität eines Nachkriegsserbien, das trotz zahlreicher Gelegenheiten keine Katharsis erlebt hat. Gleichzeitig wird die ernsthafte Absicht der internationalen Gemeinschaft deutlich, die in der Region des ehemaligen Jugoslawien eine Reihe politischer und moralischer Niederlagen erlebt hat. Die Auslieferung Karadžićs war eine politische Geste der serbischen Regierung und keine Tat aus ethischen Beweggründen. Politischer Handel kennt eben keine Grenzen: Das selbstzufriedene und absolute Sicherheit bezeugende Lächeln Mladićs, das die Aufnahmen des bosnischen Fernsehens zeigen, beweisen das eindeutig." (12.06.2009)

Dnevnik - Bulgarien

Europawahlen: Bulgarische Bürger verlieren die freie Wahl

Stimmenkauf und Manipulationen durch wirtschaftliche Interessengruppen haben die Europawahlen in Bulgarien begleitet. Ähnliches wird auch bei den bevorstehenden Parlamentswahlen erwartet. Dazu schreibt die Tageszeitung Dnevnik: "Neunzehn Jahre nach den ersten Mehrparteienwahlen stehen wir heute wieder vor der Gefahr, dass die Bürger die freie Wahl verlieren. Riesige organisatorische und finanzielle Ressourcen werden für einen immer größeren Einfluss auf kontrollierte Wahlen aufgewendet. Die bevorstehenden Wahlen sind entscheidend, nicht nur für die Erhaltung des Status quo, sondern auch für die Aufrechterhaltung der Parteistrukturen, die die Perestroika [Umbau] des totalitären Regimes geschaffen hat. ... Wichtige politische Akteure von damals sind [aber] bereit, jedes Mittel zur Selbsterhaltung zu nutzen, indem sie uns repräsentative Demokratie, Marktwirtschaft und Rechtsstaat vorspielen." (12.06.2009)

168 óra - Ungarn

Europawahlen: Ungarisches Immunsystem ist schwach

In der linksliberalen Wochenzeitung 168 Óra kommentiert der linke Publizist Tamás Mészáros den Ausgang der Europawahlen in Ungarn: "Die Öffentlichkeit wurde nicht von der dramatischen, aber absehbaren Niederlage der regierenden Sozialisten überrascht, auch nicht von der seit einiger Zeit zu beobachtenden Expansion der radikalen Rechten, und auch nicht vom überlegenen Erfolg der rechtskonservativen Oppositionspartei Fidesz. Vielmehr überraschend war die Anzahl der Wählerstimmen, die die rechtsradikale Partei Jobbik auf sich vereinen konnte [knapp 15 Prozent] und der damit einher gehende massive Vorstoß des Ultraradikalismus in Ungarn; oder anders: das erschreckende Ausmaß des Terraingewinns des rassistisch-antisemitischen Hungarismus. Eine Überraschung war aber auch das katastrophale Ergebnis der Freien Demokraten [knapp über 2 Prozent], das im Grunde gleichbedeutend ist mit dem Untergang der hiesigen Liberalen. ... Diese beiden Tatsachen verändern die ungarische Demokratie in ihren Grundfesten. ... Das Immunsystem der ungarischen Gesellschaft ist schandbar schwach. Wie sich bei den Europawahlen nun gezeigt hat, ist der Mittelstand sogar bereit, gemeinsame Sache mit radikalen politischen Kräften zu machen." (12.06.2009)

REFLEXIONEN

Prager Zeitung - Tschechien

Bernd Rudolf über Nachkriegsverbrechen an den Deutschen

Nach mehr als 60 Jahren hat die tschechische Kriminalpolizei die Verantwortlichen für das größte Nachkriegsverbrechen an Deutschen in der damaligen Tschechoslowakei - die Vertreibung - ausfindig gemacht. Das deutschsprachige Wochenblatt Prager Zeitung würdigt das: "Jahrzehnte lang wurden während der Vertreibung verübte Verbrechen an Deutschen verschwiegen, unter den Teppich gekehrt oder gar geleugnet. Nur wenige aufgeklärte Intellektuelle legten den Finger in die eigene Wunde. Mittlerweile darf man über diese Verbrechen sprechen, ohne gleich als Nestbeschmutzer zu gelten. Es hätte auch keinen Sinn, diese Vergangenheit zu verschweigen, gibt es doch mittlerweile gerade bei der jungen Generation einen regen Austausch, bei dem auch die Geschichte beider Länder thematisiert wird. Viele junge Leute werden - ähnlich wie die 68er Generation - in Zukunft noch mehr Fragen stellen, wissen wollen, was passiert ist und auch Antworten fordern." (11.06.2009)

Dilema Veche - Rumänien

Dina Khapaeva über den Mythos des Zweiten Weltkriegs in Russland

Die russische Historikerin Dina Khapaeva, Mitbegründerin des russischen Smolny-Instituts in Sankt Petersburg, sagt in einem Interview mit der Wochenzeitschrift Dilema Veche, dass der Mythos des Zweiten Weltkriegs der wohl letzte sei, der die russische Nation zusammenhält: "Ich sage nicht, dass der Krieg ein Mythos ist, und verneine nicht, dass er eine große Tragödie war, die dem Volk schreckliches Leid gebracht hat. Ich sage nur, dass er sowohl zu Sowjet-Zeiten und genauso heute für politische Ziele genutzt wird. ... Ihnen ist nicht klar, dass der Zweite Weltkrieg, und besonders der so genannte Große Patriotische Krieg, auch ein großes Verbrechen der sowjetischen Regierung, der Kommunistischen Partei und der sowjetischen Generäle gegen die eigenen Soldaten und das eigene Volk war. Dieser Mythos verwandelt Stalin in einen Kriegshelden, der das Böse in Form des Faschismus besiegt hat und rechtfertigt die Grausamkeiten und Verbrechen des sowjetischen Regimes, da die sowjetische Armee‚ die Welt vom Schlimmsten befreit hat. ... Dieser Mythos verhindert ein Nachdenken über die kriminelle Natur des Stalinismus, die heute als Hauptvehikel für den historischen Revisionismus in Russland gebraucht wird." (12.06.2009)

