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Home / Presseschau / Archiv / Presseschau | 27.08.2009

 

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Trauer um Edward Kennedy

Trauer um Edward Kennedy

 

Der Tod des US-Senators Edward Kennedy erschüttert Europa. Der 77-Jährige erlag am Dienstag einem Krebsleiden. Der jüngste Bruder des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy war ein Unterstützer von Barack Obama und trug unter anderem zum Friedensprozess in Nordirland bei. Seine Großeltern waren als Einwanderer aus Irland in die USA gekommen. Europas Presse würdigt einen US-Politiker mit europäischen Wurzeln. » mehr

Mit Artikeln aus folgenden Publikationen:
De Standaard - Belgien, Jyllands-Posten - Dänemark, Mladá fronta Dnes - Tschechien, Irish Independent - Irland

De Standaard - Belgien

Edward Kennedy war kein Heiliger, schreibt die linksliberale Tageszeitung De Standaard. Aber er sei ein Symbol für die sozial-progressive Seite der USA gewesen, die Solidarität nicht für unamerikanisch hielt: "Mit Kennedy verliert Washington einen der letzten großen Brückenbauer, einen jener Politiker, die bereit sind, in der politischen Mitte den Konsens zu suchen. Diese Bereitschaft ist selten in den USA. Die scharfe Polarisierung lähmt die amerikanische Entscheidungsfindung. Inhaltliche Diskussionen wurden zu Schimpfkanonaden. Reformen, die für das Wohl von Millionen notwendig sind, scheitern am Njet der Ideologen. Dies droht jetzt das Schicksal der Krankenversicherungsreform zu werden. Kennedys Lebenswerk, ... von dem er hoffte, dass ein neuer demokratischer Präsident es endlich vollenden könne. Die Verabschiedung eines Gesetzes, das allen Amerikanern Zugang zu einer bezahlbaren und guten Gesundheitsversorgung verschafft, wäre die denkbar schönste Ehre für den verstorbenen Senator." (27.08.2009)

Jyllands-Posten - Dänemark

Mit dem Tode Edward Kennedys gehe in den USA eine Ära zu Ende, heißt es in der Online-Ausgabe der Tageszeitung Jyllands-Posten: "Mit Senator Edward Kennedys Tod haben die Vereinigten Staaten ihren Dreh- und Angelpunkt verloren. Für die Demokraten kann sich dieser Verlust einer Ikone als sehr schwer erweisen. Dass er der einzige der vier Kennedy-Brüder wurde, der eines natürlichen Todes starb, sagt viel über das mythenumwobene Drama aus, für das die Kennedy-Familie steht. ... Er hinterlässt ein Vakuum, das die Demokraten kaum mit demselben Pathos werden füllen können wie jener Ted Kennedy, dem bis weit in den republikanischen Teil des Senats hinein Respekt gezollt wurde, und der somit der Kennedy wurde, der tatsächlich für die Dauer eines langen Lebens zeigen konnte, was der Kennedy-Familie politisch am Herzen lag. Edward Kennedy war ein Außenseiter, der es nicht bloß vermochte, das Erbe seiner Brüder einzulösen, sondern sich einen solchen Ruf in der amerikanischen Politik erarbeitet hat, dass sein Tod das Ende einer Ära in der neueren Geschichte der USA bedeutet." (26.08.2009)

Mladá fronta Dnes - Tschechien

"Es gibt keinen anderen amerikanischen Familienclan von einer solchen, beinahe schon kulthaften, Bedeutung," schreibt die liberale Tageszeitung Mladá Fronta Dnes zum Tod Edward Kennedys. "Aus der Familie Bush gingen zwei Präsidenten hervor, aber in 15 Jahren wird man sich nur noch schwach an sie erinnern. Der Kennedy-Mythos dagegen wird weiter leben. Er wird zu Amerika gehören, wie die Sterne auf der Nationalflagge. ... Ein Vorteil der Kennedys war, so sagt man, dass sie jung starben. Sie sorgten für Ideen und Inspiration, aber sie mussten nicht nachweisen, dass sie ihre Pläne auch erfüllen können. Edward bewies, dass auch [seine beiden Brüder] John und Robert dazu fähig gewesen wären. Die Dynastie endet, aber der magische Zauber des Wortes Kennedy wird bleiben." (27.08.2009)

