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Home / Presseschau / Archiv / Presseschau | 25.08.2009

 

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70 Jahre Hitler-Stalin-Pakt

70 Jahre Hitler-Stalin-Pakt

 

Vor 70 Jahren unterzeichneten Deutschland und die Sowjetunion in Moskau den so genannten Hitler-Stalin-Pakt. Kurz vor dem Angriff auf Polen im September 1939, der als Beginn des Zweiten Weltkriegs gilt, garantierte dieser Nichtangriffspakt dem Deutschen Reich die sowjetische Neutralität bei einem Konflikt mit Polen und den Westmächten. Ein geheimes Zusatzprotokoll legte Interessensphären in Ostmitteleuropa fest. Noch heute sind die Folgen des Abkommens in Europa präsent. » mehr

Mit Artikeln aus folgenden Publikationen:
Luxemburger Wort - Luxemburg, Postimees - Estland, NRC Handelsblad - Niederlande, Rzeczpospolita - Polen

Luxemburger Wort - Luxemburg

"Der 'Donnerschlag aus Moskau' hallt noch in unserer heutigen Welt nach," schreibt die Tageszeitung Luxemburger Wort über den Hitler-Stalin-Pakt. "Als Warnung. Denn wo es Unrechtsregimes, Diktaturen egal welcher Farbe, Missachtung von Menschen- und Völkerrechten, zynischer Umgang mit Moral, Würde, Recht und politischem Anstand gibt, da feixen im Hintergrund die dämonischen Fratzen [Adolf] Hitlers und [Josef] Stalins, der beiden größten Verbrecher des 20. Jahrhunderts. Gottlob hatten sie im Ausmaß ihrer Barbarei bis jetzt keine Nachfolger. Doch ihr perfider Geist - sie waren verfeindet in ihren ideologischen Gegensätzen, verbündet in ihren sich gegenseitig nützenden Schurkereien - herrscht auch heute in manchen Staaten, deren Regimes noch immer nicht zu den Werten eines universal friedlichen Zusammenlebens gefunden haben. Es gibt noch Schurkenregimes. [Der ehemalige US-Präsident George W.] Bush wurde kritisiert, weil er etliche beim Namen nannte. Leider aber hatte er recht." (25.08.2009)

Postimees - Estland

"Es ist nur natürlich, dass wir in Estland den Hitler-Stalin-Pakt und sein geheimes Zusatzprotokoll vor allem als das Werkzeug sehen, mit dem uns die Unabhängigkeit geraubt wurde. Für uns ist der Jahrestag dieses Pakts darum nicht nur Anlass zum Gedenken, sondern die meisten heute lebenden Esten haben die Folgen am eigenen Leib zu spüren bekommen," schreibt die Tageszeitung Postimees und kritisiert, dass sich Russland bis heute nicht der Geschichte stellen wolle: "Das selektive Gedächtnis Moskaus wirkt sich leider auch auf die heutige Außenpolitik aus. Und auch wenn in der politischen Arena des 21. Jahrhunderts demokratische Staaten nicht mehr über die Köpfe anderer hinweg solche Herrenmenschen-Verträge schließen, so kann man doch nicht behaupten, dass diese Politik endgültig der Vergangenheit angehört. Die Art und Weise, wie über den Bau der Gaspipeline Nord Stream entschieden wurde, und der Krieg zwischen Russland und Georgien im August vergangenen Jahres haben Europa erneut auf eine harte Probe gestellt." (25.08.2009)

NRC Handelsblad - Niederlande

Die baltischen Länder haben vor 20 Jahren, am 50. Jahrestag des Hitler-Stalin-Paktes, mit einer Menschenkette gezeigt, dass sie sich von der Sowjetunion lösen wollten. Jetzt rufen sie Russland auf, sich der Geschichte zu stellen. Dies sollten sie auch selbst tun, fordert die Tageszeitung NRC Handelsblad: "Das Verhältnis von Opferrolle und Täterschaft ist zwei Jahrzehnte später noch nicht im Gleichgewicht. Dass Estland, Lettland und Litauen 1939 Opfer des Teufelspaktes waren, ist Allgemeingut. Dass die drei die vorrückende Rote Armee 1944 als Besatzungsmacht erfuhren, auch. ... Weniger Aufmerksamkeit gibt es aber für die Tatsache, dass [die deutsche] Wehrmacht und die SS 1941 von großen Teilen der Bevölkerung als Befreier begrüßt wurden. Vor allem Juden wurden das Opfer des Reflexes, den Feind des Feindes als Freund zu begrüßen. Das ist kein Argument für eine Bagatellisierung des historischen Traumas, das die baltischen Länder im 20. Jahrhundert erlitten haben. Aber die anhaltende Suche nach einer politischen Historiographie zeigt, dass das 20. Jahrhundert auch im neuen Europa noch nicht vorbei ist." (25.08.2009)