WIRTSCHAFT

Gândul - Rumänien

"Schwarze Löcher" stehen unter Beobachtung

Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die EU haben Rumänien unter strengen Auflagen einen 20-Milliarden-Euro-Kredit gewährt. Für Rumänien sei das eine Hilfe, meint die Tageszeitung Gândul: "Das zwischen Rumänien und dem IWF unterzeichnete Memorandum sieht praktisch einen Transfer der Verantwortlichkeiten vor, von der Regierung zum Fonds. Die Regierung muss jeden dritten Monat nachweisen, dass sie das öffentliche Geld nur für die Gesundung der Wirtschaft ausgegeben hat. ... Mehr noch, die Ministerien müssen dem IWF alle Informationen über Unternehmen vorlegen, bei denen der Staat Aktionär ist, zeigen, wie und für was Geld ausgegeben wurde und ob die Restrukturierungspläne berücksichtigt wurden. Anders gesagt, die 'schwarzen Löcher' werden unter Beobachtung stehen und noch besser, nicht nur durch den Staat, denn die Zahl der profitablen Staatsunternehmen ist winzig, bis auf den Energiebereich." (12.06.2009)

Postimees - Estland

Estland verschläft die Rettung aus der Krise

In Krisenzeiten gebe es oft besonders kreative Ideen, die einen Ausweg aufzeigten, nicht so jedoch in Estland, kritisiert die Tageszeitung Postimees: "Viele Wirtschaftswissenschaftler und Politiker sehen in der globalen Krise den Beweis dafür, dass wir alle im selben Dorf leben, aber der Umgang mit der Krise in den einzelnen Ländern fällt höchst unterschiedlich aus. … Städte und Finanzzentren wie Hamburg, Dubai, Schanghai oder Mumbai haben angefangen, Allianzen und Wirtschaftsverbände zu bilden, ähnlich wie die Hanse im Mittelalter. Tallinn hätte die Chance, seine hervorragende geografische Lage zu nutzen, und Skandinavien gilt als eine der innovativsten Regionen der Welt. Aber stattdessen fällt Estland im Wettbewerbsranking immer weiter zurück, wie zuletzt eine Untersuchung von Eurobarometer gezeigt hat. Wenn zwei Esten streiten, prallen dabei grundsätzlich drei Meinungen aufeinander. Warum schaffen wir es nicht, endlich Regeln aufzustellen, um als kleines Volk flexibler zu werden?" (12.06.2009)

MEDIEN

International Herald Tribune - Frankreich

Beijing muss neue Filter-Software überdenken

Ab Juli dürfen Computer in China nur noch mit einer vorinstallierten Filter-Software verkauft werden, die den Zugriff auf bestimmte Internetinhalte blockiert. Die Tageszeitung International Herald Tribune hält davon überhaupt nichts: "Das Letzte, was China braucht, ist, die Installation einer Software zu erzwingen, die Millionen von Computern abstürzen lässt. Nachdem Tausende von Kindern beim Zusammenbruch von schludrig gebauten Schulen bei dem Erdbeben 2008 starben, würde das nur neuen Groll gegen eine Regierung nähren, die schon der Inkompetenz angeklagt ist. Internationale Hersteller könnten die [chinesische] Regierung wahrscheinlich zwingen, die Vorschriften zurückzunehmen, indem sie drohen, ihre Produkte nicht zu verkaufen. Aber sie sind es nicht gewohnt, sich gegenüber Beijing zu behaupten. ... Sollte Beijing seine törichte Entscheidung nicht überdenken, würden die neuen Vorschriften am 1. Juli in Kraft treten. Unser Rat an die chinesischen Verbraucher: Kauft euren PC jetzt." (12.06.2009)

SPORT

Die Welt - Deutschland

Hohe Transfersumme für Ronaldo ist anstößig

Der spanische Fußball-Rekordmeister Real Madrid will für 93 Millionen Euro den Fußballer Cristiano Ronaldo von Manchester United kaufen. Dazu schreibt die konservative Tageszeitung Die Welt: "Setzt der Fußball in seiner Sommerpause gerade die Verhältnismäßigkeiten außer Kraft? Nein, denn zu beobachten ist das alte Marktwirtschaftsspiel von Angebot und Nachfrage. Ronaldo ist ein extrem begehrter und von seinen Fähigkeiten her nahezu einzigartiger Spieler. Wer ihn haben will, der muss tief in die Tasche greifen. Auch wenn die Summe der Fantasie entsprungen scheint. Refinanzierbar ist sie jedenfalls nicht. Weil aber gerade Florentino Pérez bei Real Madrid Präsident geworden ist, ein Baulöwe und Milliardär, spielt Geld keine Rolle mehr. Leute wie Pérez begreifen Transfers wie den von Ronaldo oder Kaká als Geschenk an die Fans. Sie werden dafür von den Anhängern geliebt, das ist für ihre Eitelkeit Rendite genug. Dennoch begreifen Leute wie Pérez nicht, dass diese Summen in diesen Zeiten anstößig sind." (12.06.2009)

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