Irish Independent - Irland

In der konservativen Tageszeitung Irish Independent kommentiert der Boston Globe-Journalist Kevin Cullen Edward Kennedys Rolle im nordirischen Friedensprozess: "Im Jahr 1971 hielt Ted Kennedy eine Rede, die ihn - für einige unauslöschlich - zum Verteidiger der IRA abstempelte. Er forderte den britischen Abzug aus Nordirland und schlug vor, dass Unionisten, denen das nicht passte, wegziehen könnten. Die Rede stammte aus der Feder eines leidenschaftlichen Nationalisten und wurde von einem relativ unerfahrenen Senator unterschrieben, der wenig über Nordirland wusste. Ein Jahr später, traf Kennedy [den sozialdemokratischen Nationalistenvertreter] John Hume und seine Position änderte sich grundlegend. Kennedy wurde gleichermaßen ein heftiger Kritiker von IRA-Gewalt und einer britischen Politik, die seiner Meinung nach nur zu einer Fortsetzung des Konflikts beitrug. ... Kennedys persönliche Reise ... spiegelt die irisch-amerikanische Erfahrung wider. Diese Erfahrung begann in den frühen 1970er Jahren mit Spendensammlungen für die IRA in den Pubs von Südboston und Queens [in den USA] und endete damit, dass Kennedy eine führende Rolle dabei spielte, die IRA zur Entwaffnung und Auflösung zu überreden." (27.08.2009)

POLITIK

Sme - Slowakei

Besonnenheit zwischen Bratislava und Budapest gefragt

Nach dem Streit über die Einreiseverweigerung für den ungarischen Präsidenten László Sólyom in die Slowakei am vergangenen Freitag ist es zu ersten Gewaltakten gekommen. Unbekannte schleuderten am Mittwoch Molotowcocktails auf die slowakische Botschaft in Budapest. Zu der besonnenen Reaktion der ungarischen und slowakischen Regierungen auf den Vorfall schreibt die liberale Tageszeitung Sme:"Es wäre gut gewesen, wenn die slowakische Regierung ebenso vernünftig auf den Besuch Sólyoms reagiert hätte, wie sie jetzt auf die Brandflaschen vor der slowakischen Botschaft in Budapest reagiert, und wenn sie sich schon am vergangenen Freitag dessen bewusst gewesen wäre, was nun in einer Erklärung des Außenministeriums steht: 'dass die slowakisch-ungarischen Beziehungen eine Phase durchlaufen, die ein hohes Maß an Empfindsamkeit erfordern'. ... Es wäre auch gut gewesen, wenn der ungarische Präsident in der Vergangenheit mit derselben Entschiedenheit gegen die Aktivitäten nationalistischer Kreise in seinem Land vorgegangen wäre, mit der er das gestrige Attentat verurteilte." (27.08.2009)

Der Tagesspiegel - Deutschland

Netanjahu muss Nahost-Friedensprozess wiederbeleben

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich auf seiner Europareise zur Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses mit dem US-Nahostgesandten George Mitchell in London getroffen. Die linksliberale Tageszeitung Der Tagesspiegel schreibt: "Seine Freunde, politische Freunde, sagen, Netanjahu sei nicht so, wie seine Gegner immer noch sagten; er sei gereift, seriöser, strategisch denkender als beim ersten Versuch als Premier. ... Bloß helfen zur Korrektur des alten Bildes auf Dauer nur 'Style and Substance'. Substanz entscheidet. Will sagen: Er muss den USA und ihren Verbündeten in Europa entgegenkommen. Diese Reise zeugt buchstäblich schon davon, ja, aber es reicht nicht, hier gewesen zu sein. Netanjahu wird nachher umso mehr Unterstützung erfahren, je klarer wird, dass er durchsetzt, was nötig ist: keinen weiteren Siedlungsbau! Klare Kante, auch in diesem Fall. Sicher, Staaten haben keine Freunde, Staaten haben nur Interessen, wird immer in Anlehnung an [den früheren britischen Premierminister] Lord Palmerston gesagt. Doch ist der Spruch erstens uralt, zweitens lebt es sich mit Freunden besser. Gerade im Nahen Osten." (27.08.2009)