Rzeczpospolita - Polen

Die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita kommentiert die Neuinterpretation des russischen Journalisten Oleg Chlebnikow zur Rolle der Sowjetunion beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs: "Im heutigen Russland muss man schon viel Mut aufbringen, um zu schreiben, dass die Sowjetunion am 17. September 1939 [dem Tag des sowjetischen Einmarsches in Polen] in den Krieg eingetreten ist. So sagt es Oleg Chlebnikow in der Tageszeitung Nowaja Gaseta. Und er geht damit auf direkte Konfrontation gegen die offizielle staatliche Geschichtsdarstellung, die vom 22. Juni 1941 ausgeht - dem Tag, an dem Hitlers Truppen die Sowjetunion angriffen. Der Artikel in der Nowaja Gaseta weckt zugleich Verwunderung und Anerkennung. Der Trost ist jedoch klein angesichts der täglich wachsenden Propagandawelle des Kreml, die der Sowjetunion um jeden Preis die Verantwortung für die Geschehnisse in Europa vor 70 Jahren absprechen will. Die Moskauer Historiker malen heute ein Bild von Polen Anno Domini 1939 als Verbündeter von Nazi-Deutschland. Diese These ist so verlogen und tut weh. Sie ist sogar so unverschämt, dass es sich nicht lohnt, dagegen zu polemisieren." (25.08.2009)

POLITIK

De Standaard - Belgien

Ungeduld des flämischen Radikalismus

Der flämisch-nationalistische Publizist Frans Crols hat sich bei einer Versammlung der flämischen Radikalen dafür ausgesprochen, im Falle einer Unabhängigkeit Flanderns auf Brüssel zu verzichten. Das sei deutlich, aber zu einfach, schreibt die linksliberale Tageszeitung De Standaard: "Die Konfrontationsstrategie kennzeichnet schon seit Jahren die flämische politische Kultur. Radikale können nur noch die Teilung Belgiens als Zukunftsperspektive akzeptieren, und dem muss alles untergeordnet werden. Wenn Brüssel ein Hindernis ist, dann muss eben Brüssel dran glauben. Und die Stadt ist tatsächlich ein Hindernis für das Dogma des Separatismus, weil bisher kein einziger Teilungsplan eine annehmbare Lösung für Brüssel ausgearbeitet hat. Die gibt es wohl auch nicht. Brüssel ist das Herz ... der flämischen Wirtschaft, und außerdem ist die Stadt ökonomisch, sozial und städtebaulich intensiv mit Flandern verwoben. ... Das selbst der angenehme Frans Crols jetzt das Dogma, Brüssel nicht 'loszulassen', aufgibt, zeigt die Ungeduld, die jetzt im flämischen Radikalismus herrscht." (25.08.2009)

Gondola - Ungarn

Ungarischer Staat ist schwach

Vor dem Hintergrund der jüngsten Spannungen zwischen Ungarn und der Slowakei übt das konservative Nachrichtenportal Gondola Kritik am ungarischen Staat. Die Slowakei hatte dem ungarischen Präsidenten die Einreise verboten: "Was ist eigentlich geschehen? Das Oberhaupt der ungarischen Republik, sprich die Verkörperung des ungarischen Staates, wurde von einem anderen Staat gedemütigt. Von langer Hand geplant und bewusst. Und wie reagiert der ungarische Staat darauf? Er tut gar nichts. Der ungarische Außenminister erklärte am vergangenen Freitag, dass er erst am Montag 'nach den Feiertagen' etwas unternehmen wolle. Wie bitte? Zuerst einmal: Freitag, der 21. August war weltweit ein Arbeitstag [, auch wenn Ungarn nach seinem Nationalfeiertag am Donnerstag noch frei hatte]. ... Zweitens: Der Rechtsverstoß gegen das ungarische Staatsoberhaupt ist ein wichtiges Ereignis. So wichtig, dass ein jeder Feiertag in den Hintergrund treten müsste. Ein Staat, der derart passiv auf einen demütigenden Rechtsverstoß reagiert, ist eigentlich kein Staat mehr." (25.08.2009)

Die Presse - Österreich

Schweden muss sich nicht entschuldigen

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat von der schwedischen Regierung die "Verurteilung" eines Berichts der Boulevardzeitung Aftonbladet gefordert, in dem der israelischen Armee vorgeworfen wird, Organe getöteter Palästinenser verkauft zu haben. Schweden müsse sich nicht entschuldigen, meint die Tageszeitung Die Presse: "Die Vorgangsweise der israelischen Rechtsrabauken-Regierung erinnert an den sogenannten Karikaturenstreit vor vier Jahren. Damals wollten islamische Staaten die dänische Regierung drohend zu einer Entschuldigung für die Mohammed-Karikaturen drängen, die in der Zeitung 'Jyllands-Posten' erschienen waren. ... Der Schaden ist angerichtet, schon kursieren Petitionen für einen Ikea-Boykott. Israels Regierung sollte den Streit nicht mit der schwedischen Regierung, sondern mit der Zeitung selbst ausfechten, und zwar vor einem Gericht. Wobei sich der Unsinn, den [der Journalist] Daniel Boström über den angeblichen Organhandel verzapft hat, eigentlich selbst richtet." (25.08.2009)

REFLEXIONEN

Les Echos - Frankreich

Jean-Marc Vittori über Sarkozy in drei Akten

In der Wirtschaftszeitung Les Echos vergleicht Jean-Marc Vittori die Amtszeit des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy mit einer griechischen Tragödie in drei Akten: "Der erste Akt besteht aus dem Exposé der Personen und der Situation. Ein neues Team übernimmt die Macht, der junge Präsident bringt eine Welle von Reformen ins Rollen. ... Frankreich atmet tief durch, wie noch nie seit 25 Jahren. Das war der Akt der Reformen. Danach bringt ein Ereignis alles ins Wanken. Der zweite Akt ist natürlich jener der Krise. Die großen Banken des Landes wären fast durch einen Sturm an der Wall Street weggefegt worden, die Autobauer wären beinahe erstickt und die Arbeitslosigkeit ist brutal angestiegen. Der Präsident ist damit der Kommandant einer Feuerwehreinheit geworden, die ausschwärmt, um die wirtschaftlichen und finanziellen Brände in Frankreich, Europa und auf internationaler Ebene zu löschen. Heute beginnt der dritte Akt, der im Elysée von zwei Ereignissen bestimmt wird: der Arbeitsbeginn der Minister und die Kritik des Präsidenten an den Bankiers. Es ist der Augenblick, in dem noch alles möglich ist. Der Hintergrund - der dramatische Anstieg der Arbeitslosigkeit - ist jedoch schon bekannt." (25.08.2009)

Il Sole 24 Ore - Italien

Stefano Micossi über notwendige Veränderungen in der europäischen Wirtschaft

Angesichts der wachsenden Arbeitslosigkeit müsse sich die EU vor dem Herbst etwas einfallen lassen, schreibt Stefano Micossi in der Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "In Europa wird das Problem durch die mangelnde Flexibilität der wirtschaftlichen Strukturen erschwert. In einer Phase, in der strukturelle Veränderung erforderlich ist, tendiert man dahin, sie zu bremsen und so Investitionen zu entmutigen. … Eine anhaltende Stagnationsphase gefährdet nicht nur den Binnenmarkt, sondern auch die europäische Währung. … Die Spielräume für aggressivere nationale Politikansätze zur Stützung der Nachfrage sind durch das Wachstum des öffentlichen Defizits begrenzt. Außerdem besteht die Gefahr, dass sie protektionistische Formen annehmen, die den Markt einengen, statt ihm zu helfen. Folglich ist auf europäischer Ebene eine starke Beschleunigung geförderter Investitionen nötig. ... Für den Herbst zeichnet sich die Tendenz einer wachsenden Arbeitslosigkeit ab, auch wenn der Sturz des Bruttoinlandsprodukts aufgefangen ist. Ohne eine gemeinsame europäische Antwort sind wir dazu verdammt, mit einem niedrigen Wachstum, einer hohen Arbeitslosigkeit und immer größer werdenden Armutszonen zu leben. Die europäischen Regierungen müssen eine ernsthafte Diskussion darüber eröffnen, was sie gemeinsam tun können, um uns eine bessere Perspektive zu bieten." (25.08.2009)