Taloussanomat - Finnland

Die neue finnische Piratenpartei irrt

Die in Finnland am 19. August neu registrierte Piratenpartei verkenne die Zusammenhänge und Mechanismen der Informationsgesellschaft oder stelle sie zumindest falsch dar, meint Risto Pennanen in seiner Kolumne im Online-Wirtschaftsblatt Taloussanomat: "Die Piratenpartei erfüllt alle Merkmale einer traditionellen Partei. So ist sie zumindest in der Lage, ihre eigenen egoistischen Ziele zu rechtfertigen, ohne zu sagen, wie die Dinge wirklich zusammenhängen. Persönlich verstehe ich nicht, wie es die Informationsgesellschaft verbessern soll, wenn zum Beispiel finnische Filmemacher kein Geld bekommen, da sich die Leute online Kopien ihrer Filme herunterladen. ... Die Piraten machen sich der Wertminderung der geistigen Arbeit schuldig, wenn sie den Denkenden Eigentumsrechte und Lohn verweigern. Die Piraten verteidigen das Recht auf Vervielfältigung als Verbraucherschutz. Mit der gleichen Logik sollte ich ein kostenloses Steak im Handel bekommen, wenn ich das Fleisch für den nicht-kommerziellen Gebrauch verwende." (26.08.2009)

Delfi - Litauen

Litauen soll grün werden

Das Nachrichtenportal Delfi kritisiert die litauischen Politiker für ihren gescheiterten Versuch, Litauen nach außen als besonders mutiges Land darstellen zu wollen: "Gewiss, wir haben die Sowjetunion aufgelöst, aber heute können wir höchstens stolz darauf sein, dass wir ein Atomkraftwerk betreiben, und auch damit ist es nach Ablauf des Jahres vorbei. Wie wollen wir uns dann nennen? Überall auf der Welt wird über Umwelt- und Klimaschutz und erneuerbare Energien sowie über das Energiesparen gesprochen, mit anderen Worten: Es geht um das grüne Leben und die Liebe zu unserem Planeten. Vor ein paar Monaten wurde vor der litauischen Küste mit dem Bau des ersten Offshore-Windparks begonnen - hier stecken die wahren Chancen für die Zukunft. Anstelle von 'das mutige' oder 'das atomare Litauen' sollten wir uns den Namen 'das grüne Litauen' geben und damit versuchen, die Wertschätzung der Welt zu gewinnen." (27.08.2009)

Rzeczpospolita - Polen

Die USA vernachlässigen Polen

Die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita beklagt sich darüber, dass die USA erneut keinen hochrangigen Vertreter zu den Feierlichkeiten zum Gedenken an den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nach Polen schicken: "[Der polnische] Oberst Daniel Ambroziński hat sein Leben in Afghanistan gelassen, als er an der Seite der amerikanischen Verbündeten gekämpft hat. ... Zusammen mit der US-Armee haben wir an der Invasion in den Irak teilgenommen. Und obwohl es unsere Beziehungen mit Deutschland und Frankreich allzu sehr strapaziert hat, und trotz der Kritik der europäischen Medien, trotz der Menschenopfer sind wir so lange wie möglich am [irakischen] Euphrat geblieben. An wie vielen amerikanischen Operationen müssen wir noch teilnehmen, damit sich jemand aus dem Weißen Haus dazu bequemt, am 1. September nach Gdańsk zu reisen? … Was sollen wir in den kommenden fünf Tagen noch machen, damit [US-Präsident] Barack Obama und [US-Außenministerin] Hillary Clinton verstehen, wie sehr sie sich damit in den Augen der Polen kompromittieren?" (27.08.2009)