WIRTSCHAFT

Die Welt - Deutschland

Merkels frühe Festlegung rächt sich

Der US-Konzern General Motors (GM) überlegt offenbar, den deutschen Autobauer Opel doch nicht zu verkaufen. Die konservative Tageszeitung Die Welt kommentiert das Hin und Her: "Mit Rückendeckung der US-Regierung denkt der Koloss nicht daran, sich von einer kleinen Tochter in Europa und der Bundesregierung eine Entscheidung aufzwingen zu lassen. Im Interesse des eigenen Überlebens will sich der einst größte Autokonzern der Welt den Zugriff auf Opel sichern, möglicherweise die Firma sogar behalten. Und das ist normal: Schließlich hängen vom Überleben des Autogiganten in den USA weit mehr Arbeitsplätze ab als von Opels Existenz in Deutschland. Nun rächt es sich für Merkel, dass sie sich entgegen ihrer sonstigen Vorsicht aus wahltaktischen Gründen dieses Mal früh festgelegt hat. Ohne Not hat sich die Kanzlerin jeder Verhandlungsoption gegenüber GM weitgehend beraubt. Am Ende würde sie wohl sogar allen Forderungen der Amerikaner nachgeben. Denn eine andere Lösung als ein Verkauf an Magna und die Russen von der Sberbank wird sie als Verliererin dastehen lassen." (25.08.2009)

ABC - Spanien

Spanien darf Anschluss an Billigflieger nicht verpassen

Die Wirtschaftszeitung Cinco Días geht davon aus, dass sich die Billigfluglinien weiter ausbreiten und bedauert, dass es bislang keinen spanischen Anbieter auf diesem Markt gibt: "Der Prozess, in dem sich die Billigfluglinien auf Kosten der traditionellen Anbieter durchsetzen, ist unaufhaltsam. Ihre Preise üben einen mächtigen Einfluss auf die Kunden aus. Sie sind immer weniger dazu bereit, für mehr zu zahlen, als nur den Reihensitz, in dem sie reisen. ... Spanien empfängt pro Jahr etwa 60 Millionen Besucher, und die Mehrheit kommt per Billigflieger, ein Geschäft, das sich die ausländischen Unternehmen aufteilen. Es überrascht, dass kein starker spanischer Low-Cost-Anbieter entstanden ist, um sich einen Teil des Kuchens zu sichern. Die meistgefragten Ziele hängen von ausländischen Firmen ab, die diese nach strikten Rentabilitätsprinzipien aussuchen. Die Kanaren wissen dies, da sie nicht ausreichend von diesen Flügen angeflogen werden, was sich nachteilig auf das Wachstum im Tourismus ausgewirkt hat." (25.08.2009)

KULTUR

Svenska Dagbladet - Schweden

Schweden könnte Schulmodell exportieren

Das liberale schwedische Freischulgesetz erlaubt die Gründung aller Arten von Privatschulen. Das Geld dafür kommt vom Staat. Die Schulen können sich auch zu Unternehmen zusammenschließen und so Geld verdienen. Das schwedische Modell könne zum Exportschlager werden, meint die Tageszeitung Svenska Dagbladet: "Viele Freischulkonzerne stehen parat, um auf den britischen Markt zu kommen. ... [Die wirtschaftspolitische Sprecherin der Umweltpartei] Mikaela Valtersson hat Recht damit, dass Gewinn kein Selbstzweck sein kann. ... Gewinn ist ein Mittel, um höhere Qualität zu erreichen. Will man aber langfristig Investoren anlocken, ist die Möglichkeit, Geld zu verdienen, zentral." (25.08.2009)

GESELLSCHAFT

Frankfurter Rundschau - Deutschland

Titel ohne Talent

Rund 100 Hochschullehrer stehen in Deutschland unter Korruptionsverdacht, weil sie Doktorhüte gegen Bares vergeben haben sollen. Dazu schreibt die linksliberale Tageszeitung Frankfurter Rundschau: "Das Geschäft mit der Eitelkeit blüht schon lange, und das nicht mal im Verborgenen. ... Fachleute beklagen seit langem, dass die Promotionsverfahren an den Hochschulen nicht transparent genug sind, weil jeder Doktorvater sein eigenes Süppchen kocht. ... Den Schatten-Markt für den Titelhandel wird jedoch kein noch so transparentes Verfahren an den Hochschulen austrocknen. Das können höchstens die Gerichte mit angemessenen Strafen. Oder eine Gesellschaft, die auch dem kompetenten Zahnarzt ohne 'Dr.' etwas zutraut, die nicht mehr vor dem Professor buckelt und beim Adelstitel die Fassung behält. Letzteres kann man übrigens nicht direkt kaufen, aber über Umwege (Adoption gegen Bares) erwerben. 'Diskret und zuverlässig', wie einschlägige Vermittlungsagenturen versprechen. Erfolg garantiert!" (25.08.2009)

MEDIEN

Adevărul - Rumänien

Wir werden für Online-Inhalte zahlen

Der amerikanisch-australische Medienzar Rupert Murdoch plant, seine Online-Nachrichtenangebote kostenpflichtig zu machen. Dazu schreibt die Tageszeitung Adevărul: "In Rumänien gibt es viele Analysten und Medienexperten, die eine Gebühr für Online-Inhalte als nicht aussichtsreich ansehen. Doch so ist es nicht. In Wirklichkeit ist die Aktion des weltweit größten Herausgebers eine Rückkehr zur Normalität. Der Inhalt von Websites hätte niemals kostenlos herausgegeben werden dürfen. Dieser Netzsozialismus hat der Kreativität viel Schlimmes angetan. Hieraus rührt die Piraterie von Musik und Filmen, die zur [wirtschaftlichen] Stagnation der beiden Bereiche geführt hat. Der erste Sündenfall war die Verteilung der Inhalte von Zeitungen über das Netz. Es ist wahr, sie haben Leser gewonnen, aber für einen hohen Preis. ... Es wird nicht einfach sein, diese Anfangssünde zu überwinden, doch die Zeitungen werden es schaffen. Das Bedürfnis nach Qualitätsinformationen ... ist in unseren Tagen so groß, dass sich Leute finden werden, die bereit sind, für das Internetangebot zu zahlen." (25.08.2009)

SPORT

Le Monde - Frankreich

Usain Bolts Rekorde könnten negativen Effekt haben

Die Tageszeitung Le Monde ist der Ansicht, dass die Weltrekorde des jamaikanischen Sprint-Stars Usain Bolt seinem Sport schaden könnten: "Mit seinen 1,96 Metern, seinen 86 Kilo und seinen [sportlichen] Fortschritten zerstört Usain Bolt nebenbei das ewige Bild eines Sprinters: jenes des kleinen, muskulösen Läufers. Diese 'Ausnahme' verleiht einem Sport, der lange von unterkühlten Läufern erdrückt wurde, einen Hauch von Menschlichkeit. Der Jamaikaner zögert nicht, minutenlang mit den Zuschauern zu faxen. Ein einfacher Junge, mit dem sich das Publikum gerne identifiziert und der heute ganz allein die Leichtathletik verkörpert. ... Bolt wirft [noch] eine andere Frage auf, diesmal eine sportliche: Wer kann ihm das Wasser reichen? ... Das ist der perverse Effekt der Dominanz von Usain Bolt: Sie verführt zum Doping. ... Für die Führungsfiguren der Leichtathletik kommt es jedoch nicht in Frage, die Leistungen von Usain Bolt anzuzweifeln, auch wenn der Dopingverdacht auf der Insel [Jamaika] lastet. Auf lange Sicht könnte die Leichtathletik uninteressant werden. ... Wer will schon eine Disziplin verfolgen, in der die Bestleistungen verschwunden sind?" (25.08.2009)

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