REFLEXIONEN

Neatkarīgā - Lettland

Voldemars Hermanis über die Russlandphobie im postsowjetischen Raum

Voldemars Hermanis kommentiert in der Tageszeitung Neatkarīgā Rīta Avīze die in den ehemaligen Sowjetrepubliken weit verbreitete Russlandphobie: "Unabhängig von den jeweils herrschenden Regimes sind die ehemaligen Unionsrepubliken ein gemeinsamer Kultur-, Wissenschafts- und Freizeitraum mit Beziehungen über die Grenzen hinweg geblieben. ... Russland verfügt dabei über eine einmalige geopolitische Ausgangsposition, denn es verfügt über gewaltige Energieressourcen, und rund 25 Millionen Landsleute leben in ehemaligen Sowjetrepubliken. Aber Präsident Dmitrij Medwedjew hat kürzlich der Staatsduma einen Gesetzesvorschlag überreicht, wonach die Armee auch im Ausland zum Schutz dieser Landsleute eingesetzt werden kann. So wird kein Vertrauen gefördert, ebensowenig durch ein ständiges Kaschieren der stalinistischen Vergangenheit und durch Proteste gegen Vergleiche zwischen den Verbrechen des Kommunismus und des Nationalsozialismus. Die Russlandphobie im postsowjetischen Raum wird aus der Angst vor einer allzu engen Umarmung des großen Bruders genährt. Russlands Trümpfe sind aber nicht seine Militärbasen oder die von Moskau diktierte Geschichte. Es bekäme viel mehr Respekt von seinen Nachbarn, wenn es sich auf seine wahren Reichtümer konzentrieren würde, ohne Isolationismus und ohne Größenwahn." (27.08.2009)

WIRTSCHAFT

Le Figaro - Frankreich

Sarkozy maßregelt die Banken

Der französische Staatschef Nicolas Sarkozy hat die Banken dazu aufgefordert, schärfere Kontrollen von Boni-Zahlungen für Banker durchzusetzen und Kredite zur Ankurbelung der Wirtschaft zu vergeben. Die konservative Tageszeitung Le Figaro lobt diese Strategie: "Verdienen Sie weniger und leihen Sie mehr! Der klare Ratschlag, den ein sehr wütender Nicolas Sarkozy abgab, ist mehr als eindeutig. ... Seine Verpflichtungen, welche auf der einen Seite die Beschränkung der Boni für die Banker und auf der anderen Seite die Kreditvergabe an Haushalte betreffen, dürfen sich nicht verzögern und werden streng überwacht. Jede Abweichung wird streng bestraft. ... Die Standpauke für die Banken stärkt unbestreitbar die Führungsrolle, die sich der Staatschef im Kreuzzug für einen moralischeren Finanzkapitalismus zugeschrieben hat. Was die Boni angeht, so weiß jeder, ... dass sich das Spiel nächsten Monat beim G20-Gipfel in Pittsburgh entscheiden wird." (26.08.2009)

KULTUR

Corriere della Sera - Italien

Die Mafia im Film

Die liberalkonservative Tageszeitung Corriere della Sera fragt sich, ob verzerrende Darstellungen der Mafia im Film den Kampf gegen das organisierte Verbrechen behindern. Es müsse doch auch andere Darstellungen geben: "Andere als die einer Mafia als Gruppe von 'Bösen und Hässlichen', die schlechtes Italienisch sprechen und aus dem wirtschaftlichen und sozialen Sumpf kommen, und die von edlen Helden bekämpft werden, die bereit sind, sich bis aufs Letzte zu opfern. Entspricht das der Wirklichkeit? Nein, meint der Untersuchungsrichter [Roberto] Scarpinato, der Beweise aus den vielen Prozessen anführt, die er angestrengt hat: die Geschichte der Mafia besteht aus Verbrechen und Morden, die im 'bürgerlichen Umfeld von Menschen wie uns bestimmt wurden, die die gleichen Schulen besucht haben, die in unseren Kreisen verkehrten, die an den gleichen Gott glauben, ... es ist eine schreckliche und ungelöste Familienaffäre, innerhalb einer nationalen Führungsklasse …, eine der prämodernsten, gewalttätigsten und habgierigsten der Geschichte des Westens'. Angesichts dessen ist es schwierig, 'das Verstummen und die Achtlosigkeit vieler Drehbuchautoren und Regisseure zu erklären, mit der sie manchmal in die kulturelle Schweigepflicht abrutschen'." (27.08.2009)

GESELLSCHAFT

Népszabadság - Ungarn

Panik unter den ungarischen Roma

Nach der Ergreifung der mutmaßlichen Täter einer Anschlagsserie auf Roma in Ungarn, die bereits ein Jahr lang andauert, schreibt die linksliberale Zeitung Népszabadság über die tiefe Angst innerhalb der ethnischen Minderheit: "Erst jetzt kommt die monatelang unterdrückte, aufwühlende Panik hoch. ... Obwohl die Polizei zuletzt immer wieder betont hat, dass die Täter gefasst worden seien und genügend Beweise vorlägen, kursieren zweifelhafte Gerüchte, wonach die Urheber der bisherigen Roma-Morde noch auf freiem Fuß sind und jederzeit wieder morden können. ... Das Durcheinander in den Köpfen der Roma und ihre späten Panikreaktionen sind eine Mischung aus Zorn, Erniedrigung, Rachsucht, Angst und Ohnmacht. Genährt wird dieses Gefühl freilich auch dadurch, dass die Gefahr tatsächlich nicht gebannt ist. Denn noch immer treiben sich im Land paramilitärische Gruppen herum, die von Zigeunerhass erfüllt sind. Das Mitgefühl für die meuchlerisch ermordeten Roma konnte die Atmosphäre des Hasses nicht zerstreuen. Vorläufig gibt es wahrlich keine Garantie dafür, dass die rassistische Gewalt in Ungarn zu Ende geht." (27.08.2009)

MEDIEN

La Vanguardia - Spanien

Kontrolle von Wikipedia-Inhalten ist richtig

Acht Jahre nach der Gründung der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia hat am gestrigen Mittwoch die fünfte internationale Nutzer-Konferenz in Buenos Aires begonnen, wo unter anderem die Einführung einer Instanz zur Kontrolle der Richtigkeit der Inhalte diskutiert wird. Die liberale Tageszeitung La Vanguardia begrüßt dies: "Es scheint paradox: Das Wachstum dieses so freiheitlichen Unternehmens führt zu einer stärkeren Kontrolle. Aber letztlich verdient diese Entscheidung unseren Beifall. Wenn ein Instrument wie dieses eine so wichtige Rolle in der Verbreitung von Information einnimmt, gibt es keine andere Wahl, als dafür zu sorgen, dass die Inhalte so vertrauenswürdig wie möglich sind. Denn die Freiheit ist vor allem die Ausübung von Verantwortung. Und wenn nicht alle Wikipedia-Redakteure in der Lage sind, verantwortungsbewusst zu handeln, muss es jemand an ihrer Stelle tun. Das ist es, was die Betreiber durch stärkere Kontrollen wollen. Und außerdem wollen sie zeigen, dass Wikipedia bereits volljährig geworden ist." (27.08.2009)

Trouw - Niederlande

Populisten beherrschen das Internet

Das Internet sei maßgeblich daran beteiligt, dass populistische Meinungen die politische Debatte beherrschten, schreibt die Kommunikationsexpertin Monica Swanson in der Tageszeitung Trouw. Die Stimme der breiten Öffentlichkeit sei im Internet nicht zu finden: "Angenommen, dass es in den Niederlanden zwar noch immer keine Mehrheit gibt, die im Ernstfall eine ganze Bevölkerungsgruppe eliminieren will, so muss man doch befürchten, dass die redliche und ruhige Mehrheit in der Debatte (um den Islam und Migranten) nicht mehr gehört wird. Das Internet ist ein leicht zugängliches Massenmedium, und allmählich kennt jeder den Weg ins Internet. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass jeder ins Internet kann, aber es noch lange nicht jeder tut. ... Das macht das Medium zum Territorium von Höhlenbewohnern mit Ansichten, die an den Haaren herbeigezogen werden. ... In der heutigen Medienstruktur spielt Information keine Hauptrolle mehr. Es gelten die lautesten Stimmen, und die Populisten wissen das." (27.08.2009)

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